The National Times - Mindestens zehn Tote bei Angriffen der pro-iranischen Huthis im Jemen

Mindestens zehn Tote bei Angriffen der pro-iranischen Huthis im Jemen


Mindestens zehn Tote bei Angriffen der pro-iranischen Huthis im Jemen
Mindestens zehn Tote bei Angriffen der pro-iranischen Huthis im Jemen / Foto: © AFP/Archiv

Einen Tag nach ihren folgenschwersten Angriffen im Jemen seit Jahren hat die Huthi-Miliz ihre Attacken fortgesetzt. In der strategisch wichtigen Provinz Marib seien am Freitag acht Soldaten aus dem Regierungslager getötet worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus jemenitischen Armeekreisen. Nach Angaben von Jemens Gesundheitsminister Kasim Buhaibeh wurden in derselben Provinz zudem mindestens zwei Zivilisten getötet und 14 weitere verletzt. Die vom Iran unterstützten Huthis bekannten sich zu den Angriffen.

Textgröße ändern:

Gesundheitsminister Buhaibeh erklärte im Onlinedienst X, "die terroristische Huthi-Miliz" habe "Wohnviertel und Lager für Vertriebene in der Stadt Marib bombardiert". Der Angriff auf Regierungskräfte ereignete sich den Armeekreisen zufolge im Gebiet Harib. Die Miliz habe "mehr als zehn Raketen und sieben Kamikaze-Drohnen auf Armeelager in Marib abgefeuert".

Zuvor hatte der Armeevertreter AFP bereits mitgeteilt, dass es in Sirwah sowie an der Front von Al-Kasara nördlich der Stadt Marib zu Artilleriegefechten und Zusammenstößen gekommen sei. Zudem trafen die Islamisten ein Waffenlager in der Provinz.

Die Region Marib ist zwischen den Huthis und der Regierung aufgeteilt. Die jemenitische Regierung, die vom Nachbarland Saudi-Arabien gestützt wird, kontrolliert die gleichnamige Stadt sowie die Ölfelder und -anlagen.

"Der saudiarabische Feind mobilisiert seine Truppen weiter und stachelt sie auf", teilte ein Huthi-Sprecher mit. Truppen, Waffenlager und Fahrzeuge seien "mit einer großen Zahl an Raketen und Drohnen" angegriffen worden, fügte er hinzu.

Bereits am Vortag hatte die Miliz mehrere Armeestützpunkte in Marib sowie in der Provinz Hadramaut nahe der Grenze zu Saudi-Arabien angegriffen. Dabei wurden nach Angaben aus Armeekreisen 58 Menschen getötet. Es war die größte Anzahl an Todesopfern bei Huthi-Angriffen seit einer 2022 von der UNO vermittelten Waffenruhe. Diese hatte die Kämpfe weitgehend zum Erliegen gebracht, war im vergangenen Monat aber faktisch zusammengebrochen.

Auslöser der neuen Eskalation war der Versuch eines iranischen Flugzeugs, in Sanaa zu landen. Daraufhin griffen jemenitische Regierungskräfte die Landebahn des Flughafens an, in der Folge griffen Huthis und Saudi-Arabien wiederholt gegenseitig Ziele an. Die Huthis kündigten zudem eine Blockade saudiarabischer Häfen an und meldeten Angriffe auf Öltanker.

Die von Saudi-Arabien angeführte Unterstützerkoalition der jemenitischen Regierung werde nicht "untätig zusehen", während die Huthis ihre Angriffe verstärkten, erfuhr die AFP aus Kreisen des saudiarabischen Militärs. Mit den Angriffen auf Marib habe die Miliz eine "rote Linie" überschritten. "Die Koalition will keine Eskalation, aber wir werden nicht zulassen, dass sich das aktuelle Machtgleichgewicht vor Ort ändert."

Die Huthis kämpfen seit 2014 gegen die Regierung und kontrollieren die Hauptstadt Sanaa sowie weite Teile des bevölkerungsreichen Nordens. Die Regierung hält große Teile des Südens. Der Krieg hat hunderttausende Menschen das Leben gekostet und eine schwere humanitäre Krise ausgelöst.

Q.Marshall--TNT

Empfohlen

Menschenrechtsgruppen: Mehr als 140 Tote bei Migrationskrise in Ceuta

Beim Ansturm von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta sind nach Angaben marokkanischer Menschenrechtsorganisationen mehr als 140 Menschen ums Leben gekommen. Die Menschenrechtsgruppe AMDH und eine Vereinigung in Europa ansässiger marokkanischer Organisationen sprachen am Freitag von mindestens 141 Toten.

US-Senat stimmt für verschärfte Sanktionen gegen Russland

Der US-Senat hat am Freitag mit großer Mehrheit für verschärfte Sanktionen gegen Russland gestimmt. Das Paket enthält Sanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin, eine Reihe russischer Beamter, Oligarchen und Banken sowie gegen die sogenannte Schattenflotte, mit der Russland bestehende Sanktionen umgeht. Es geht nun ans US-Repräsentantenhaus, das wegen der Sommerpause erst im September über die Sanktionen abstimmen dürfte.

US-Gericht setzt Bau von Trumps Ballsaal aus - Präsident kündigt Berufung an

US-Präsident Donald Trump hat bei seinem umstrittenen Ballsaal-Projekt am Weißen Haus eine weitere juristische Niederlage hinnehmen müssen. Ein Bundesberufungsgericht bestätigte am Freitag die Ende März angeordnete Aussetzung der Bauarbeiten wegen der fehlenden Zustimmung des Kongresses. Trump kündigte daraufhin an, vor den Obersten Gerichtshof zu ziehen.

Selenskyj erstmals seit Beginn von Ukraine-Krieg nach Serbien gereist

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen sein Land in das traditionell mit Moskau verbündete Serbien gereist. "Ich bin mit meinem Team in Serbien angekommen", schrieb Selenskyj am Freitag im Kurzbotschaftendienst X und veröffentlichte dazu ein Video seiner Ankunft in Belgrad. Über zwei Tage seien "wichtige Gespräche" mit dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic und Regierungschef Djuro Macut geplant.

Textgröße ändern: