The National Times - Prozess gegen frühere RAF-Terroristin Klette: Staatsanwaltschaft von Schuld überzeugt

Prozess gegen frühere RAF-Terroristin Klette: Staatsanwaltschaft von Schuld überzeugt


Prozess gegen frühere RAF-Terroristin Klette: Staatsanwaltschaft von Schuld überzeugt
Prozess gegen frühere RAF-Terroristin Klette: Staatsanwaltschaft von Schuld überzeugt / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Im Raubprozess gegen die mutmaßliche ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag vor dem Landgericht Verden ihr Plädoyer begonnen und sich von der Schuld der Angeklagten überzeugt gezeigt. In der Gesamtschau bestünden "keine vernünftigen Zweifel" an der Täterschaft Klettes, sagte die Erste Staatsanwältin Annette Marquardt. Sie setzt ihr Plädoyer am Mittwoch fort, zu ihrer Strafmaßforderung kam sie noch nicht.

Textgröße ändern:

Angesichts einer Vielzahl von Indizien und Spuren stehe aus ihrer Sicht fest, dass Klette gemeinsam mit den noch flüchtigen früheren RAF-Mitgliedern Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub in den Jahren 1999 bis 2016 zahlreiche hochprofessionelle Überfälle unter anderem Geldtransporte und Kassenbüros von Supermärkten verübt habe, sagte die Vertreterin der Anklage. Diese seien von einer "erheblichen kriminellem Energie" gekennzeichnet gewesen, die psychischen Folgen für die Opfer seien "verheerend".

Klette muss sich seit etwas mehr als einem Jahr vor dem Landgericht Verden wegen der mutmaßlichen Beteiligung an der Serie bewaffneter Raubüberfälle verantworten. Die gemeinsam mit Garweg und Staub mutmaßlich begangenen Taten ereignete sich nach der Auflösung der linksextremistischen RAF in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Laut Anklage dienten sie der Geldbeschaffung für das Leben des untergetauchten Trios in der Illegalität. Klette wurde im Februar 2024 in Berlin gefasst worden, wo sie jahrelang unter falschem Namen gelebt hatte. In ihrer Wohnung fanden sich unter anderem Waffen und andere bei den Taten verwendete Gegenstände, sehr ausführliche Aufzeichnungen sowie mehr als 240.000 Euro in bar. Dies sind wichtige Beweismittel. In Fluchtautos wurde laut Anklage auch Klettes DNA nachgewiesen.

Da bei einem Überfall im Jahr 2015 mit einem Sturmgewehr mit gehärteter Spezialmunition auf die Fahrerkabine eines Geldtransporters geschossen wurde, wirft die Anklage Klette auch mittäterschaftlichen versuchten Mord vor, obwohl sie nicht schoss. Kugeln schlugen durch, verletzt wurde aber niemand. Daneben geht es unter anderem um den Vorwurf des schweren bewaffneten Bandendiebstahls.

Um Vorwürfe im Zusammenhang mit der RAF geht es in dem Verfahren dagegen nicht. Wegen Klettes mutmaßlicher Beteiligung an deren Anschlägen erhob die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe zuletzt unter anderem wegen versuchten Mordes Anklage gegen die inzwischen 67-Jährige. Dabei geht es um zwei Anschläge und einen gescheiterten Anschlag in den 90er Jahren. Über die Zulassung dieser Anklage entscheidet das Oberlandesgericht Frankfurt am Main.

F.Harris--TNT

Empfohlen

Konzernchef Blume: VW plant Einstieg ins Rüstungsgeschäft

Die Zukunft des Volkswagen-Standorts Osnabrück könnte in der Verteidigungsindustrie liegen. "Wir werden in Osnabrück ab 2027 keine Produkte des Volkswagenkonzerns mehr produzieren und sind deshalb in intensiven Gesprächen mit Unternehmen der Verteidigungsbranche", sagte Konzernchef Oliver Blume der "Bild" vom Mittwoch. Er sei "sehr zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr dazu eine Entscheidung treffen werden", fügte er hinzu.

Trump zu König Charles III.: Die USA haben "keine engeren Freunde" als die Briten

US-Präsident Donald Trump hat beim Staatsbesuch des britischen Königs Charles III. die enge Freundschaft beider Länder hervorgehoben. Seit der Unabhängigkeit der USA "hatten die Amerikaner keine engeren Freunde als die Briten", sagte Trump am Dienstag bei einer Empfangszeremonie für den König am Weißen Haus. Er wies in seiner Ansprache auch auf die "besondere Beziehung" zwischen den USA und Großbritannien hin. "Wir hoffen, dass das immer so bleiben wird", fügte Trump hinzu.

Bergarbeiter vor Energieministerium in Ankara beenden ihren Streik

Nach neun Tagen im Hungerstreik haben dutzende Bergarbeiter in der Türkei ihre Protestaktion vor dem Energieministerium in Ankara beendet. "Die meisten Kollegen haben ihr Gehalt bekommen, wir beenden ab heute unseren Streik", sagte Gewerkschaftsführer Gökay Cakir am Dienstag nach einem Treffen im Innenministerium. Demnach wurde ein entsprechender Vertrag mit dem Arbeitgeber geschlossen.

US-Comedian Kimmel verteidigt Scherz über Melania Trump

US-Talkshowmoderator Jimmy Kimmel hat die heftige Kritik an seinem Scherz über Melania Trump als "werdende Witwe" entschieden zurückgewiesen. Der in seiner Sendung zwei Tage vor einem mutmaßlichen Anschlagsversuch auf Donald Trump gemachte Witz habe sich "offensichtlich" auf den Altersunterschied zwischen dem US-Präsidenten und seiner Ehefrau bezogen, sagte der Comedian am Montagabend in seiner Show "Jimmy Kimmel Live!". Der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses legte daraufhin am Dienstag nach und beschimpfte Kimmel als "Scheißkerl".

Textgröße ändern: