The National Times - Papst: "Wir sind alle Migranten"

Papst: "Wir sind alle Migranten"


Papst: "Wir sind alle Migranten"
Papst: "Wir sind alle Migranten" / Foto: © AFP

Papst Leo XIV. hat das Thema Migration zum Abschluss seiner einwöchigen Spanien-Reise als gesamtgesellschaftliche Aufgabe bezeichnet. "In gewisser Weise sind wir alle Migranten", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Freitag beim Besuch eines Aufnahmezentrums für Flüchtlinge auf der spanischen Insel Teneriffa. "Wir sind alle Pilger auf dem Weg in unsere himmlische Heimat", sagte er in San Cristóbal de La Laguna.

Textgröße ändern:

"Machen wir diese Reise für alle menschlicher, indem wir auf jede uns mögliche Weise dazu beitragen", sagte der Papst am letzten Tag seiner Spanien-Reise. Er sprach vor hunderten Bewohnern der Flüchtlingseinrichtung Las Raices, einer früheren Kaserne, die in der Vergangenheit wegen Überbelegung in den Schlagzeilen gewesen war.

Die Integration von Flüchtlingen in Gesellschaften sei ein "wechselseitiger Weg", den beide Seiten gemeinsam beschreiten müssten, sagte Leo XIV.. Migranten rief er auf, die Sprache des jeweiligen Aufnahmelandes zu lernen, dessen Gesetze zu respektieren und seine Bräuche kennenzulernen, ohne dabei "ihre eigene Geschichte auszulöschen". Die aufnehmenden Gesellschaften wiederum seien in der Pflicht, anderen zu helfen.

Später wollte der Papst im Hafen von Santa Cruz de Tenerife eine Freiluftmesse halten, zu der zehntausende Menschen erwartet wurden.

Der Besuch auf den Kanarischen Inseln bildet den Abschluss der einwöchigen Spanien-Reise des Papstes. Am Donnerstag hatte Leo XIV. auf Gran Canaria der Migranten gedacht, die bei dem Versuch starben, auf dem Seeweg die zu Spanien gehörende Inselgruppe im Atlantik zu erreichen. In Arguineguín beklagte er zudem die "Gleichgültigkeit" gegenüber dem Schicksal von Migranten.

Mehr als 46.000 Menschen hatten 2024 die vor Nordwestafrika gelegene Inselgruppe erreicht, oft in überfüllten, seeuntüchtigen Booten. Im vergangenen Jahr waren es fast 18.000. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen auf dieser langen und gefährlichen Seeroute im vergangenen Jahr etwa 1200 Migranten ums Leben oder werden vermisst.

Mit dem Besuch auf den Kanaren erfüllt Leo einen lang gehegten Wunsch seines Vorgängers Franziskus, dem das Schicksal der Migranten ebenfalls am Herzen lag. Er fällt in eine Zeit, in der viele Länder ihre Migrationspolitik verschärfen, wobei Spanien eine Ausnahme bildet. Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte kürzlich ein Legalisierungsprogramm beschlossen, welches hunderttausenden Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis einen legalen Verbleib in Spanien ermöglichen soll.

Der Papst hatte zum Auftakt seiner einwöchigen Spanien-Reise am Sonntag mit 1,5 Millionen Menschen eine Freiluftmesse in der spanischen Hauptstadt Madrid gefeiert. Als erster Papst hielt er am Montag eine Rede vor dem spanischen Parlament, in der er zu "sicheren und legalen Wegen" für Migration aufrief. Migranten verdienten einen "respektvollen Empfang und echte Integrationschancen".

Am Mittwoch feierte das Oberhaupt der Katholiken dann eine Messe in der Basilika Sagrada Família in Barcelona und weihte den 172,5 Meter hohen Jesus-Christus-Turm. Von Teneriffa aus will der Papst nach Rom zurückfliegen.

H.Davies--TNT

Empfohlen

Russland-Geschäft von Nestlé und Auchan unter russische Verwaltung gestellt

Die Russland-Geschäfte des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé und der französischen Einzelhandelskette Auchan sind unter russische Verwaltung gestellt worden. Laut einem am Donnerstag veröffentlichten Dekret von Kreml-Chef Wladimir Putin wurden die Anteile an eine russische Gesellschaft namens L.E.V. Management übertragen. Betroffen ist demnach auch die Bauhauskette Leroy Merlin, die 2024 in Russland in Lemana Pro umbenannt worden war. Im Fall Nestlé betrifft das Dekret unter anderem die Vermögenswerte der Nestlé Deutschland AG in Russland.

Vor Abgeordnetenhauswahl in Berlin: Linke in Umfrage knapp vor CDU

Drei Tage vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin sieht eine Umfrage für das ZDF die oppositionelle Linkspartei knapp vor der regierenden CDU. Der am Donnerstag in Mainz veröffentlichten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen zufolge kommt die Linke von Spitzenkandidatin Elif Eralp auf 22 Prozent und verliert damit gegenüber der Vorwoche einen Prozentpunkt. Auch die Christdemokraten von Spitzenkandidat Stefan Evers büßen einen Punkt ein und erreichen 20 Prozent.

Wahllokale im Fernen Osten geöffnet: Parlamentswahl in Russland hat begonnen

Im Fernen Osten Russlands hat am Freitag (ab 08.00 Ortszeit; Donnerstagabend 22.00 Uhr MESZ) die erste Parlamentswahl seit Beginn der großangelegten Offensive in der Ukraine vor mehr als viereinhalb Jahren begonnen. Die ersten Wahllokale öffneten auf der Halbinsel Kamtschatka und in Tschukotka, wie die russischen Nachrichtenagenturen RIA Nowosti und Tass berichteten.

Vor Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: SPD schiebt sich in Umfrage vor AfD

Drei Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in einer Umfrage für das ZDF die lange Zeit führende AfD überholt. Der am Donnerstag in Mainz veröffentlichten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen zufolge kommen die Sozialdemokraten auf 37 Prozent und damit auf drei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Die AfD von Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm erreicht bei einem Minus von einem Punkt 36 Prozent.

Textgröße ändern: