The National Times - Ukrainische Drohnen in Lettland und Estland abgestürzt: Staaten äußern Verständnis

Ukrainische Drohnen in Lettland und Estland abgestürzt: Staaten äußern Verständnis


Ukrainische Drohnen in Lettland und Estland abgestürzt: Staaten äußern Verständnis
Ukrainische Drohnen in Lettland und Estland abgestürzt: Staaten äußern Verständnis / Foto: © AFP/Archiv

Zwei ukrainische Drohnen sind über dem russischen Luftraum vom Kurs abgekommen und in Estland und Lettland abgestürzt. Die eine Drohne habe den Schornstein eines Kraftwerks getroffen, teilte der estnische Geheimdienst ISS am Mittwoch mit. Es sei niemand verletzt worden. Auch in Lettland wurde der Absturz einer aus russischen Luftraum kommenden ukrainischen Drohne gemeldet. Zunächst war von mutmaßlich russischen Drohnen die Rede gewesen, dies bestätigte sich nicht.

Textgröße ändern:

Das in Estland von der Drohne getroffene Kraftwerk Auvere wird von dem Unternehmen Enefit Power Group betrieben und liegt im Nordosten des Landes nahe der russischen Grenze. Die estnischen Behörden wiesen darauf hin, dass die Ukraine in der Nacht zum Mittwoch zahlreiche Angriffe auf Russland geflogen hatte. Diese zielten insbesondere auf den wichtigen Hafen von Ust-Luga im an die estnische Küste grenzenden Finnischen Meerbusen.

In dem ebenso wie Estland der Nato und EU angehörenden Baltikum-Staat Lettland wurde nach Angaben der Luftwaffe ebenfalls eine aus dem russischen Luftraum kommende ukrainische Drohne gesichtet, die über der Region Kraslava explodierte. Nach Angaben lettischer Behörden verursachte die Explosion weder Sachschäden noch Verletzte, die Trümmer der Drohne konnten geborgen werden. Kraslava liegt im Südosten Lettlands an der Grenze zu Belarus.

Die beiden baltischen Staaten sind enge Verbündete Kiews im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Regierungen aus Tallinn und Riga äußerten Verständnis für die Vorfälle: "Der Krieg dauert nun schon fünf Jahre an und seine Auswirkungen reichen gelegentlich über die Grenzen hinaus", erklärte der estnische Regierungschef Kristen Michal. "Wichtig ist, dass Estland nicht das Ziel des Angriffs war." Russland und Estland teilen sich eine knapp 300 Kilometer lange Grenze. Sie ist Teil der Nato-Außengrenze. "Die Ukraine verteidigt sich natürlich und wir müssen mit Verständnis reagieren", erklärte Lettlands Ministerpräsidentin Evika Silina.

"Das sind die Folgen des groß angelegten Angriffskriegs Russlands", erklärte Geheimdienstchef Margo Palloson zu dem Drohnenvorfall in Estland. Er zeigte sich besorgt, dass es künftig weitere solche Drohnen-Vorfälle geben könnte.

Bereits am Montag war eine ukrainische Drohne in einem See nahe der Stadt Varena im Süden Litauens abgestürzt, als die ukrainischen Streitkräfte den russischen Hafen Primorsk nahe der finnischen Grenze angegriffen hatten.

Im Zuge des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte die russische Armee in der Nacht zum Mittwoch nach eigenen Angaben fast 400 ukrainische Drohnen abgefangen. Zuvor hatten die russischen Behörden ukrainische Angriffe auf einen Hafen im Nordwesten Russlands sowie auf Energieanlagen in der südwestrussischen Grenzregion Belgorod gemeldet. An dem Hafen in Ust-Luga werde ein Brand unter Kontrolle gebracht, erklärte der Gouverneur der westrussischen Region Leningrad.

Die vorherigen russischen Drohnenangriffe am Dienstag waren der mutmaßlich größte Luftangriff zur Tageszeit seit Beginn der russischen Offensive im Februar 2022.

A.M.Murray--TNT

Empfohlen

Libanon und Israel verlängern Waffenruhe fragile Waffenruhe: Dennoch weitere Angriffe

Israel und der Libanon haben sich auf eine Verlängerung ihrer Waffenruhe um 45 Tage geeinigt - allerdings wurden die heftigen Gefechte zwischen der israelischen Armee und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz dennoch fortgesetzt. Das US-Außenministerium erklärte am Freitag nach zweitägigen Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel, die Verlängerung der Waffenruhe solle Zeit für weitere "Fortschritte" bei der Suche nach einer dauerhaften Friedenslösung geben. Kurz nach Bekanntgabe der Feuerpause wurden mindestens sechs Menschen im Süden des Libanons bei einem israelischen Angriff getötet, während die Hisbollah Drohnenangriffe auf den Norden Israels flog.

Stromversorgung auf Kuba nach tagelangem Ausfall wiederhergestellt

Nach einem erneuten Stromausfall in weiten Teilen Kubas ist die Energieversorgung weitgehend wieder intakt. Wie der staatliche Energieversorger UNE am Freitag mitteilte, wurde in allen Teilen des Landes die Stromversorgung wieder aufgenommen, nachdem diese in sieben von 15 Provinzen zusammengebrochen war. Eine Analyse der Nachrichtenagentur AFP ergab, dass allein am Dienstag rund 65 Prozent des Karibikstaates von Stromausfällen betroffen waren.

Libanon und Israel verlängern Waffenruhe um 45 Tage - Trotzdem heftige Gefechte

Israel und der Libanon haben sich auf eine Verlängerung ihrer Waffenruhe um 45 Tage geeinigt - allerdings gehen die heftigen Gefechte zwischen der israelischen Armee und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz weiter. Das US-Außenministerium erklärte am Freitag nach zweitägigen Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel, die Verlängerung der Waffenruhe solle Zeit für weitere "Fortschritte" bei der Suche nach einer dauerhaften Friedenslösung geben.

Funkstille beendet: Merz telefoniert mit Trump

Nach der Verstimmung in Washington über Äußerungen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) zum Iran-Krieg ist die Funkstille zwischen beiden Seiten beendet. Merz telefonierte am Freitag mit US-Präsident Donald Trump während dessen Rückreise aus China und sprach im Online-Dienst X von einem "guten Telefonat". Scharfe Kritik am Kanzler kam indes von dem Trump-Berater und früheren US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell.

Textgröße ändern: