The National Times - Bundesrat billigt Erleichterungen für "Überkreuz-Spenden" von Nieren

Bundesrat billigt Erleichterungen für "Überkreuz-Spenden" von Nieren


Bundesrat billigt Erleichterungen für "Überkreuz-Spenden" von Nieren
Bundesrat billigt Erleichterungen für "Überkreuz-Spenden" von Nieren / Foto: © AFP/Archiv

Nierenspenden durch lebende Personen sollen künftig leichter möglich sein. Nach dem Bundestag billigte am Freitag auch der Bundesrat eine Gesetzesänderung, wonach Lebendspenden von Nieren hierzulande künftig auch zwischen zwei unterschiedlichen Paaren "überkreuz" im Regelfall zugelassen werden. Dies soll den Kreis möglicher Organspenderinnen und -spender erheblich vergrößern.

Textgröße ändern:

Bislang dürfen Paare, bei denen ein Partner dem anderen eine Niere spenden will, dies aber aus Gründen der Inkompatibilität nicht möglich ist, nur dann mit einem anderen Paar "überkreuz" spenden, wenn ein Näheverhältnis zwischen den Paaren existiert, also diese zum Beispiel verwandt sind. Dieses "Näheverhältnis" soll künftig wegfallen. Ebenfalls ermöglicht werden anonyme Nierenspenden an eine dem Spender oder der Spenderin nicht bekannte Person.

Organisiert werden soll die Spende laut dem neuen Gesetz jeweils von den Transplantationszentren. Vorgesehen ist auch der Aufbau eines "nationalen Programms für die Überkreuzlebendnierenspende". Neu eingeführt wird außerdem eine verpflichtende unabhängige psychosoziale Beratung und Evaluation der Spender vor einer Spende. Wenn ein Lebendnierenspender später selbst erkrankt und eine Nierentransplantation benötigt, soll dies bei der Vermittlung von postmortal gespendeten Nieren berücksichtigt werden.

Begründet wird die Neuregelung damit, dass seit langer Zeit die Zahl der Spendernieren nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken. Die Folge sind lange Wartezeiten auf postmortale Nierenspenden von bis zu acht Jahren, verbunden mit erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität.

Ende 2024 warteten rund 6400 als transplantabel eingestufte Menschen auf eine neue Niere. Gleichzeitig wurden im selben Jahr nur etwa 2000 Nieren transplantiert.

Die Ampel-Koalition hatte deshalb bereits Mitte 2024 einen Gesetzentwurf für eine Neuregelung auf den Weg gebracht. Dieser erreichte aber nicht mehr den Bundestag, auch weil im November vergangenen Jahres die Koalition zerbrach.

Das Ende März vom Bundestag beschlossene neue Gesetz erweitert auch weitere Organ- und Gewebespenden in bestimmten Fällen. Diese sollen dann gespendet werden können, wenn sie bei Behandlungen von nicht einwilligungsfähigen Personen als sogenannte Operationsreste anfallen. Männlichen Kindern und Jugendlichen soll eine Konservierung von Spermien vor einer anstehenden Krebsbehandlung, wie einer Chemotherapie oder Bestrahlung, ermöglicht werden.

S.O'brien--TNT

Empfohlen

Staatsmedien: Nordkorea will neuartige Panzerhaubitzen an der Grenze zum Süden stationieren

Nordkorea will im Zuge eines zunehmend feindlichen Kurses gegenüber Südkorea Panzerhaubitzen an der Grenze stationieren, die eine Reichweite bis zur südkoreanischen Hauptstadt Seoul hätten. Die "neuartigen 155-Millimeter-Panzerhaubitzen" sollten im Laufe dieses Jahres an der Grenze stationiert werden, meldete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Freitag.

Großer Waldbrand in Tschernobyl-Sperrzone nach Drohnenabsturz

In der Sperrzone um das einstige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist nach einem Drohnenabsturz ein großer Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer wütete am Freitag auf einer Fläche von rund 1100 Hektar, wie die örtlichen Behörden erklärten. Der Wind erschwere die Löscharbeiten. Die radioaktiven Strahlungswerte lägen "innerhalb der normalen Grenzen". Der staatliche Rettungsdienst veröffentlichte ein Bild, das eine große weiße Rauchsäule zeigt.

"Fiasko für Merz": Grüne sehen Kanzler nach Prämien-Stopp geschwächt

Die Grünen sehen die Stellung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach dem Stopp der geplanten 1000-Euro-Entlastungsprämie im Bundesrat geschwächt. "Wenn die eigenen CDU-Ministerpräsidenten die Krisenpolitik des Kanzlers stoppen, dann ist das ein Fiasko für Friedrich Merz persönlich", sagte Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge am Freitag in Berlin. "Diese Koalition muss zurück in die Montagehalle. Da fällt gerade alles auseinander, was auseinanderfallen kann."

Kommunalwahl in England: Labour-Partei von Premier Starmer erleidet schwere Verluste

Massiver Druck auf den britischen Premierminister Keir Starmer: Seine regierende Labour-Partei hat bei der als Stimmungstest geltenden Kommunalwahl in England ersten Ergebnissen zufolge schwere Verluste erlitten. Die Rechtsaußen-Partei Reform UK von Nigel Farage konnte hingegen deutliche Gewinne verbuchen. Die Ergebnisse dürften die Rücktrittsforderungen gegen Starmer befeuern, der aber als Regierungschef weitermachen will.

Textgröße ändern: