The National Times - Steinmeier und Wüst fordern mehr Klimaschutz: 5. Jahrestag von Hochwasser

Steinmeier und Wüst fordern mehr Klimaschutz: 5. Jahrestag von Hochwasser


Steinmeier und Wüst fordern mehr Klimaschutz: 5. Jahrestag von Hochwasser
Steinmeier und Wüst fordern mehr Klimaschutz: 5. Jahrestag von Hochwasser / Foto: © AFP/Archiv

Zum fünften Jahrestag der Flutkatastrophe im Ahrtal und in Nordrhein-Westfalen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mehr Anstrengungen gegen den Klimawandel gefordert. Der Klimaschutz dürfe im Industrieland Deutschland nicht aus den Augen verloren werden, mahnte Steinmeier in einer Gedenkstunde im nordhrein-westfälischen Landtag. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) nannte mehr Anstrengungen für den Klimaschutz "die große Lehre auch aus der Hochwasserkatastrophe vor fünf Jahren".

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In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hatte extremer Starkregen im Juli 2021 verheerende Überschwemmungen ausgelöst. Mindestens 184 Menschen starben, mehr als 800 wurden zum Teil schwer verletzt, es entstanden Schäden in großer Milliardenhöhe. Bis heute dauert der Wiederaufbau der Flutschäden an.

Steinmeier sagte im Landtag, "die Flut von 2021 war eine Warnung, eine unmissverständliche". Der Bundespräsident sprach dabei neben ausgewählten Helferinnen und Helfern und Repräsentanten der betroffenen Regionen sowie Landtagsabgeordneten auch vor Angehörigen der Flutopfer. "Wir schulden den Menschen, die in jener Nacht alles verloren haben, den ernsthaften, konsequenten Willen, dafür zu sorgen, dass wir auf solche Katastrophen besser vorbereitet sind und dass wir das uns Mögliche tun gegen den fortschreitenden Klimawandel." Der Klimaschutz dürfe im Industrieland Deutschland nicht aus den Augen verloren werden.

Deutschland müsse sich "besser schützen – mit Warnsystemen, die jeden erreichen, mit einem Hochwasserschutz, der auf diese Verhältnisse eingestellt ist, mit Kommunen, die vorbereitet sind", sagte der Bundespräsident. Weder beim Kampf gegen die Ursachen solcher Katastrophen noch beim Bemühen, widerstandsfähiger gegen Hitze, Dürre und Extremwetter zu werden, sei Deutschland bereits "da, wo wir eigentlich sein müssten".

Auch Ministerpräsident Wüst forderte mehr Anstrengungen für den Klimaschutz. "Das ist die große Lehre auch aus der Hochwasserkatastrophe vor fünf Jahren", sagte er in der Gedenkstunde. Ein reiner Wiederaufbau reiche nicht. "Es muss besser werden als vorher."

Dabei verwies Wüst darauf, dass gerade erst die extreme Hitzewelle insbesondere kranke und alte Menschen stark belastet und Menschenleben gefordert habe. "Diese Wetterextreme sind eine Mahnung", sagte der CDU-Politiker. Deshalb dürfe im Kampf gegen den Klimawandel nicht nachgelassen werden.

Steinmeier lobte bei dem Gedenken auch die "Solidarität in ungeahntem Ausmaß" der Menschen untereinander nach der Katastrophe. Aus dem ganzen Land seien Menschen gekommen, mit Schaufeln, Eimern, Werkzeug und Kuchen und hätten angepackt, "auch als die Fernsehkameras längst wieder abgezogen waren", sagte er. "In der Stunde der Not sind wir ein starkes,solidarisches Land." Der Präsident dankte zudem den Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei und Rotem Kreuz sowie der Bundeswehr und etlichen Hilfsorganisationen.

Auch Ministerpräsident Wüst dankte den Helfern, die bis an den Rand der Erschöpfung vor fünf Jahren gearbeitet hätten. Aus allen Ecken Deutschlands hätten sich Menschen auf den Weg gemacht, die einfach helfen wollten. Die überwältigende Hilfsbereitschaft habe den Betroffenen gezeigt, dass sie nicht allein sind.

Steinmeier besuchte auch das Ahrtal in Rheinland-Pfalz und legte im besonders stark betroffenen Bad Neuenahr-Ahrweiler zusammen mit dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Gordon Schnieder (CDU) einen Kranz nieder. Vor der Kranzniederlegung besuchte Steinmeier die Eröffnung einer Fotoausstellung zur Flut im Ahrtal in Altenahr. Dort sagte er, dass Schmerz und Leid nach fünf Jahren nicht vergessen seien.

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) mahnte derweil in Berlin einen besseren Schutz vor solchen Naturereignissen an. "Die Flut hat uns auf schmerzliche Weise vor Augen geführt, wie verletzlich unsere Gesellschaft gegenüber Extremwetter ist", erklärte Schneider. Die Ursachen der Klimakrise müssten weiter entschlossen angegangen werden.

"Klimaschutz ist keine Belastung, die wir uns leisten müssen – fehlender Klimaschutz wäre die teuerste Entscheidung", warnte Schneider. "Die Kosten durch immer häufigere und heftigere Extremwetter, zerstörte Infrastruktur, wirtschaftliche Schäden und menschliches Leid wären um ein Vielfaches höher." Jede vermiedene Tonne Treibhausgase helfe, die Risiken künftiger Extremwetterereignisse zu begrenzen.

N.Johns--TNT

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