The National Times - Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: CDU fällt in Umfrage weiter hinter AfD zurück

Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: CDU fällt in Umfrage weiter hinter AfD zurück


Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: CDU fällt in Umfrage weiter hinter AfD zurück
Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: CDU fällt in Umfrage weiter hinter AfD zurück / Foto: © AFP/Archiv

Gut fünf Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fällt die CDU in einer neuen Umfrage weiter hinter die AfD zurück. In der am Donnerstag veröffentlichten Erhebung des Instituts Infratest dimap für den Mittel- und den Westdeutschen Rundfunk sowie die "Mitteldeutsche Zeitung" in Halle und die "Volksstimme" in Magdeburg liegt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD stabil bei 41 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze verliert im Vergleich zu einer Befragung vom Mai zwei Prozentpunkte und kommt auf 24 Prozent.

Textgröße ändern:

Die Linke legt um einen Punkt auf 13 Prozent zu, die SPD bleibt bei sieben Prozent. Die Grünen gewinnen im Vergleich zur Umfrage vom Mai einen Punkt und erreichen fünf Prozent. Den Einzug ins Landesparlament verpassen würde derzeit das BSW mit vier Prozent. Die FDP wurde wegen ihrer niedrigen Werte in der Umfrage nicht einzeln ausgewiesen.

Die AfD strebt nach der Landtagswahl am 6. September eine Alleinregierung in Sachsen-Anhalt an und will erstmals in Deutschland mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund einen Ministerpräsidenten stellen. Dies ist auch davon abhängig, wie viele Parteien insgesamt ins Parlament einziehen werden. Auch wenn die AfD von einer absoluten Stimmenmehrheit weit entfernt ist, wäre für sie eine Mehrheit der Sitze denkbar, sollten neben dem BSW etwa auch Grüne und SPD an der Fünfprozenthürde scheitern.

Die CDU, die derzeit zusammen mit SPD und FDP regiert, schließt Koalitionen sowohl mit der AfD als auch mit der Linken aus. Sollte die AfD die parlamentarische Mehrheit verfehlen, wäre eine von den Christdemokraten geführte Minderheitsregierung denkbar, die dann aber auf eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei angewiesen wäre.

Bei der Frage, welche Partei die nächste Landesregierung anführen sollte, liegen AfD und CDU nahezu gleichauf. 44 Prozent der Befragten sind für die AfD, 43 Prozent für die CDU. Potenzielle CDU-Bündnisse mit der Linken oder der AfD stoßen mehrheitlich auf Skepsis. 60 Prozent aller Wahlberechtigten lehnen eine Koalition von CDU und AfD ab, nur 33 Prozent sind dafür. Auch 82 Prozent der CDU-Anhänger lehnen ein Bündnis ihrer Partei mit der AfD ab – nur 16 Prozent wären dafür.

Auch für ein Bündnis von CDU und Linkspartei gibt es keine Mehrheit. 61 Prozent sind laut Umfrage dagegen, 31 Prozent dafür. Bei den CDU-Anhängern sind 52 Prozent dagegen und 41 Prozent dafür.

Im direkten Vergleich der Spitzenkandidaten kann Ministerpräsident Schulze seine Bekanntheit zwar deutlich steigern - er liegt mit 65 Prozent knapp vor seinem AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund, der auf 63 Prozent kommt. Allerdings sind nur 29 Prozent mit der Arbeit des Regierungschefs zufrieden. Auch mit Siegmund sind nur 35 Prozent zufrieden.

Insgesamt zeigt die Umfrage eine wachsende Unzufriedenheit mit der Landesregierung aus CDU, SPD und FDP. Nur noch 29 Prozent der Befragten sind mit der Regierungsarbeit sehr zufrieden oder zufrieden. Das sind vier Prozentpunkte weniger als bei der vorangegangenen Umfrage.

36 Prozent der Befragten trauen der AfD am ehesten zu, die wichtigsten Aufgaben in Sachsen-Anhalt zu lösen. Der CDU schreiben nur 16 Prozent diese Kompetenz zu. Infratest dimap befragte vom Mittwoch vergangener Woche bis Dienstag 1149 Wahlberechtigte.

A.M.James--TNT

Empfohlen

Urteil im Saarland: Gutachter muss Mutter kein Schmerzensgeld zahlen

Ein Gutachter muss einer Mutter im Saarland nach einem Gutachten über Kindeswohlgefährdung kein Schmerzensgeld und keinen Schadenersatz zahlen. Die Voraussetzungen für eine Haftung des Gutachters seien nicht gegeben, entschied das Oberlandesgericht Saarbrücken laut Mitteilung vom Mittwoch. Demnach war das Gutachten nicht falsch. (Az.: 4 U 52/25)

Gemeinsame Stellungnahme: CDU-Ministerpräsidenten warnen vor Personaldebatten

Die acht Ministerpräsidenten der CDU haben sich mit einer gemeinsamen Stellungnahme in die Personaldebatte um Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eingeschaltet. In der am Mittwoch vorgelegten Erklärung riefen die Regierungschefs die CDU zur Geschlossenheit auf und warnten vor schädlichen Personaldebatten. Nötig zur Stärkung der CDU seien nun die Bereitschaft zum Zuhören, Verlässlichkeit und entschlossenes Handeln. Bayerns CSU-Ministerpräsident Markus Söder schloss sich der Erklärung an.

Bundesverwaltungsgericht entscheidet im Oktober über Klage zu Luftreinhalteprogramm

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entscheidet am 7. Oktober über eine Klage zu Nachbesserungen am nationalen Luftreinhalteprogramm. Das teilte ein Sprecher des obersten deutschen Verwaltungsgerichts am Mittwoch nach der mündlichen Verhandlung in dem Fall mit. Hintergrund ist eine Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen die Bundesregierung. (Az. 7 C 1.25)

Milliardenschwerer Maskenstreit: Bundesgerichtshof entscheidet im Dezember

Im Streit um nicht bezahlte Coronamasken will der Bundesgerichtshof (BGH) am 15. Dezember seine Entscheidung verkünden. Für den Staat könnte es womöglich nicht so teuer werden wie befürchtet, wie sich am Mittwoch bei der Verhandlung in Karlsruhe abzeichnete. Das letzte Wort ist aber noch lange nicht gesprochen - die BGH-Urteile werden für dutzende Fälle wegweisend sein. (Az. VIII ZR 131/24 u.a.)

Textgröße ändern: