The National Times - Deutsche-Welle-Journalist Uludag erneut in der Türkei festgenommen

Deutsche-Welle-Journalist Uludag erneut in der Türkei festgenommen


Deutsche-Welle-Journalist Uludag erneut in der Türkei festgenommen
Deutsche-Welle-Journalist Uludag erneut in der Türkei festgenommen / Foto: © Deutsche Welle/AFP/Archiv

Ein türkischer Journalist der Deutschen Welle ist in der Türkei erneut inhaftiert worden. "Ich werde festgenommen", erklärte Alican Uludag am Dienstag im Onlinedienst X. Der in der Hauptstadt Ankara ansässige Journalist war bereits im Februar wegen "Beleidigung des Präsidenten" festgenommen worden und hatte anschließend 90 Tage im berüchtigten Gefängnis Silivri nahe Istanbul verbracht.

Textgröße ändern:

Damals hatte die türkische Justiz auch wegen "Verbreitung von Falschinformationen" und "öffentlicher Herabwürdigung von Justizeinrichtungen" gegen Uludag ermittelt. Die Vorwürfe gingen offenbar auf einen Beitrag im Internet zurück, in dem der Journalist der Deutschen Welle zufolge Kritik an der Freilassung mutmaßliche Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) geübt hatte. Außerdem hatte er der türkischen Regierung Korruption vorgeworfen.

Die Bundesregierung und Menschenrechtsorganisationen hatten seine Freilassung gefordert. Im Mai ordnete ein Gericht dann Uludags Entlassung an, die Anklage wurde allerdings aufrechterhalten.

Wie er sind in den vergangenen Jahren in der Türkei zehntausende Menschen wegen "Beleidigung des Präsidenten" oder ähnlicher Delikte strafrechtlich verfolgt worden - häufig aufgrund von Beiträgen im Internet. Auf Uludags X-Account ist zu sehen, dass der Journalist zuletzt zahlreiche regierungskritische Beiträge geteilt hat.

Der Deutschen Welle zufolge ist Uludag seit mehreren Jahren in der Türkei für den Sender tätig. Als Gerichtsreporter berichtete er demnach über Menschenrechtsverletzungen, Korruptionsfälle und Prozesse und erreicht mit seinen Berichten eine breite Öffentlichkeit.

T.F.Russell--TNT

Empfohlen

Letztes TV-Duell vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Schwesig in Angriffslaune

Vier Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sind Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und ihr Herausforderer Leif-Erik Holm (AfD) noch einmal direkt aufeinander getroffen. Beim einstündigen TV-Duell im NDR-Fernsehen zeigte sich Schwesig am Mittwochabend in Angriffslaune. Holm hatte Mühe, den vielen Attacken etwas entgegen zu halten.

Berlin-Wahl: "Wahlarena" macht Differenzen zwischen SPD und Linke deutlich

In der "Wahlarena" des RBB haben sich wenige Tage vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin deutliche Differenzen zwischen den potenziellen Koalitionspartnern SPD und Linke gezeigt. Unter anderem bei den Themen Enteignungen und innere Sicherheit vertraten SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach und Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp teils gegensätzliche Positionen.

Niederlage für Trump: US-Notenbank Fed erhöht Leitzins erstmals seit 2023

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins erstmals seit gut drei Jahren erhöht - und Präsident Donald Trump damit eine Niederlage bereitet. Die Fed hob den maßgeblichen Zinssatz am Mittwoch um 0,25 Prozentpunkte an, er liegt nun in einer Spanne zwischen 3,75 bis 4,0 Prozent. Trump hatte immer wieder einen Zinsschnitt verlangt.

Deutschland und Kanada wollen Entwicklung von KI "im Dienste des Menschen" vorantreiben

Angesichts der Debatte über Gefahren durch Künstliche Intelligenz (KI) wollen Deutschland und Kanada einen laut Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) "neuartigen" Ansatz mit einer millionenschweren Förderung vorantreiben. Beide Länder engagierten sich in der KI-Forschung auf der Basis der Demokratie und von Werten, sagte Wildberger am Mittwoch bei der Fachkonferenz All In im kanadischen Montréal. Sein kanadischer Kollege Evan Solomon sagte, es gehe um die Entwicklung einer KI "im Dienste des Menschen".

Textgröße ändern: