The National Times - Afghanistan lässt inhaftierten US-Bürger frei

Afghanistan lässt inhaftierten US-Bürger frei


Afghanistan lässt inhaftierten US-Bürger frei
Afghanistan lässt inhaftierten US-Bürger frei / Foto: © AFP

Nach mehr als einem Jahr in Haft hat die radikalislamische Taliban-Regierung in Afghanistan einen US-Bürger freigelassen. "Der Oberste Gerichtshof des Islamischen Emirats erachtete seine Haftdauer als ausreichend und beschloss seine Freilassung", erklärte das afghanische Außenministerium am Dienstag. Demnach hatte die Familie des inhaftierten US-Bürgers Dennis Coyle um seine Freilassung gebeten. Der heute 64-Jährige war nach Angaben einer Stiftung, die sich für die Freilassung von im Ausland als Geiseln genommenen oder willkürlich inhaftierten US-Bürgern einsetzt, im Januar 2025 festgenommen worden.

Textgröße ändern:

Vor Coyles Freilassung hatten sich der afghanische Außenminister Amir Chan Muttaki, der frühere US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate in Kabul, Saif Mohammed Al-Ketbi, und ein Mitglied von Coyles Familie getroffen. Bei einer kurzen Pressekonferenz am Flughafen Kabul wirkte Coyle erleichtert, ehe er mit einem emiratischen Privatjet abreiste, wie ein Team der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Den Angaben aus Kabul zufolge ermöglichten die Vereinigten Arabischen Emirate die Freilassung von Coyle. Die Entscheidung sei aus humanitären Gründen und als Geste des "guten Willens" getroffen worden.

US-Außenminister Marco Rubio begrüßte die Freilassung. Er forderte die Taliban-Behörden in einer Erklärung auf, alle weiteren Inhaftierten freizulassen.

Der aus dem US-Bundesstaat Colorado stammende Coyle sei wegen "Verstößen gegen geltendes afghanisches Recht" festgehalten worden, hatte das afghanische Außenministerium erklärt. Nähere Angaben machte es nicht.

Auf einer Website von Coyles Familie hingegen hieß es, der Mann habe zum Zeitpunkt seiner Festnahme "legal als wissenschaftlicher Forscher zur Unterstützung afghanischer Gemeinschaften gearbeitet". Er sei unter "fast isolierten Bedingungen" festgehalten worden und habe "sogar um Erlaubnis bitten müssen, um die Toilette zu benutzen". Auch habe er keinen Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung gehabt.

Nach jahrelanger westlicher Militärpräsenz hatten die radikalislamischen Taliban im August 2021 die Macht in Afghanistan zurückerobert und ein sogenanntes islamisches Emirat ausgerufen. Seither setzen sie ihre strenge Auslegung des Islam mit drakonischen Gesetzen durch.

R.Campbell--TNT

Empfohlen

CDU in Rheinland-Pfalz lädt SPD zu erstem Sondierungsgespräch für Donnerstag ein

Zwei Tage nach ihrem Sieg bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hat die CDU von Spitzenkandidat Gordon Schnieder die SPD zu einem ersten Sondierungsgespräch eingeladen. Dieses solle am Donnerstagnachmittag stattfinden, Ort und Zeit stünden aber noch nicht fest, sagte eine CDU-Sprecherin am Dienstag. Das Verhandlungsteam der CDU wird demnach von Schnieder angeführt. Dazu gehören zudem Generalsekretär Johannes Steiniger, die Europaabgeordnete Christine Schneider und der parlamentarische Geschäftsführer der Landtagsfraktion, Marcus Klein.

Pistorius: Deutschland übernimmt Führung von Nato-Marineverband im Nordatlantik

Wegen der Verlegung eines britischen Kriegsschiffs ins östliche Mittelmeer übernimmt Deutschland laut Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Führung eines Nato-Marineverbands im Nordatlantik. Deutschland springe bei der Führung der Standing Nato Maritime Group 1 (SNMG1) mit der Fregatte "Sachsen" für die "HMS Dragon" ein, sagte Pistorius am Dienstag vor Journalisten in Singapur.

Unternehmer ausgespäht: Zwei mutmaßliche Russland-Spione festgenommen

In einem neuen mutmaßlichen Spionagefall hat die Bundesanwaltschaft einen Mann und eine Frau festnehmen lassen. Sie sollen im Auftrag eines russischen Geheimdiensts in Deutschland einen Unternehmer ausgespäht haben, der Drohnen und dazugehörige Bauteile in die Ukraine liefert, wie die Karlsruher Behörde am Dienstag mitteilte. Die Frau, eine Rumänin, wurde in Nordrhein-Westfalen festgenommen, der Mann in Spanien.

Grüne und CDU führen nach Landtagswahl in Baden-Württemberg Sondierungsgespräche

Gut zwei Wochen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben am Dienstag die Sondierungsgespräche von Grünen und CDU begonnen. Angeführt von den Spitzenkandidaten Cem Özdemir (Grüne) und Manuel Hagel (CDU) berieten die Verhandlungsteams beider Parteien in Stuttgart. Inhalte der Gespräche wurden zunächst nicht bekannt.

Textgröße ändern: