The National Times - Sipri-Bericht: Personal in Friedenseinsätzen auf niedrigstem Stand seit 25 Jahren

Sipri-Bericht: Personal in Friedenseinsätzen auf niedrigstem Stand seit 25 Jahren


Sipri-Bericht: Personal in Friedenseinsätzen auf niedrigstem Stand seit 25 Jahren
Sipri-Bericht: Personal in Friedenseinsätzen auf niedrigstem Stand seit 25 Jahren / Foto: © AFP/Archiv

Im vergangenen Jahr waren weltweit so wenige Soldaten in internationalen Friedenseinsätzen eingesetzt wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Wie aus einem am Montag vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri veröffentlichten Bericht hervorgeht, waren zum Jahresende insgesamt 78.633 Angehörige internationaler Einheiten in solchen Einsätzen stationiert - 17 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, 49 Prozent weniger als noch 2016 und somit auf dem tiefsten Stand seit dem Jahr 2000.

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Insgesamt waren im Jahr 2025 laut Sipri 58 multilaterale Friedenseinsätze in 34 Ländern und Gebieten aktiv, drei weniger als 2024. Damit sank die Zahl der Missionen erstmals seit 2016 wieder unter 60. Sipri führt den Rückgang auf geopolitische Spannungen, politischen Druck und Finanzierungsprobleme zurück. Besonders stark fielen die Personalkürzungen dem Institut zufolge in afrikanischen Staaten südlich der Sahara aus.

Vor allem die Finanzierung der Friedenseinsätze der Vereinten Nationen stand dem Bericht zufolge unter Druck. Im Juli 2025 habe bei den UN-Friedenseinsätzen eine Lücke von zwei Milliarden Dollar bestanden, schreibt Sipri. Dies entspreche mehr als 35 Prozent des Gesamtbudgets von 5,6 Milliarden Dollar für den Haushaltszyklus 2024/25. Mehrere Missionen hätten deshalb ihr Personal deutlich reduzieren müssen.

"Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, könnten wir eine dramatische Schwächung der multilateralen Konfliktbewältigung und eine nahezu vollständige Marginalisierung von Institutionen wie den Vereinten Nationen erleben", erklärte Sipri-Experte Jaïr van der Lijn. Dies könne zu mehr Konflikten und schwereren Folgen für Zivilisten führen.

Regionale Organisationen wie die Afrikanische Union (AU) oder die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) können die schrumpfende Rolle der UNO laut Sipri kaum ausgleichen. Auch sie litten unter Geldmangel und stockenden Entscheidungsverfahren.

Trotz der Finanzierungslücken sieht Sipri weiter breite grundsätzliche Unterstützung für Friedenseinsätze. Das Institut verweist in diesem Zusammenhang auf die Peacekeeping-Ministerkonferenz im Mai 2025 in Berlin mit mehr als 130 UN-Mitgliedstaaten - und auf Pläne zu einem multinationalen Friedenseinsatz im Gazastreifen.

Im Verlauf des Jahres 2025 wurden zwei neue Friedenseinsätze eingerichtet, die jeweils bestehende Missionen ersetzten: die AU-Unterstützungs- und Stabilisierungsmission in Somalia und die UN-Eingreiftruppe Gang Suppression Force in Haiti. Vier Einsätze wurden 2025 beendet: in der Demokratischen Republik Kongo, in Haiti, im Irak und in der völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörenden Konfliktregion Berg-Karabach.

T.Bailey--TNT

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