The National Times - US-Vizepräsident Vance: Der Iran ist bei Friedensverhandlungen am Zug

US-Vizepräsident Vance: Der Iran ist bei Friedensverhandlungen am Zug


US-Vizepräsident Vance: Der Iran ist bei Friedensverhandlungen am Zug
US-Vizepräsident Vance: Der Iran ist bei Friedensverhandlungen am Zug / Foto: © POOL/AFP/Archiv

In den Verhandlungen um ein Ende des Iran-Krieges sieht US-Vizepräsident JD Vance Teheran am Zug. Er glaube, "dass der Ball im Feld der Iraner liegt, weil wir sehr viel auf den Tisch gelegt haben", sagte Vance am Montag (Ortszeit). US-Berichten zufolge fordern die USA eine 20-jährige Pause der iranischen Urananreicherung, während Teheran vorschlägt, seine nuklearen Aktivitäten für fünf Jahre auszusetzen. Vermittler Pakistan bemühte sich unterdessen um eine zweite Verhandlungsrunde.

Textgröße ändern:

"Wir haben tatsächlich sehr klar gemacht, wo unsere roten Linien verlaufen", sagte Vance dem Sender Fox News. Besonders in zwei Punkten habe US-Präsident Donald Trump deutlich gemacht, "dass wir keinerlei Spielraum haben". Dies seien die US-Kontrolle über das angereicherte Uran des Iran und ein Überprüfungsmechanismus, um sicherzustellen, dass Teheran in Zukunft keine Atomwaffe entwickelt.

"Es ist das Eine, wenn die Iraner sagen, sie werden keine Atomwaffe besitzen", sagte Vance. "Es ist etwas anderes, wenn wir einen Mechanismus schaffen, der sicherstellt, dass das nicht passieren wird."

Delegationen der USA und des Iran hatten am Samstag in Islamabad unter pakistanischer Vermittlung über eine Friedenslösung beraten. Vance erklärte die Gespräche nach einem 21-stündigen Verhandlungsmarathon für gescheitert. Als Knackpunkt nannte er das iranische Atomprogramm.

Unter Berufung auf mit den Verhandlungen informierte Kreise berichtete das "Wall Street Journal", Washington verlange, dass Teheran sich verpflichtet, 20 Jahre lang kein Uran anzureichern. Im Gegenzug sieht der US-Vorschlag demnach eine Lockerung der gegen den Iran verhängten Sanktionen vor. Laut "New York Times" schlug Teheran daraufhin vor, seine nuklearen Aktivitäten für fünf Jahre auszusetzen. Trump hatte bislang gefordert, dass der Iran sein Atomprogramm vollständig einstellt.

Pakistan bemüht sich derweil nach Angaben aus informierten Kreisen um eine weitere Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran. Zudem gebe es Bemühungen um eine Verlängerung der Waffenruhe, um der Diplomatie mehr Zeit zu geben, erfuhr AFP in Islamabad. "Die schriftlichen Entwürfe der Forderungen und Zugeständnisse wurden bereits ausgetauscht, sodass beide Seiten über die möglichen Kompromisse informiert sind", hieß es weiter. Das Treffen könne bald stattfinden, die Daten müssten allerdings noch bestätigt werden.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar Angriffe auf den Iran gestartet. Nach fünf Wochen Krieg einigten sich die USA und der Iran in der vergangenen Woche auf eine zweiwöchige Feuerpause. In dieser Zeit soll unter Pakistans Vermittlung über ein dauerhaftes Ende des Krieges verhandelt werden. Nach dem Scheitern der ersten Verhandlungsrunde verhängte Trump eine Blockade iranischer Häfen und Küstengebiete, die am Montag in Kraft trat.

Der Iran blockiert bereits seit Beginn des Krieges die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft. Nur Schiffe verbündeter Staaten wie etwa China durften zuletzt die Meerenge passieren.

China will bei den Bemühungen um eine Friedenslösung für die Golfregion eine "konstruktive Rolle" spielen, wie Präsident Xi Jinping am Dienstag in Peking sagte. Die nationale Souveränität der Staaten im Nahen Osten und in der Golfregion müsse "respektiert" werden, forderte Xi.

Zuvor hatte der iranische UN-Botschafter Amir Saeid Iravani die US-Blockade als "ernsthafte Verletzung" der nationalen Souveränität kritisiert. Experten zufolge will Trump mit der Blockade iranischer Häfen den Druck sowohl auf Teheran als auch auf dessen größten Ölabnehmer China erhöhen, um eine Öffnung der Straße von Hormus zu erreichen.

Vor dem Hintergrund des Iran-Krieges hielt sich auch der russische Außenminister Sergej Lawrow zu Gesprächen mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi in Peking auf. Russland hat angeboten, im Rahmen eines möglichen Abkommens im Iran angereichertes Uran zu lagern.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer luden derweil für Freitag zu einer Videokonferenz ein, um einen internationalen Einsatz zur Absicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu planen. Teilnehmen sollten Staaten, "die sich an unserer Seite an einer multilateralen und rein defensiven Mission beteiligen wollen", erklärte das französische Präsidialamt.

S.Cooper--TNT

Empfohlen

Frankreichs Staatsverschuldung erreicht in diesem Jahr höchsten Stand seit 1978

Frankreichs Staatsverschuldung wird in diesem Jahr nach Angaben aus Paris ihren höchsten Stand seit fast 50 Jahren erreichen. Die Staatsschulden würden 2026 119,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und 2027 121,7 Prozent erreichen, verlautete am Samstag aus dem französischen Finanzministerium. So hoch lag der Wert nach Angaben des französischen Statistikamtes Insee seit 1978 nicht mehr.

Gewaltsame Zusammenstöße bei rechtsextremer Demonstration in den Niederlanden

Rechtsextreme Demonstranten haben sich am Samstag in den Niederlanden gewaltsame Zusammenstöße mit der Polizei geliefert. Laut Polizei versammelten sich rund 500 Rechtsextreme im Zentrum von Den Haag, skandierten antisemitische Parolen und bewarfen Polizisten mit Feuerwehrkörpern und anderen Wurfgeschossen. Die Polizei setzte Schlagstöcke ein und ging mit Hunden und Wasserwerfern gegen die rechten Demonstranten vor. 24 Menschen wurden demnach festgenommen.

Weißes Haus verweigert Journalisten von CNN und weiteren US-Medien den Zutritt

Einen Tag nach einem von US-Präsident Donald Trump Hausverbot hat das Weiße Haus Ernst gemacht und Journalisten des Nachrichtensenders CNN und zweier weiterer Medien den Zutritt verwehrt. Mitarbeiterinnen von CNN, des Senders MS NOW und des Nachrichtenportals Politico wurden am Samstag an den Zugängen zum Weißen Haus abgewiesen, ihre Zutrittsausweise wurden ihnen abgenommen. Der Verband der White-House-Korrespondenten verurteilte den Schritt als verfassungswidrig.

US-Journalistenverband kritisiert Trumps Hausverbot gegen Reporter scharf

Der Verband der über den US-Präsidenten berichtenden Journalisten hat ein von Donald Trump verkündetes Hausverbot gegen den Nachrichtensender CNN und zwei weitere Medien scharf kritisiert und dessen sofortige Aufhebung gefordert. Der Schritt verstoße gegen den ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung, der die Pressefreiheit garantiert, erklärte der Verband der White-House-Korrespondenten am Samstag. Er forderte die Trump-Regierung auf, "den Zugang unserer Kollegen sofort wiederherzustellen".

Textgröße ändern: