The National Times - Zentralrat: Linkspartei "bietet Judenhass ein Zuhause"

Zentralrat: Linkspartei "bietet Judenhass ein Zuhause"


Zentralrat: Linkspartei "bietet Judenhass ein Zuhause"
Zentralrat: Linkspartei "bietet Judenhass ein Zuhause" / Foto: © AFP

Nach dem jüngsten Beschluss der Linkspartei Niedersachsen zur Ablehnung des Zionismus hat der Zentralrat der Juden der Partei Antisemitismus vorgeworfen. "Dem Judenhass, den sie in zahlreichen Lippenbekenntnissen von sich gewiesen hat, bietet die Linkspartei damit ein Zuhause", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) vom Mittwoch. Die "demonstrative Ablehnung" des jüdischen Staates sei "ein Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht des jüdischen Volkes".

Textgröße ändern:

Am vergangenen Wochenende hatte der niedersächsische Landesverband der Linkspartei einen Beschluss mit dem Titel "Die Linke Niedersachsen lehnt den heute real existierenden Zionismus ab" verabschiedet. Mit Blick auf Israels Vorgehen in den Palästinensergebieten ist in dem Beschluss die Rede von einem "politischen Zionismus, der sich durch Rassismus, Besatzungspolitik und militärische Gewalt auszeichnet". Die niedersächsischen Linken fordern "ein Ende der Apartheid in Israel und den besetzten Gebieten".

Schuster sagte der Zeitung dazu: "Jeder kann sehen: der linke 'Antizionismus' ist schlecht kaschierter Antisemitismus." Der Beschluss vertreibe "jene Stimmen aus der Partei, die noch einen moralischen Kompass besitzen", kritisierte Schuster. Das zeige der Austritt des brandenburgischen Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner, der "ein stets entschlossener Verteidiger jüdischen Lebens" sei.

Büttner hatte seinen Austritt aus der Linkspartei mit einer mangelnden Haltung innerhalb der Linken gegen Antisemitismus und mit persönlichen Angriffen gegen ihn begründet. Der Beauftragte verwies ausdrücklich auf den Beschluss auf dem Linken-Parteitag in Niedersachsen. Die Behauptung, es gebe innerhalb der Linken keinen Antisemitismus, sei "absurd", heißt es in einer Erklärung Büttners an den brandenburgischen Landesverband der Linken. Die Parteiführung bedauerte den Schritt und bestritt, dass die Partei den Zionismus ablehne.

Schuster warnte in der "NOZ", dass die Gewalt gegen jüdische Einrichtungen "unter dem Mantel des 'Antizionismus'" weiter zunehme. Der Antrag der Linkspartei trage "zur rhetorischen Rechtfertigung dieser Gewalt" bei. "Geht sie diesen Weg weiter, stellt sich die Linke an die Seite derjenigen, die eine solche Gewalt billigen oder gar unterstützen", sagte der Präsident des Zentralrats der Juden.

N.Taylor--TNT

Empfohlen

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig gewinnt Direktmandat in Schwerin

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat bei der Landtagswahl am Sonntag das Direktmandat in ihrem Wahlkreis verteidigt. Im Wahlkreis Schwerin I kam die 52-Jährige nach Angaben der Wahlleitung aus der Nacht zum Montag auf 54,4 Prozent der Erststimmen und setzte sich damit gegen den AfD-Ministerpräsidentenkandidaten Leif-Erik Holm durch. Dieser erreichte 28,2 Prozent der Erststimmen.

AfD gewinnt Wahl in Mecklenburg-Vorpommern vor SPD - CDU verpasst Landtagseinzug

Die AfD hat die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gewonnen. Die Partei von Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm erreichte am Sonntag 38,2 Prozent der Stimmen, wie die Wahlleitung in der Nacht zum Montag mitteilte. Die Sozialdemokraten verbuchten 35,5 Prozent für sich.

Schwesig kann trotz AfD-Sieg weiterregieren - CDU scheitert an Fünfprozenthürde

Trotz ihrer Niederlage gegen die AfD kann Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig voraussichtlich mit ihrer SPD die nächste Landesregierung bilden. Da bei der Landtagswahl im Nordosten erstmals in ihrer Geschichte die CDU voraussichtlich aus einem Landesparlament fliegt, verfügt Schwesig zusammen mit Linkspartei und Grünen über eine Mehrheit. Die AfD reklamierte als Wahlsieger den Regierungsauftrag für sich - allerdings fehlen ihr die Koalitionspartner.

Merz hält an Reformkurs fest - trotz Wahlfiasko für die CDU

Kurs halten - trotz beispielloser Wahlschlappe: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will die geplanten Reformen umsetzen, obwohl seine Partei in Mecklenburg-Vorpommern nach Hochrechnungen sogar erstmals aus einem Landtag flog und sich in Berlin der Linkspartei geschlagen geben musste. "Die Reformen müssen kommen", sagte der Kanzler am Sonntagabend in Berlin, der dabei Spekulationen über einen Rücktritt als Kanzler oder Parteivorsitzender eine Absage erteilte. Auch der Koalitionspartner SPD bekräftigte das Festhalten am Reformkurs, meldete jedoch Nachbesserungsbedarf an.

Textgröße ändern: