The National Times - Trotz von Trump verkündeter Einigung: Israel und Hisbollah setzen Angriffe fort

Trotz von Trump verkündeter Einigung: Israel und Hisbollah setzen Angriffe fort


Trotz von Trump verkündeter Einigung: Israel und Hisbollah setzen Angriffe fort
Trotz von Trump verkündeter Einigung: Israel und Hisbollah setzen Angriffe fort / Foto: © AFP

Trotz einer von US-Präsident Donald Trump verkündeten Einigung auf eine Kampfpause zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon haben beide Konfliktparteien ihre Angriffe fortgesetzt. Bei israelischen Angriffen wurden nach libanesischen Angaben vom Dienstag neun Menschen im Süden des Landes getötet. Auch die pro-iranische Hisbollah startete neue Angriffe gegen Israel. Angesichts der Libanon-Strategie des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu kam es einem Bericht zufolge zu einem Eklat zwischen Trump und Netanjahu.

Textgröße ändern:

Bei einem israelischen Angriff auf ein Wohnhaus im Dorf Marwanijeh im Südlibanon wurden nach Angaben des Zivilschutzes am Montagabend sechs Menschen getötet. Die israelische Armee hatte die Bewohner in Marwanijeh zuvor vor bevorstehenden Angriffen gewarnt und zur Evakuierung aufgerufen. In einer Ortschaft nahe der Grenze zu Israel wurden nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur am Montag außerdem ein Vater und seine beiden erwachsenen Kinder getötet.

Am Dienstag gab die israelische Armee zudem eine Evakuierungsaufforderung für die südlibanesische Stadt Nabatijeh heraus. Die israelische Armee sei "angesichts der Verletzung des Waffenruheabkommens" durch die Hisbollah dazu gezwungen, "mit Gewalt gegen sie vorzugehen", erklärte Armeesprecher Avichay Adraee.

Die israelische Armee hatte in der Nacht zum Dienstag nach eigenen Angaben zwei aus dem Libanon abgefeuerte Geschosse abgefangen. Die Hisbollah teilte ihrerseits mit, sie habe einen israelischen Panzer im Süden des Libanon mit einer Rakete beschossen.

Trump hatte am Montag erklärt, er habe Netanjahu und die Hisbollah zu einer Deeskalation bewegt. Es würden "keine (israelischen) Truppen nach Beirut entsandt, und alle Truppen, die bereits unterwegs sind, wurden bereits zurückbeordert", schrieb Trump nach einem Telefonat mit Netanjahu.

"Zudem hatte ich über hochrangige Vertreter ein sehr gutes Gespräch mit der Hisbollah", erklärte der US-Präsident. "Sie haben zugestimmt, dass alle Schusswechsel eingestellt werden - dass Israel sie nicht angreifen wird und sie Israel nicht angreifen werden".

Die libanesische Botschaft in den USA erklärte, Beirut habe "die Bestätigung erhalten, dass die Hisbollah den US-Vorschlag für eine beidseitige Einstellung der Angriffe akzeptiert hat". Eine offizielle Stellungnahme der Hisbollah-Miliz lag zunächst nicht vor.

Netanjahu drohte ungeachtet der Ankündigung Trumps mit weiteren Angriffen auf die libanesische Hauptstadt Beirut, falls die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel fortführen sollte. "Ich habe heute Abend mit Präsident Trump gesprochen und ihm gesagt, dass Israel terroristische Ziele in Beirut angreifen wird, sollte die Hisbollah ihre Angriffe auf unsere Städte und unsere Bürger nicht einstellen", erklärte Netanjahu. Zudem werde die israelische Armee "ihre Einsätze im Südlibanon wie geplant fortsetzen".

Laut einem Bericht des US-Nachrichtenportals "Axios" warf Trump dem israelischen Regierungschef in dem Telefonat vor, mit seinem Vorgehen im Libanon die Verhandlungen über eine Beendigung des Iran-Kriegs zu gefährden. Der US-Präsident habe Netanjahu als "völlig verrückt" beschimpft.

