The National Times - Trotz Waffenruhe im Libanon weiter gegenseitige Angriffe von Israel und Hisbollah

Trotz Waffenruhe im Libanon weiter gegenseitige Angriffe von Israel und Hisbollah


Trotz Waffenruhe im Libanon weiter gegenseitige Angriffe von Israel und Hisbollah
Trotz Waffenruhe im Libanon weiter gegenseitige Angriffe von Israel und Hisbollah / Foto: © AFP

Trotz der Verlängerung der Feuerpause für den Libanon schweigen die Waffen nicht: Israel und die Hisbollah haben am Freitag ihre gegenseitigen Angriffe fortgesetzt. Während bei israelischen Militäreinsätzen im Libanon mehrere Menschen getötet wurden, feuerte die Hisbollah Raketen auf den Norden Israels ab. Zugleich rief sie Beirut auf, sich aus den Verhandlungen mit Israel über eine dauerhafte Friedenslösung zurückzuziehen. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu warf der Miliz vor, den Friedensprozess zu "sabotieren".

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US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social eine Verlängerung der Waffenruhe für den Libanon um drei Wochen bekanntgegeben - sie wäre eigentlich am Sonntag ausgelaufen. Während dieser Zeit sollen Israel und die libanesische Regierung einen dauerhaften Friedensvertrag aushandeln. Die beiden Länder unterhalten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand.

Die USA hatten die direkten Gespräche zwischen dem Libanon und Israel vermittelt. Zuletzt hatte es eine zweite Verhandlungsrunde auf Botschafterebene in den USA gegeben, an der unter anderen auch US-Außenminister Marco Rubio teilnahm. Nach dem Treffen erklärte der israelische Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, beide Parteien seien sich darin einig, "das Land von diesem bösartigen Einfluss namens Hisbollah" zu befreien.

Trump kündigte danach zudem ein Dreiertreffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und Netanjahu "in den kommenden Wochen" in Washington an. Er sehe "sehr gute Chancen" für ein Friedensabkommen noch in diesem Jahr, sagte er.

Am Freitag griff Israel abermals mehrere Ziele in dem Nachbarland an. Die Armee teilte mit, sie habe sechs Hisbollah-Kämpfer bei einem Feuergefecht im südlibanesischen Dorf Bint Dschbeil getötet. In dem Dorf Deir Aames griff die Armee nach eigenen Angaben Hisbollah-Stellungen an, aus denen am Vortag demnach Raketen auf Shtula im Norden Israels abgefeuert worden waren. Zuvor hatte sie die Bevölkerung zum Verlassen ihrer Häuser aufgerufen.

Bei einem weiteren Angriff in der Nähe der Ortschaft Tulin im Süden des Libanon wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums zwei Menschen getötet.

Eine israelische Drohne wurde nach Angaben der israelischen Armee von der Hisbollah im Süden des Libanon abgeschossen.

Die vom Iran unterstützte Miliz gab ihrerseits bekannt, "zur Verteidigung des Libanon" Raketen auf den Norden Israels abgefeuert zu haben. Der Hisbollah-Abgeordnete Mohammed Raad rief die libanesische Regierung dazu auf, sich aus den direkten Gesprächen mit Israel zurückzuziehen. Die Regierung in Beirut solle sich für die "Verhandlungen mit dem zionistischen Feind schämen", erklärte der Hisbollah-Fraktionschef.

Ein weiterer Hisbollah-Parlamentarier stellte klar, dass sich die Miliz auch während der Feuerpause weitere Angriffe auf Ziele in Israel vorbehalte. Im Fall israelischer "Aggressionen" werde die Miliz antworten, sagte der Hisbollah-Abgeordnete Ali Fajad. Angesichts der anhaltenden "feindseligen Handlungen" Israels mache eine Waffenruhe ohnehin "keinen Sinn", betonte er.

Netanjahu sagte hingegen: "Wir haben einen Prozess gestartet, um einen historischen Frieden zwischen Israel und dem Libanon zu erreichen." Er fügte hinzu: "Und uns ist bewusst, dass die Hisbollah versucht, dies zu sabotieren." In der vergangenen Woche hatten erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten diplomatische Vertreter der beiden Nachbarländer in Washington direkte Gespräche geführt.

Kurz nach Beginn des US-israelischen Kriegs gegen den Iran Ende Februar hatte die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel wieder verstärkt. Israel flog danach massive Luftangriffe auf Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze. Bei den israelischen Angriffen wurden den libanesischen Behörden zufolge seitdem mehr als 2400 Menschen getötet.

S.M.Riley--TNT

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