The National Times - Polen leiht sich fast 44 Milliarden Euro von der EU für die Verteidigung

Polen leiht sich fast 44 Milliarden Euro von der EU für die Verteidigung


Polen leiht sich fast 44 Milliarden Euro von der EU für die Verteidigung
Polen leiht sich fast 44 Milliarden Euro von der EU für die Verteidigung / Foto: © AFP

Polen leiht sich als erstes Mitgliedsland Geld aus einem EU-Topf zur Modernisierung seiner Armee. Am Freitag unterzeichneten der polnische Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz und Finanzminister Andrzej Domanski ein entsprechendes Abkommen im Umfang von fast 44 Milliarden Euro. "Das ist ein Wendepunkt in der Geschichte Polens und der EU", sagte Ministerpräsident Donald Tusk bei der Zeremonie in der Hauptstadt Warschau.

Textgröße ändern:

Der Kredit werde Polen "sicherer machen", fügte Tusk hinzu. Heute zeige die EU, dass sie "ihre Lektion aus der Geschichte gelernt hat und bereit ist, mehr Verantwortung für unsere Sicherheit zu übernehmen". Für Brüssel unterzeichneten Haushaltskommissar Piotr Serafin und Verteidigungskommissar Andrius Kubilius das Abkommen.

Die EU-Kommission stellt im Rahmen des Programms "Security Action For Europe" (Safe) rund 150 Milliarden Euro in Form von vergünstigten Krediten zur Finanzierung gemeinsamer Projekte zur Verfügung. Die Gelder können für den Kauf von Waffen oder Munition sowie für den Aufbau der Verteidigungs-Infrastruktur und von Grenzschutzanlagen eingesetzt werden.

Die Unterzeichnung des Abkommens setzt einer monatelangen Debatte in Polen ein Ende. Zunächst hatte Ende Februar das polnische Parlament für die Aufnahme des Kredits votiert. Im März legte dann der nationalkonservative Präsident Karol Nawrocki sein Veto gegen das entsprechende Gesetz ein. Nun will Tusks Regierung die Kreditaufnahme über einen bereits bestehenden Mechanismus im Verteidigungsministerium abwickeln.

Nawrocki argumentiert, das Abkommen würde Polen von der EU und Deutschland abhängig machen. Außerdem würde es die USA verärgern, weil europäische Waffenkäufe in dem Kreditabkommen Vorrang eingeräumt würde.

Als größtes Land an der Nato-Ostflanke und Nachbar von Russland, Belarus und der Ukraine treibt Polen seit einigen Jahren die Modernisierung seiner Streitkräfte voran. In diesem Jahr übersteigt das polnische Verteidigungsbudget 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und zählt damit zu den höchsten innerhalb der Nato.

S.Lee--TNT

Empfohlen

Trump setzt neue US-Sanktionen gegen Russland in Kraft

US-Präsident Donald Trump hat das neue Sanktionspaket der USA gegen Russland in Kraft gesetzt. Er unterzeichnete am Freitag das nach langen Verhandlungen vom US-Kongress beschlossene Gesetz.

Angriff auf Polizeiwache in Pakistan: Zahl der Todesopfer auf 31 gestiegen

Die Zahl der Todesopfer bei einer Explosion und einem Angriff mit Schusswaffen auf eine Polizeiwache im Norden Pakistans ist nach Angaben eines ranghohen Polizeibeamten auf mindestens 31 gestiegen. "Mindestens 31 Menschen, darunter 16 Polizeikräfte, sind bei dem Angriff und Selbstmordanschlag getötet worden", sagte der Beamte am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Die pakistanischen Gesundheitsbehörden meldeten zudem mehr als hundert Verletzte, von denen mehrere sich in kritischem Zustand befänden.

Bund der Steuerzahler fordert neuen Straftatbestand "Haushaltsuntreue"

Vor dem Beginn der Hauptverhandlung gegen Ex-Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage hat der Bund der Steuerzahler einen neuen Straftatbestand gefordert. "Bei der Haftung von Bundesministern bestehen Regelungslücken, sowohl im Strafrecht als auch im Zivilrecht", sagte der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Samstagsausgaben).

Trump: Sohn hat russischem Geschäftsmann Geld für Hochzeitsfeier zurückgezahlt

US-Präsident Donald Trumps ältester Sohn hat einem russischen Geschäftsmann mit Verbindungen zum Kreml das Geld zurückgezahlt, das dieser für die Feierlichkeiten nach der Hochzeit des Präsidentensohnes ausgegeben hatte. Die Vorgänge seien zwar "völlig erlaubt" gewesen, "aber soweit ich weiß, hat er es ihm zurückgezahlt", sagte Trump mit Blick auf seinen Sohn am Freitag vor Journalisten im Oval Office.

Textgröße ändern: