The National Times - Kambodschas Staatschef begnadigt inhaftierten Oppositionsführer

Kambodschas Staatschef begnadigt inhaftierten Oppositionsführer


Kambodschas Staatschef begnadigt inhaftierten Oppositionsführer
Kambodschas Staatschef begnadigt inhaftierten Oppositionsführer / Foto: © AFP

Der amtierende kambodschanische Staatschef Hun Sen hat den wegen Hochverrats inhaftierten Oppositionsführer Kem Sokha begnadigt. Das gab Hun Sen am Montag in Onlinenetzwerken bekannt, wo er auch den von ihm unterzeichneten Erlass veröffentlichte. Kem Sokha war 2023 in einem laut Menschenrechtsaktivisten politisch motivierten Prozess zu 27 Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er bereits 2017 festgenommen worden war. Er hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Textgröße ändern:

Sein Anwalt sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einem "positiven Schritt". Die Begnadigung befreie Kem Sokha jedoch nur von der Haftstrafe, die er in Form eines Hausarrests verbüßte. Seine politischen Rechte, darunter die Ausübung eines Amtes und das Wahlrecht, seien dauerhaft entzogen worden, sagte der Anwalt.

Die Begnadigung hebt dem Erlass zufolge nicht eine zusätzliche Strafe gegen Kem Sokha auf, die von einem Berufungsgericht verhängt worden war und in einem fünfjährigen Verbot der Ausreise aus dem südostasiatischen Land besteht.

Kem Sokha erklärte am Montag, er werde gegen diese Entscheidung nicht vor dem Obersten Gerichtshof Berufung einlegen. Er sei allerdings "nicht zufrieden".

Hun Sen hatte Kambodscha fast vier Jahrzehnte lang als Ministerpräsident regiert. Er trat 2023 als Regierungschef zurück und übergab die Macht seinem ältesten Sohn, dem derzeitigen Ministerpräsidenten Hun Manet. Als Präsident des Senats ist Hun Sen vorübergehend Staatsoberhaupt, während König Norodom Sihamoni im Ausland wegen einer Krebserkrankung behandelt wird.

A.Wood--TNT

Empfohlen

Russland erklärt Regisseur Swjaginzew zum "ausländischen Agenten"

Der im Exil lebende russische Regisseur Andrei Swjaginzew ist von den Behörden seines Landes zum "ausländischen Agenten" erklärt worden. Das russische Justizministerium teilte am Freitag auf seiner Website mit, der 62-Jährige habe "Falschinformationen über Entscheidungen der Behörden der Russischen Föderation und die von ihnen verfolgte Politik" verbreitet und werde von "ausländischen Agenten" beeinflusst.

Neue Proteste im Kosovo nach Kriegsverbrecher-Urteil gegen Ex-Präsident Thaci

Im Kosovo haben erneut tausende Menschen gegen die Verurteilung des früheren Präsidenten Hashim Thaci wegen Kriegsverbrechen protestiert. Angeführt von Veteranen von Thacis Kosovo-Befreiungsarmee UCK versammelten sich die Demonstranten am Freitag auf einem zentralen Platz der Hauptstadt Pristina. Viele Protestteilnehmer trugen Militärkleidung und schwenkten die Fahne der UCK. "Wir fordern, dass das Gericht diese Entscheidung aufhebt", rief UCK-Veteran Nasim Haradinaj.

Schwedische Wahlsiegerin Andersson mit Regierungsbildung beauftragt

Nach dem hauchdünnen Sieg des Mitte-links-Lagers bei der Parlamentswahl in Schweden ist die sozialdemokratische Spitzenkandidatin Magdalena Andersson mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Im Anschluss an Gespräche mit den Vorsitzenden aller im Parlament vertretenen Parteien habe er beschlossen, Andersson den Auftrag zu erteilen, sagte Parlamentspräsident Andreas Norlen am Freitag. Ihm zufolge muss Andersson am 28. September Bericht zu ihren Bemühungen erstatten - an diesem Tag tritt das neue Parlament erstmals zusammen.

Dreitägige Parlamentswahl in Russland begonnen - Sieg der Putin-Partei gilt als sicher

In Russland hat die erste Parlamentswahl seit Beginn des Ukraine-Kriegs begonnen. Am Freitagmorgen (Ortszeit) öffneten im äußersten Osten des Landes die ersten Wahllokale. Bei der dreitägigen Abstimmung gilt ein Sieg der Partei Geeintes Russland von Präsident Wladimir Putin als sicher. Dennoch wird die Wahl vor allem mit Blick auf den Ukraine-Krieg als Stimmungstest für Putin gesehen. Die EU kritisierte eine "systematische Unterdrückung" der demokratischen Opposition bei der Wahl.

Textgröße ändern: