The National Times - Verletzte bei russischen Angriffen auf Kiew - Selenskyj fordert rasche Patriot-Lizenz

Verletzte bei russischen Angriffen auf Kiew - Selenskyj fordert rasche Patriot-Lizenz


Verletzte bei russischen Angriffen auf Kiew - Selenskyj fordert rasche Patriot-Lizenz
Verletzte bei russischen Angriffen auf Kiew - Selenskyj fordert rasche Patriot-Lizenz / Foto: © AFP

Russland hat seine Raketen- und Drohnenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew fortgesetzt - dabei wurden nach offiziellen Angaben am Samstag mindestens elf Menschen verletzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Armee habe "die meisten" Flugkörper abgeschossen, "aber nicht die ballistischen". Er appellierte an die USA, die zugesagte Lizenz zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrsystemen rasch zu erteilen. In den USA zeichnen sich derweil verschärfte Russland-Sanktionen ab.

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Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten am frühen Samstagmorgen zwei Serien von Explosionen. Die Sirenen des Luftalarms ertönten erst Minuten nach der ersten Detonation. Der Chef der Militärverwaltung in Kiew, Tymur Tkatschenko, rief die Menschen wegen des "Angriffs auf die Hauptstadt mit Raketen" dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Unter den elf Verletzten sei ein Kind, teilte Selenskyj im Onlinedienst X mit. Er veröffentlichte Videos, die in Trümmern und Rauch arbeitende Einsatzkräfte zeigten. Russland habe in der Nacht mehr als 120 Drohnen gestartet und zwölf Raketen abgefeuert, "die Hälfte von ihnen ballistische", erklärte der ukrainische Staatschef. Noch vor dem ersten Sirenenalarm sei "zivile Infrastruktur" getroffen worden, darunter Wohnhäuser und Bürogebäude.

Ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, Serhij Sternenko, erklärte, womöglich habe die russische Armee Raketenabwehrsysteme vom Typ S-400 für Angriffe genutzt. "Bei Bodenangriffen sind diese Raketen für Radar schwerer zu erkennen", schrieb er im Onlinedienst Telegram. "Es gibt keine militärische Logik für solche Angriffe. Es ist einfach Terrorismus um des Terrorismus willen."

Selenskyj forderte die Verbündeten erneut zu weiterer militärischer Unterstützung für die Ukraine auf. Zudem appellierte er an die US-Regierung, ihr Versprechen zügig umzusetzen, der Ukraine eine Lizenz zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrsystemen zu erteilen.

Das Patriot-System spielt eine wichtige Rolle beim Schutz ukrainischer Städte und Infrastruktur insbesondere vor ballistischen Raketen. Nato-Staaten haben der Ukraine mehrere Patriot-Systeme zur Verfügung gestellt, bislang liefern sie ihr auch die Raketen. Zuletzt gingen die ukrainischen Reserven jedoch zur Neige. Die Luftabwehr hatte daher erhebliche Probleme beim Abfangen der Raketen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch bei einem Treffen mit Selenskyj am Rande des Nato-Gipfels in der türkischen Hauptstadt Ankara bekanntgegeben, sein Land werde der Ukraine "das Recht geben, Patriots herzustellen". Selenskyj sagte am Donnerstag, es seien noch technische Details zu klären.

Vier US-Senatoren einigten sich unterdessen mit der Trump-Regierung auf verschärfte Russland-Sanktionen. Die Gesetzgebung solle bald umgesetzt werden, erklärten die republikanischen Senatoren Lindsey Graham und Roger Wicker und ihre Kollegen von der oppositionellen Demokratischen Partei, Richard Blumenthal und Jeanne Shaheen. Es gehe um "Instrumente, die einen hohen Preis von denjenigen verlangen, die russisches Öl und Gas kaufen und damit Putins Kriegsmaschinerie antreiben".

Im US-Senat wurde zuletzt ein Gesetzentwurf diskutiert, der hohe Strafzölle gegen Länder ermöglichen soll, die weiter Öl und Erdgas aus Russland importieren. Beim G7-Gipfel in Frankreich hatte sich Trump Mitte Juni zudem bereiterklärt, die US-Sanktionen gegen russische Ölexporte wieder einzusetzen. Seine Regierung hatte die Strafmaßnahmen während des Iran-Kriegs gelockert, um die massiv gestiegenen Preise zu senken.

Russland überzieht die Ukraine seit Beginn seines Angriffskriegs vor rund viereinhalb Jahren mit Raketen- und Drohnenangriffen. Zuletzt verstärkte die ukrainische Armee ihre Gegenangriffe. Am Freitag trafen ukrainische Drohnen nach russischen Angaben Ölanlagen in Südrussland; Feuer brachen aus. Die ukrainische Armee will mit Angriffen auf die russische Energie-Infrastruktur Russlands Einnahmequellen zur Finanzierung der Armee treffen.

I.Paterson--TNT

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