The National Times - Sexualisierte Gewalt im Internet: Bündnis ruft zu Demonstration in Berlin auf

Sexualisierte Gewalt im Internet: Bündnis ruft zu Demonstration in Berlin auf


Sexualisierte Gewalt im Internet: Bündnis ruft zu Demonstration in Berlin auf
Sexualisierte Gewalt im Internet: Bündnis ruft zu Demonstration in Berlin auf / Foto: © AFP/Archiv

In der Debatte über sexualisierte Gewalt im Internet ruft ein neu gegründetes Bündnis zu einer Demonstration in Berlin auf. Am Sonntagnachmittag (16.00 Uhr) soll die Kundgebung am Brandenburger Tor starten, wie der "Feminist Fight Club" zusammen mit der Initiative "Nur Ja heißt Ja" ankündigte. Die Kundgebung finde "in Solidarität mit Collien Fernandes" statt.

Textgröße ändern:

Am Donnerstag hatte zuerst der "Spiegel" über Vorwürfe der Schauspielerin Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen berichtet. Dabei ging es um das Verbreiten gefälschter pornografischer Aufnahmen. Fernandes erstattete Anzeige. Ulmen bestreitet die Anschuldigungen, es gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt sprach von der Verbreitung "unwahrer Tatsachen" und einer "unzulässigen Verdachtsberichterstattung" und kündigte rechtliche Schritte gegen den "Spiegel" an.

Im Internet kursieren unzählige mithilfe künstlicher Intelligenz generierter Pornos und Nacktbilder. Oft handelt es sich um gefälschte Aufnahmen von Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen, um sogenannte Deepfakes.

Das Bündnis, das zu der Demonstration aufgerufen hat, kritisiert "strukturelle Missstände und Gesetzeslücken im Kontext von digitaler und analoger sexualisierter Gewalt in Deutschland". Es teilte mit, dass deutschlandweit weitere Demonstrationen angekündigt seien, etwa für Donnerstag in Hamburg.

Fernandes selbst sagte am Freitagabend in den ARD-"Tagesthemen", sie habe von sehr vielen Frauen ihre persönliche Geschichte erfahren. "Und das zeigt eben auch, dass dieses Problem viel weiter verbreitet ist, als man so meint." Deswegen sei es "so wichtig, dass wir jetzt endlich ganz viel Licht in dieses große Dunkelfeld bringen", fügte sie hinzu.

Das Thema digitale Gewalt beschäftigt auch die Politik. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte bereits am Freitag an, mit einem neuen Gesetz Strafbarkeitslücken zu schließen. Den Sendern RTL und ntv sagte sie: "Wir wollen dafür sorgen, dass sich Täter nicht mehr sicher fühlen können, sondern dass sie damit rechnen müssen, dass sie bekannt und wirksam strafrechtlich verfolgt werden." Das Erstellen und Verbreiten sexualisierter Deepfakes müsse künftig ausdrücklich strafbar werden.

"Wir müssen Frauen und Mädchen besser vor digitaler Gewalt schützen", sagte Bundesfrauenministerin Karin Prien (CDU) dem Magazin "Stern".

Auch Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) forderte, "dass das geltende Recht auch im digitalen Raum konsequent durchgesetzt werden muss". Was Fernandes "öffentlich geschildert hat, bewegt und erschüttert", erklärte er am Sonntag. "Deepfakes sind keine virtuelle Nebensache, digitale Gewalt ist reale Gewalt."

E.Reid--TNT

Empfohlen

Trump stellt Iran Ultimatum für Öffnung von Straße von Hormus - Angriffe auf Israel

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran ein Ultimatum bis Dienstag für die Wiederöffnung der Straße von Hormus gestellt. Sollte der Iran die Meerenge nicht wieder öffnen, "werden die USA seine verschiedenen Kraftwerke angreifen und zerstören", warnte Trump am Samstagabend (Ortszeit). Teheran drohte daraufhin mit Angriffen unter anderem auf die für die mit den USA verbündeten Länder der Golfregion sehr wichtigen Entsalzungsanlagen.

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Wahlbeteiligung bis 10.00 Uhr bei 40 Prozent

In Rheinland-Pfalz sind seit 08.00 Uhr rund 2,95 Millionen Menschen aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Bis 10.00 Uhr betrug die Wahlbeteiligung einschließlich der Briefwahlstimmen rund 40 Prozent, wie der Landeswahlleiter in Mainz mitteilte. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr, danach werden erste Prognosen zum Wahlausgang erwartet.

Parlamentswahl in Slowenien begonnen - Knappes Ergebnis erwartet

In Slowenien hat am Sonntag die Parlamentswahl begonnen. Um 7.00 Uhr öffneten die Wahllokale in dem Nato- und EU-Mitgliedsstaat. Erwartet wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der liberalen Freiheitsbewegung (GS) von Ministerpräsident Robert Golob und der rechtsgerichteten Slowenischen Demokratischen Partei (SDS) seines Vorgängers Janez Jansa, die nach einer Aufholjagd der Regierungspartei in den Umfragen fast gleichauf lagen.

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz begonnen - fast drei Millionen Menschen aufgerufen

In Rheinland-Pfalz hat am Sonntag die Landtagswahl begonnen. Um 08.00 Uhr öffneten die Wahllokale. Rund 2,95 Millionen Menschen sind aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Am Vormittag wollen die Spitzenkandidaten von SPD und CDU ihre Stimmen abgeben. Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) wählt in Bad Bergzabern, sein Herausforderer Gordon Schnieder (CDU) in Birresborn.

Textgröße ändern: