The National Times - Guterres-Nachfolge bei der UNO: Costaricanerin nach erster Abstimmung vorn

Guterres-Nachfolge bei der UNO: Costaricanerin nach erster Abstimmung vorn


Guterres-Nachfolge bei der UNO: Costaricanerin nach erster Abstimmung vorn
Guterres-Nachfolge bei der UNO: Costaricanerin nach erster Abstimmung vorn / Foto: © POOL/AFP/Archiv

An der Spitze der UNO könnte ab Januar womöglich erstmals eine Frau aus Lateinamerika stehen. Nach einer ersten Abstimmung über die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres in New York lag Diplomaten zufolge am Donnerstag die Costa Ricanerin Rebeca Grynspan vorne. Auf Platz zwei kam eine Kandidatin aus dem Karibikstaat Guayana.

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Die 70-jährige Grynspan hat sich bei den Vereinten Nationen bereits einen Namen gemacht: Die frühere Vizepräsidentin von Costa Rica leitet die UN-Organisation für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf. Auf Platz zwei kam bei der Probeabstimmung im UN-Sicherheitsrat die frühere Außenministerin von Guayana, Carolyn Rodrigues-Birkett. Auf dem dritten Platz landete ein Mann aus Argentinien: der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi.

Insgesamt vier Frauen und drei Männer bewerben sich um die Nachfolge des Portugiesen Guterres, der den Posten des UN-Generalsekretärs zum Jahresende nach zehn Jahren abgibt. Im Rennen sind auch die frühere chilenische Präsidentin Michelle Bachelet und der ehemalige Präsident des Senegal, Macky Sall.

Die noch bis Ende August amtierende Präsidentin der UN-Vollversammlung, die frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne), macht sich dafür stark, erstmals in der 81-jährigen Geschichte der UNO eine Frau zu wählen. Eine eigene Kandidatur lehnte Baerbock allerdings ab. Denn diesmal erhebt Lateinamerika den Anspruch auf den Posten. Grundlage ist ein geografisches Rotationsprinzip, das allerdings in der Vergangenheit bei der UNO nicht immer eingehalten wurde.

Eine weitere Bewerberin aus Lateinamerika ist die frühere Präsidentin der UN-Vollversammlung, María Fernanda Espinosa aus Ecuador. Der ostafrikanische Staat Uganda hatte kurzfristig den früheren Präsidentschaftskandidaten Olara Otunnu nachnominiert.

Der Auswahlprozess ist mehrstufig: Die 15 Sicherheitsrats-Mitglieder stimmen hinter verschlossenen Türen so lange ab, bis eine Kandidatin oder ein Kandidat die erforderlichen neun Stimmen erhält. Dabei haben die fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder - die USA, Großbritannien, China, Frankreich und Russland - ein Vetorecht.

Der Konsens-Kandidat oder die -Kandidatin wird danach formell von der UN-Vollversammlung ernannt. Die Amtsübernahme ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen.

Allerdings gibt es keine Bewerbungsfrist - sodass immer noch Überraschungskandidaten dazukommen und die Guterres-Nachfolge sich sogar verzögern könnte. Für hochgezogene Augenbrauen hatte ein Bericht der "New York Times" gesorgt, US-Präsident Donald Trump sähe gerne Fifa-Chef Gianni Infantino an der UN-Spitze. Weder das Weiße Haus noch die Fifa bestätigten die Angaben.

Beobachter sehen die UNO im 81. Jahr ihrer Gründung vor ihrer größten Bewährungsprobe - unter anderem, weil die USA unter Präsident Trump massiv Finanzmittel gestrichen haben. Zudem hat Trump einen eigenen "Friedensrat" gegründet, in dem viele Länder eine Konkurrenz zu den Vereinten Nationen sehen.

M.Davis--TNT

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