Der israelische Verteidigungsministers Israel Katz bekräftigte am Dienstag jedoch, dass Israel die Rückendeckung der USA für mögliche Angriffe auf eine Hisbollah-Hochburg im südlichen Beiruter Vorort Dahijeh erhalten habe. "Entweder hört der Beschuss israelischer Ortschaften auf, oder - falls der Beschuss weitergeht - werden wir in Dahijeh zuschlagen", sagte Katz nach Angaben seines Ministeriums.

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim hatte am Montag berichtet, Teheran habe angesichts der "anhaltenden Verbrechen" Israels im Libanon die Verhandlungen über ein Ende des Iran-Krieges ausgesetzt.

Trump widersprach den Angaben aus dem Iran. "Die Gespräche mit der Islamischen Republik Iran gehen in raschem Tempo weiter", betonte er in seinem Onlinedienst Truth Social.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Die von Teheran finanzierte und militärisch wie politisch aus dem Iran unterstützte Hisbollah-Miliz begann mit Angriffen auf israelische Stellungen, Israel attackierte Ziele im Libanon aus der Luft und rückte zudem mit Bodentruppen im Süden des Landes vor. Nach Angaben aus Beirut wurden seit Beginn der israelischen Angriffe mehr als 3400 Menschen im Libanon getötet und über eine Million Menschen vertrieben.

Zwischen Israel und der libanesischen Regierung in Beirut gilt seit Mitte April offiziell eine Waffenruhe, die von der Hisbollah allerdings nicht anerkannt wurde. Mittlerweile ist die israelische Armee weiter in den Süden des Libanon vorgedrungen als zu irgendeinem Zeitpunkt seit dem Ende ihrer Besetzung des Gebiets im Jahr 2000.

Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot rief Israel am Dienstag zum Rückzug auf. "Nichts kann die Fortsetzung der Militäreinsätze und die anhaltende israelische Besatzung tief im libanesischen Hoheitsgebiet rechtfertigen", sagte Barrot dem Sender France TV.

Im Bemühen um eine Friedenslösung wollen Vertreter aus Israel und dem Libanon am Dienstag erneut in Washington zusammenkommen. Bei der letzten Gesprächsrunde Mitte Mai hatten sich beide Seiten auf eine Verlängerung der Waffenruhe um 45 Tage verständigt.

P.Sinclair--TNT

Empfohlen

Bundeswehr liegt bei Personalaufwuchs im Plan

Die Bundeswehr liegt beim geplanten personellen Aufwuchs im Plan. Zum Stichtag 31. August 2026 dienten rund 186.400 aktive Soldatinnen und Soldaten bei der Truppe, wie das Bundesverteidigungsministerium am Freitag in Berlin mitteilte. Damit liege die personelle Stärke des militärischen Personals um rund 4000 Soldatinnen und Soldaten über dem Vorjahresstichtag und weiterhin im gesetzlich festgelegten Zielkorridor für den personellen Aufwuchs für das Jahr 2026 (186.000 - 190.000).

Spritpreise: Klingbeil nicht grundsätzlich gegen Senkung der Mehrwertsteuer

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Treibstoffe nicht ausgeschlossen. "Sie finden von mir keinen Beleg, dass ich gegen eine Senkung bin", sagte Klingbeil am Freitag vor dem EU-Finanzministerteffen in Dublin. "Im Gegenteil, wir suchen jetzt gerade nach Lösungen", fügte er hinzu. "Ich will jetzt ein klares, schnelles Signal an den Zapfsäulen. Daran arbeiten wir."

Klingbeil will engere Partnerschaft mit Kanada "zügig angehen"

Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) hat den Vorschlag einer "assoziierten" EU-Mitgliedschaft für Kanada begrüßt. "Das hat meine volle Unterstützung", sagte Klingbeil vor einem Treffen der Finanzminister der Eurogruppe am Freitag im irischen Dublin. "Wir sollten das Thema der engen Partnerschaft jetzt zügig angehen", forderte er.

Hohe Spritpreise dominieren Debatten vor Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

Die hohen Sprit- und Energiepreise haben die letzten Debatten vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern dominiert. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) forderte am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin" von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die rasche Einführung eines Spritpreisdeckels, während AfD und BSW auf eine Belieferung mit Gas aus Russland dringen. Die gestiegenen Kosten sind ein zentrales Thema der Menschen vor dem Wahltag am Sonntag.

Textgröße ändern: