The National Times - SPD-Wirtschaftspolitiker Westphal kritisiert Gasumlage

SPD-Wirtschaftspolitiker Westphal kritisiert Gasumlage


SPD-Wirtschaftspolitiker Westphal kritisiert Gasumlage
SPD-Wirtschaftspolitiker Westphal kritisiert Gasumlage / Foto: © AFP/Archiv

Im koalitionsinternen Streit um weitere Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger kommt aus der SPD deutliche Kritik an der Erhebung der Gasumlage. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Bernd Westphal, sagte der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstagsausgabe), es wäre "wesentlich gerechter, die Gasumlage aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren, statt komplizierte Entlastungsmechanismen zu organisieren". Die Gasumlage ist zwar von der Regierung beschlossen, kann aber durch den Bundestag wieder gekippt werden.

Textgröße ändern:

Westphal regte an, nicht nur die Gaskunden in den Blick zu nehmen. Er verwies darauf, dass diejenigen, die mit Öl oder Wärmepumpe heizen, "nicht an der solidarischen Finanzierung der nationalen Krise beteiligt" seien.

Der SPD-Politiker plädierte zugleich für eine Übergewinnsteuer. "Bei den Energiekonzernen müssen wir uns einen Teil der Sondergewinne zurückholen", sagte er. "Das versteht doch keiner, dass die Unternehmen in dieser Lage Rekordgewinne machen." Mit Blick auf Christian Lindner (FDP) fügte Westphal hinzu: "Der Finanzminister muss gelenkiger werden."

Die Lage sei "dramatisch", mahnte der SPD-Politiker. "Wir brauchen bei den Energiekosten eine zusätzliche Entlastung bis weit in die gesellschaftliche Mitte hinein." Westphal forderte außerdem die Senkung der Stromsteuer "auf ein europäisches Mindestmaß" sowie die Einführung eines Industriestrompreises wie in Frankreich. Er plädierte zudem für die Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom und Gas sowie die Aussetzung der nächsten Stufe der CO2-Abgabe.

Der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Andreas Audretsch äußerte sich ähnlich. "Wir müssen die Entlastung auf die Leute mit wenig Geld und die Mittelschicht konzentrieren", sagte er der Zeitung. "Die mit den sehr hohen Einkommen brauchen keine Entlastung. Darum ist die Abschaffung der kalten Progression das falsche Instrument."

Auch Audretsch will "eine Übergewinnsteuer einführen". Es dürfe nicht sein, "dass einige Energiekonzerne völlig leistungslos Krisengewinne in Milliardenhöhe machen". Die Übergewinnsteuer sei "eine Frage der Gerechtigkeit", sagte Audretsch.

P.Barry--TNT

Empfohlen

CDU bringt sich nach Sondierungsunterbrechung in Berlin in Stellung

Einen Tag nach der Unterbrechung der rot-grün-roten Sondierungen in Berlin hat sich die CDU für eine mögliche unionsgeführte Koalition in Stellung gebracht. "Ich mache deutlich, unsere Hand ist ausgestreckt, unsere Tür steht offen", sagte CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers am Mittwoch im Sender Welt TV. Indes zeigte sich die Berliner Grünen-Chefin Nina Stahr weiter grundsätzlich bereit, die Sondierungsgespräche mit Linker und SPD fortzuführen. Die Linke betonte wiederum, ihre Tür stehe offen.

Zwölf US-Senatoren: Trumps Diesel-Deal mit Putin ist "Verrat" an den Ukrainern

Zwölf US-Senatoren haben US-Präsident Donald Trump wegen seines Abkommens mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin zur Lieferung russischen Diesel-Treibstoffs "Verrat" am ukrainischen Volk vorgeworfen. Je sechs Parlamentarier der Republikaner und der oppositionellen Demokraten verlangten von Trump, die Vereinbarung rückgängig zu machen. Sie werde "auch nicht den Amerikanern zugute kommen", hieß es in dem gemeinsamen Brief, der von dem Demokraten Richard Blumenthal initiiert wurde.

Verstöße gegen Geldwäschegesetze: Bank of America muss Milliardenstrafe zahlen

Das US-Finanzministerium hat der Bank of America eine Milliardenstrafe aufgebrummt. Grund seien "Verstöße gegen Geldwäschebekämpfungs- und Sanktionsgesetze", erklärte das Ministerium am Dienstag zur Begründung. Die zweitgrößte Bank des Landes habe es versäumt, "verdächtige Transaktionen" im Wert von mehr als fünf Milliarden Dollar ordnungsgemäß zu melden. Einige der Transaktionen hätten auf "chinesische Geldwäschernetzwerke" sowie illegale Finanzgeschäfte im Bereich der südwestlichen US-Grenze hingedeutet.

Urteil gegen Ex-Bundestagsabgeordneten wegen Kindesmissbrauchs rechtskräftig

Mehr als ein halbes Jahr nach Prozessende ist das Urteil gegen einen früheren Bundestagsabgeordneten wegen sexuellen Kindesmissbrauchs rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof (BGH) verwarf die Revision als unbegründet, wie das Landgericht Braunschweig am Mittwoch mitteilte. Das Gericht hatte den Mann im März zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Berichten zufolge handelt es sich dabei um den ehemaligen FDP-Abgeordneten Hartmut Ebbing.

Textgröße ändern: