The National Times - Vierte Hinrichtung im Iran im Zusammenhang mit jüngster Protestwelle

Vierte Hinrichtung im Iran im Zusammenhang mit jüngster Protestwelle


Vierte Hinrichtung im Iran im Zusammenhang mit jüngster Protestwelle
Vierte Hinrichtung im Iran im Zusammenhang mit jüngster Protestwelle / Foto: © AFP

Im Iran ist ein 18-Jähriger hingerichtet worden, der den Behörden zufolge während der jüngsten Protestwelle im Auftrag Israels und der USA gehandelt haben soll. "Amir-Hossein Hatami ist heute im Morgengrauen gehängt worden", hieß es auf der Website der iranischen Justiz Misan Online am Donnerstag. Hatami habe Handlungen begangen, "welche die nationale Sicherheit gefährdet haben". Demnach wurde ihm unter anderem der Versuch zu Last gelegt, in ein Armeezentrum einzudringen. Er habe "dort gelagerte Waffen an sich nehmen wollen", hieß es weiter.

Textgröße ändern:

Hatami war im Februar gemeinsam mit sechs anderen Männern zum Tode verurteilt worden und wurde im Ghezel Hesar Gefängnis in der Nähe von Teheran hingerichtet, wie die in Norwegen ansässige Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights (IHR) mitteilte. Hatami sei "gefoltert und nach erpressten Geständnissen in einem Scheinprozess verurteilt" worden, kritisierte IHR-Chef Mahmood Amiry-Moghaddam.

Den sieben Männern wurde vorgeworfen, einen Stützpunkt der Basidsch-Miliz in Brand gesetzt zu haben. Die Verteidiger erklärten hingegen, in Zivil gekleidete Sicherheitskräfte hätten Demonstranten in einem Gebäude eingeschlossen, die Türen verschlossen und das Feuer selbst gelegt.

Es handelt sich um die vierte Hinrichtung im Zusammenhang mit den brutal niedergeschlagenen Protesten im Januar. Am 19. März hatten die iranischen Behörden bereits drei weitere Menschen hingerichtet, denen sie vorwarfen, bei den Protesten Polizisten getötet und im Auftrag der USA und Israels gehandelt zu haben.

Die Ende Dezember begonnenen Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten hatten sich zu einem landesweiten Protest gegen die Regierung ausgeweitet, der Anfang Januar brutal niedergeschlagen wurde.

Iranischen Behörden zufolge wurden bei den Protesten mehr 3000 Menschen getötet. Der Führung in Teheran zufolge handelte es sich bei den Demonstrationen um von den USA und Israel gesteuerte "Terrorakte".

Laut der Menschenrechtsorganisation HRANA mit Sitz in den USA konnten mehr als 7000 Todesopfer bestätigt werden - die tatsächliche Zahl könnte den Angaben zufolge jedoch weitaus höher sein.

Ende Februar hatten die USA und Israel mit Angriffen auf den Iran begonnen, bei denen auch der oberste iranische Führer Ayatollah Ali Chamenei getötet wurde.

Seitdem sind mehrere Hinrichtungen erfolgt: In dieser Woche wurden vier Männer gehängt, die beschuldigt worden waren, die Regierung stürzen zu wollen und der verbotenen Oppositionsgruppe der Volksmudschaheddin anzugehören.

Die Volksmudschaheddin wurden im Kampf gegen den iranischen Schah gegründet. Nach der Islamischen Revolution 1979 überwarf sich die Gruppe mit den herrschenden Islamisten und ging in den Untergrund. Sie ist inzwischen im Exil ansässig und wird von Teheran als Terrororganisation eingestuft.

"Allein in den vergangenen zwei Wochen wurden drei Demonstranten und vier politische Gefangene hingerichtet, und Hunderten weiteren droht die Todesstrafe", sagte Amiry-Moghaddam.

Amnesty Internationale hatte am Mittwoch den iranischen Behörden "die Instrumentalisierung der Todesstrafe" vorgeworfen, um mitten im Krieg "dissidente Stimmen auszuschalten und die Bevölkerung zu terrorisieren".

S.Lee--TNT

Empfohlen

Brief an Ministerkollegen: Klingbeil fordert weitere Entlastungen

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) macht Druck auf seine Kabinettskollegen, um angesichts steigender Spritpreise weitere Entlastungen umzusetzen. Es sei "absehbar, dass es weitere Maßnahmen brauchen wird, um die steigende Inflation frühzeitig zu dämpfen", schrieb Klingbeil in einem Brief vom Donnerstag, der der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Das Schreiben richtet sich an Kanzleramtschef Thorsten Frei und Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (beide CDU).

Frankreichs Linkspopulisten prangern Rassismus gegen schwarze Politiker an

Die französische linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI) hat eine "rassistische Kampagne" gegen schwarze Politikerinnen und Politiker angeprangert. Mehrere Abgeordnete hätten in den vergangenen Tagen Briefe erhalten, in denen sie verunglimpft worden seien, erklärte die Partei am Donnerstag. Die Abgeordnete Nadège Abomangoli postete einen der anonymen Briefe, in dem Auszüge des Comics "Tim und Struppi im Kongo" mit rassistischen Sprechblasen versehen sind. Unter den Namen mehrerer schwarzer Abgeordneter ist zu lesen "aus dem Zoo von Beauval entlaufen".

US-Demokraten klagen gegen Trump-Dekret für erschwerte Briefwahl

Die oppositionellen US-Demokraten klagen gegen ein Dekret von Präsident Donald Trump für eine erschwerte Briefwahl. "Präsident Trump verfügt über keine Befugnis, eine derart weitreichende Änderung der amerikanischen Wahlen anzuordnen", heißt es in der 64-seitigen Klageschrift, die das nationale Organisationsgremium der Demokraten (Democratic National Committee, DNC) und andere Parteiorganisationen am Mittwoch (Ortszeit) einreichten. Für das Wahlrecht seien laut US-Verfassung die Bundesstaaten zuständig, hieß es darin.

Zahl der Asyl-Erstanträge im März erneut zurückgegangen

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland erstmals einen Asylantrag gestellt haben, ist im März erneut spürbar zurückgegangen. Im vergangenen Monat wurden 6981 Erstanträge registriert, wie die "Bild"-Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf Zahlen des Bundesinnenministeriums berichtete. Dies entspreche einem Rückgang um rund 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat (März 2025: 8983 Anträge).

Textgröße ändern: