The National Times - Starmer-Konkurrent Burnham gewinnt Nachwahl in England - Regierungschef droht Aus

Starmer-Konkurrent Burnham gewinnt Nachwahl in England - Regierungschef droht Aus


Starmer-Konkurrent Burnham gewinnt Nachwahl in England - Regierungschef droht Aus
Starmer-Konkurrent Burnham gewinnt Nachwahl in England - Regierungschef droht Aus / Foto: © POOL/AFP

Nach dem klaren Sieg seines parteiinternen Konkurrenten Andy Burnham bei einer Nachwahl in Nordengland droht dem britischen Premierminister Keir Starmer das politische Aus. Der Labour-Regierungschef erklärte zwar am Freitagmorgen, sein Amt nicht kampflos abgeben zu wollen. Doch der unerwartet hohe Sieg Burnhams, der Starmer erklärtermaßen als Parteichef und Premierminister ablösen will, dürften den angeschlagenen Regierungschef noch mehr in Bedrängnis bringen.

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Burnham, der bisher vor allem als populärer Bürgermeister von Manchester bekannt war, hatte am Donnerstag die Nachwahl für einen Sitz im britischen Unterhaus in nordenglischen Wahlkreis Makerfield klar mit knapp 55 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Sein stärkster Rivale Robert Kenyon von der rechtspopulistischen Partei Reform UK war mit 34,5 Prozent auf dem zweiten Platz gelandet. Umfragen hatten einen viel knapperen Ausgang vorhergesagt.

Der 56-jährige Burnham hatte für den Sitz im Unterhaus kandidiert, weil dies eine Voraussetzung dafür ist, um sich um das Amt des Labour-Parteichefs bewerben zu können - und um das damit verknüpfte Amt des Regierungschefs. Sein Sieg sei "eine letzte Chance auf Veränderung" für die Labour-Partei, sagte Burnham in seiner Siegesrede. Die sozialdemokratische Labour-Partei hatte zuletzt bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Mai herbe Verluste einstecken müssen, vor allem die Rechtspopulisten von Nigel Farage profitierten von deren Schwäche.

Starmer, dem die Niederlagen auch intern von vielen angelastet wurden, will aber als Regierungschef nicht zurücktreten. Wenn es eine Abstimmung über die Führung der Labour-Partei und damit auch über das Amt des Premierministers gebe, werde er kandidieren, sagte Starmer am Freitag erneut vor Journalisten. "Ich werde nicht weichen", betonte er. Zuvor hatte Starmer Burnham im Onlinedienst X zu seinem Wahlerfolg gratuliert.

"Dies ist der Moment des Wandels", sagte Burnham in seiner Siegesrede unter dem Jubel seiner Anhänger. "Wir werden Großbritannien einen neuen Weg weisen!" Und er betonte: "Wir sind seit 40 Jahren auf einem Weg, der für die Menschen und die Städte in diesem Teil der Welt einfach nicht funktioniert hat."

Nigel Farage, Gründer der rechtspopulistischen Partei Reform UK, erkannte die Niederlage seines Kandidaten in Makerfield auf X an. Er sei "enttäuscht" über das Ergebnis, erklärte er. Die Wähler hätten mit ihrer Stimmabgabe Starmer stürzen wollen, fügte er hinzu.

Burnham, der bisher Bürgermeister der nordenglischen Metropolregion Manchester ist, dürfte Beobachtern zufolge die für eine Kampfabstimmung um den Parteivorsitz nötigen 81 Labour-Abgeordneten ohne Probleme zusammenbekommen. Es wäre bereits der dritte Versuch Burnhams, sich um den Labour-Vorsitz zu bewerben. 2010 und 2015 war Burnham damit noch gescheitert. Bei einer Kampfabstimmung dürfte Starmer Beobachtern zufolge klar den Kürzeren ziehen.

Burnham wird im Gegensatz zu Starmer dem linken Flügel der Labour-Partei zugerechnet. So hat er für den Großraum Manchester mit 2,8 Millionen Einwohnern für einen Ausbau des Nahverkehrs gesorgt. Zu den Prioritäten des Politikers, der sich selbst als Vertreter eines "wirtschaftsfreundlichen Sozialismus'" beschreibt, gehörten darüber hinaus der Wohnungsbau und die Gesundheitsversorgung.

Starmer, der im Juli 2024 ins Amt gewählt worden war, hatte zuletzt mit mehreren Affären und den Wahlniederlagen zu kämpfen. Während seine Umfragewerte abgestürzt sind, gilt Burnham als einer der beliebtesten Politiker Großbritanniens.

Burnham kann langjährige Erfahrung in der nationalen und regionalen Politik vorweisen. 2001 wurde er zum ersten Mal ins Unterhaus gewählt, in der Regierung von Tony Blair war er Staatssekretär im Innenministerium. Premier Gordon Brown ernannte ihn zum Staatssekretär im Finanzministerium, später zum Kultur- und danach zum Gesundheitsminister.

W.Phillips--TNT

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