The National Times - Israel kündigte Gespräche von Netanjahu mit libanesischem Präsidenten Aoun an

Israel kündigte Gespräche von Netanjahu mit libanesischem Präsidenten Aoun an


Israel kündigte Gespräche von Netanjahu mit libanesischem Präsidenten Aoun an
Israel kündigte Gespräche von Netanjahu mit libanesischem Präsidenten Aoun an / Foto: © AFP

Nach jahrzehntelanger Konfrontation zeichnen sich direkte Verhandlungen auf höchster Ebene zwischen Israel und dem Libanon ab. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu werde noch am Donnerstag mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun sprechen, kündigte die israelische Wissenschaftsministerin Gila Gamliel im Armeeradio an. Aoun bestätigte ein solches Gespräch zunächst nicht; er forderte eine Waffenruhe vor direkten Verhandlungen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor Gespräche auf höchster Ebene zwischen Israel und dem Libanon angekündigt.

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Israel und der Libanon unterhalten bisher keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten hatten diplomatische Vertreter Israels und des Libanons am Dienstag in Washington direkte Gespräche geführt. Das Treffen endete ohne konkrete Ergebnisse. Trump schrieb dazu am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social, er wolle eine "kleine Atempause zwischen Israel und dem Libanon schaffen". "Anführer" beider Länder würden erstmals seit 34 Jahren Verhandlungen führen, fügte er hinzu.

Gamliel sagte im Armeeradio, Netanjahu werde am Donnerstag "nach so vielen Jahren des völligen Zusammenbruchs des Dialogs" mit Aoun sprechen. "Hier findet ein in jeder Hinsicht historischer Prozess statt", fügte sie hinzu. Durch die Verhandlungen könne die Gefahr durch die pro-iranische Hisbollah-Miliz beseitigt werden - "und nicht nur eingedämmt wie in der Vergangenheit". Israel lehnt einen Waffenstillstand mit der vom Iran unterstützte Miliz ab, stattdessen fordert Jerusalem deren vollständige Entwaffnung. Die schiitische Hisbollah lehnt alle Verhandlungen mit Israel kategorisch ab.

Libanesische Behördenvertreter zeigten sich überrascht von den Ankündigungen für Gespräche auf höchster Ebene. "Uns sind keine geplanten Kontakte mit der israelischen Seite bekannt und wir wurden auch nicht über offizielle Kanäle darüber informiert", sagte ein Behördenvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Aoun wiederum erklärte am Donnerstag, dass eine Waffenruhe der "natürliche Ausgangspunkt für direkte Verhandlungen zwischen den beiden Ländern" sei.

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar verstärkte die pro-iranische Hisbollah erneut ihre Angriffe auf Israel. Israel fliegt seither massive Luftangriffe auf Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze. Bei den Angriffen wurden nach libanesischen Angaben bisher mehr als 2000 Menschen getötet.

Ungeachtet der möglichen Verhandlungen setzte Israel seine Angriffe fort. Bei einem Luftangriff auf ein Auto wurde nach Angaben der amtlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA ein Mensch auf der Straße getötet, die die Hauptstadt Beirut mit der syrischen Hauptstadt Damaskus verbindet. Der Angriff ereignete sich NNA zufolge am Donnerstag nahe Dar al-Baidar.

Bei zwei weiteren israelischen Angriffen wurde NNA zufolge am Donnerstag eine strategisch wichtige Brücke über den Fluss Sahrani im Süden des Libanon zerstört. Sie war demnach die letzte Brücke, die die beiden südlichen Distrikte Sidon und Tyros noch verbunden hatte. Sie lag ungefähr 40 Kilometer nördlich der gemeinsamen Grenze.

P.Johnston--TNT

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