The National Times - Macron gedenkt am zehnten Jahrestag des Lkw-Anschlags in Nizza der 86 Toten

Macron gedenkt am zehnten Jahrestag des Lkw-Anschlags in Nizza der 86 Toten


Macron gedenkt am zehnten Jahrestag des Lkw-Anschlags in Nizza der 86 Toten
Macron gedenkt am zehnten Jahrestag des Lkw-Anschlags in Nizza der 86 Toten / Foto: © POOL/AFP

Am zehnten Jahrestag des islamistischen Lkw-Anschlags von Nizza hat der französische Präsident Emmanuel Macron der 86 Todesopfer gedacht. Die Toten sowie die Ersthelfer jenes Abends seien "für immer in unser kollektives Gedächtnis eingegangen", sagte Macron bei der offiziellen Gedenkfeier am Dienstagabend in Nizza. Beim WM-Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien wurde eine Schweigeminute für die Opfer von Nizza abgehalten. Bei dem Attentat waren auch drei Deutsche getötet worden. Mehr als 400 Menschen wurden damals verletzt.

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Die offizielle Gedenkfeier begann gegen 18.00 Uhr in Nizza. 43 etwa zehnjährige Kinder und 43 Vertreter der Sicherheitskräfte stellten 86 leere Stühle im Gedenken an die Toten auf, während die Namen der Opfer verlesen wurden. An der Gedenkveranstaltung nahmen neben Macron auch seine beiden Vorgänger François Hollande und Nicolas Sarkozy sowie mehrere amtierende und ehemalige Minister teil.

Neben Macron sprachen auch Vertreter von Organisationen von Opferangehörigen, die die Gedenkfeier gemeinsam mit dem Rathaus von Nizza vorbereitet hatten, sowie der rechtsgerichtete Bürgermeister von Nizza, Eric Ciotti.

Am Abend des 14. Juli 2016 war nach dem Ende des Feuerwerks zum französischen Nationalfeiertag der 31-jährige Tunesier Mohamed Lahouaiej-Bouhlel mit einem Lkw durch die feiernde Menge auf der Strandpromenade von Nizza gerast. Er fuhr dabei absichtlich Zickzack, um möglichst viele Menschen in den Tod zu reißen und zu verletzen. Die Polizei erschoss den islamistischen Angreifer noch am Tatort.

Unter den Todesopfern waren auch zwei Schülerinnen und eine Lehrerin der Berliner Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule in Berlin, die zu einer Klassenfahrt nach Nizza gereist waren.

Lahouaiej-Bouhlel soll sich erst knapp zwei Wochen vor der Tat radikalisiert haben. Zwei Bekannte, die ihm bei der Vorbereitung des Anschlags geholfen hatten, wurde 2024 zu je 18 Jahren Haft verurteilt. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte den Anschlag für sich beansprucht. Eine Verbindung des Täters zu irgendeiner Organisation hatte sich jedoch nicht nachweisen lassen.

In Nizza fand am Dienstagmorgen eine Parade zum französischen Nationalfeiertag statt, zu deren Ehrengästen auch Familien von Opfern des Lkw-Anschlags gehörten. Ciotti hatte zudem die mit ihm verbündete rechtspopulistische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen eingeladen, was im Vorfeld für Unmut in der linken Opposition gesorgt hatte. Ein Teil der Gäste applaudierte Le Pen jedoch.

Später am Abend bildeten 2016 Drohnen den Wahlspruch der Nation, die Worte "liberté", "égalité" und "fraternité" (Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit), im Himmel über Nizza. Um 22.34 Uhr wurde der Nachthimmel mit 86 blauen Laserstrahlen erhellt - zu dieser Uhrzeit stand der Lastwagen nach seiner Todesfahrt vor zehn Jahren still.

In Paris war das traditionelle Feuerwerk am Eiffelturm zum französischen Nationalfeiertag um einen Tag auf Montagabend vorgezogen worden. Dies geschehe, um das landesweite Gedenken an die Opfer des Anschlags zu ermöglichen, hatte die Stadt Ende Mai erklärt.

Vor dem am Abend ausgetragenen Halbfinale der Fußball-WM zwischen Frankreich und Spanien wurde im Stadion im texanischen Arlington eine Schweigeminute für die Opfer von Nizza abgehalten. Macron bedankte sich bei der Fifa, dass sie einer entsprechenden Bitte Frankreichs nachgekommen war. "Wir werden das nie vergessen", schrieb Macron am Montag im Onlinedienst X.

Die französische Nationalmannschaft hatte sich vor ihrem Abflug zu dem Turnier mit etwa 70 Kindern getroffen, die den Anschlag miterlebt hatten. Bereits seit zehn Jahren applaudieren Anhänger des Fußballvereins von Nizza, OGC Nice, in jedem Spiel in der 86. Minute im Gedenken an die Opfer.

Die Gedenkfeierlichkeiten für die Opfer des Anschlags hatten am Sonntag mit einem Schweigemarsch begonnen, dessen Teilnehmer die Route der Todesfahrt abschritten. Am Montag war bei einem interkonfessionellen Gottesdienst der Toten gedacht worden.

H.Davies--TNT

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