The National Times - Grüne werfen Merz nach einem Jahr Schwarz-Rot Planlosigkeit vor

Grüne werfen Merz nach einem Jahr Schwarz-Rot Planlosigkeit vor


Grüne werfen Merz nach einem Jahr Schwarz-Rot Planlosigkeit vor
Grüne werfen Merz nach einem Jahr Schwarz-Rot Planlosigkeit vor / Foto: © AFP

Die Grünen haben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach einem Jahr schwarz-roter Koalition Planlosigkeit und Führungsschwäche vorgeworfen. "Diese Bundesregierung ist die erste, die in den ersten Wochen einer akuten Krise nicht an Zustimmung gewinnt durch kluges Krisenmanagement, sondern weiter an Zustimmung verliert", sagte Parteichef Felix Banaszak am Montag in Berlin. Das zeige sich auch daran, dass "niemand daran glaubt", dass bei den anstehenden Reformvorhaben "jetzt noch ein großer Wurf gelingt".

Textgröße ändern:

Er wünsche sich von Kanzler Merz angesichts der aktuellen Krisen eine "klare Ansprache an die Bevölkerung", sagte Banaszak, "und ich bin mir sicher, in der Bevölkerung gibt es eine große Bereitschaft, selbst solidarisch rücksichtsvoll zu agieren, wenn der Eindruck bestünde, dass die Regierung selbst einen Plan hat, wie man aus dieser akuten Krise herauskommt".

Stattdessen sei Merz "ähnlich sprachlos, wie es Olaf Scholz immer war", kritisierte der Grünen-Vorsitzende. Vom Kanzler "und Teilen der Union" kämen nur noch Vorschläge und Wortmeldungen, die die Unsicherheit in der Bevölkerung verstärkten. Jedes Mal, wenn sich Merz an die Bürgerinnen und Bürger wende, "beschimpft er sie ja nur".

Auch bei der Beilegung des Iran-Kriegs spiele die Bundesregierung derzeit keine Rolle. "Es ist sehr deutlich in dieser Woche, dass diese Bundesregierung weder innen- noch außenpolitisch in der Lage ist, die Fragen der Zeit vernünftig zu beantworten." Auch die SPD als kleiner Koalitionspartner scheine sich "ja komplett verbarrikadiert zu haben".

Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann stellte der schwarz-roten Bundesregierung ein "sehr schlechtes" Zeugnis aus und forderte Kanzler Merz zum Handeln auf. "Friedrich Merz muss endlich seine Führungsverantwortung wahrnehmen", sagte Haßelmann dem Nachrichtenportal t-online. Nach einem Jahr Schwarz-Rot sei klar, dass die Regierung "handlungsunfähig" sei und einfach nicht liefere. "Ständig werden Versprechungen gemacht und nicht gehalten."

Die Bundestagsfraktion der Grünen kommt ab Dienstag in Leipzig zu einer Klausurtagung zusammen. Ein Gast wird die ehemalige CDU-Vorsitzende und Vorsitzende der parteinahen Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer, sein.

W.Phillips--TNT

Empfohlen

Deutschlands Botschafter in Moskau einbestellt - Auswärtiges Amt: "haltlose Maßnahme"

Russland hat am Montag den deutschen Botschafter in Moskau einbestellt und damit Kritik von deutscher Seite ausgelöst. Grund für die Vorladung von Botschafter Alexander Graf Lambsdorff sei die Unterstützung einer tschetschenischen "Terrororganisation" durch den CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter, erklärte das russische Außenministerium. Der CDU-Politiker bestätigte ein Treffen mit einem tschetschenischen Anführer, wies die russische Kritik daran jedoch scharf zurück. Die Bundesregierung kritisierte die Einbestellung des deutschen Botschafters als "haltlose Maßnahme".

Bemühungen um Ende von Iran-Krieg offenbar weiter fruchtlos - Irans Außenminister bei Putin

Knapp drei Wochen nach Inkrafttreten der Iran-Waffenruhe treten die Bemühungen um eine dauerhafte Beilegung des Konflikts offenbar weiterhin auf der Stelle. Irans Außenminister Abbas Araghtschi wies am Montag vor einem geplanten Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin den USA die Schuld für das Scheitern der bisherigen Verhandlungen zu. US-Präsident Donald Trump plante Medienberichten zufolge unterdessen eine Krisensitzung zur Iran-Frage.

Weiter Ringen um Haushalt - Union gegen zusätzliche Ausnahme von Schuldenbremse

Um die Eckpunkte für den Haushalt 2027 wird in der Regierung weiter gerungen. Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums sagte am Montag in Berlin, "dass die Beratungen der Bundesregierung andauern". Unionspolitiker wandten sich erneut gegen Überlegungen aus der SPD, wegen der aktuellen Krise eine weitere Ausnahme von der Schuldenbremse zu ermöglichen.

Prozess gegen mutmaßlichen Mitarbeiter von syrischem Geheimdienst in Koblenz begonnen

Vor dem Oberlandesgericht im rheinland-pfälzischen Koblenz hat am Montag ein Prozess gegen einen mutmaßlichen Mitarbeiter des syrischen Geheimdiensts begonnen. Angeklagt ist der 48-Jährige unter anderem wegen Mordes in 70 Fällen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Er soll zwischen April 2011 und April 2012 während des Bürgerkriegs als Wärter in einem Gefängnis des syrischen Geheimdiensts gearbeitet haben.

Textgröße ändern: