The National Times - Pariser Bürgermeisterwahl offener denn je: Ex-Ministerin Dati hofft auf Sieg

Pariser Bürgermeisterwahl offener denn je: Ex-Ministerin Dati hofft auf Sieg


Pariser Bürgermeisterwahl offener denn je: Ex-Ministerin Dati hofft auf Sieg
Pariser Bürgermeisterwahl offener denn je: Ex-Ministerin Dati hofft auf Sieg / Foto: © AFP/Archiv

Die Frage, wer die scheidende Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo beerbt, ist offener denn je: Die konservative frühere Justiz- und Kulturministerin Rachida Dati rechnet sich nach dem Rückzug zweier Kandidaten gute Chancen in der zweiten Runde der französischen Kommunalwahlen am Sonntag aus. Rein rechnerisch könnte Dati mit den Stimmen der beiden ausgeschiedenen Kandidaten den sozialistischen Politiker Emmanuel Grégoire überholen, der in der ersten Runde mit 38 Prozent weit vorne lag.

Textgröße ändern:

"Ich trete nicht für Rachida Dati zurück, sondern für die Stadt Paris", erklärte die Rechtsaußen-Kandidatin Sarah Knafo, die in der ersten Runde auf zehn Prozent der Stimmen gekommen war. Sie hatte Dati zuvor ein Wahlbündnis "von Frau zu Frau" vorgeschlagen, auf das diese nicht eingegangen war. Der 32 Jahre alten Lebensgefährtin des Parteigründers Eric Zemmour wird nachgesagt, dass sie die Kandidatur in Paris vor allem nutzen wollte, um sich für die Präsidentschaftswahl in Stellung zu bringen.

Dati, die in der ersten Runde auf 25 Prozent der Stimmen kam, legte ihre Liste stattdessen mit der des Mitte-Rechts-Kandidaten Pierre-Yves Bournazel zusammen, der elf Prozent erreicht hatte. Beide hatten während des Wahlkampfs ein solches Bündnis ausgeschlossen. Die 60-Jährige war 2007 bis 2009 unter Präsident Nicolas Sarkozy Justizministerin und 2024 bis Ende Februar Kulturministerin unter Präsident Emmanuel Macron.

Bournazel hätte auf Platz zwei dieser Liste stehen sollen, zog sich aber schließlich ganz zurück. "Es war meine Pflicht, den Regierungswechsel einzuleiten, auf den die Pariser warten. Meine Pflicht endet hier", erklärte er mit Blick auf die 25-jährige Vorherrschaft der Sozialisten in der Hauptstadt.

Der Sozialist Grégoire hatte seinerseits ein Wahlbündnis mit der linkspopulistischen Kandidatin Sophia Chikirou ausgeschlossen, das ihm zusätzliche Stimmen hätte einbringen können. Die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI) war zuletzt wegen ihrer zunehmend radikalen Haltung in die Kritik geraten. Parteichef Jean-Luc Mélenchon hatte sich dem Vorwurf des Antisemitismus ausgesetzt, indem er sich über Namen mit jüdischer Konnotation lustig machte.

In Marseille verzichtete der LFI-Kandidat Sébastien Delogu auf die zweite Runde, was dem sozialistischen Amtsinhaber Benoît Payan seine Wiederwahl sichern dürfte. Dieser lag nach der ersten Runde nur knapp vor dem Rechtspopulisten Franck Allisio. In Toulouse, Nantes, Avignon und anderen Orten gingen Sozialisten und Linkspopulisten Wahlbündnisse ein - obwohl der sozialistische Parteichef Olivier Faure eine Zusammenarbeit auf nationaler Ebene weiter ausschließt.

Tatsächlich ist es kaum absehbar, für wen die Wähler der Kandidaten, die sich nun zurückgezogen haben, in der zweiten Runde ihre Stimme abgeben. Bei der Kommunalwahl am kommenden Sonntag werden zunächst die Gemeinde- oder Stadträte gewählt, die in ihrer ersten Sitzung dann den Bürgermeister oder die Bürgermeisterin wählen.

J.Sharp--TNT

Empfohlen

US-Antiterror-Chef tritt aus Protest gegen Iran-Krieg zurück - Trump: "Gute Sache"

In den USA hat ein führender Geheimdienstmitarbeiter und Gefolgsmann von Präsident Donald Trump aus Protest gegen den Iran-Krieg seinen Rücktritt erklärt. Der Leiter des Nationalen Terrorabwehr-Zentrums (NCTC), Joe Kent, schrieb am Dienstag im Onlinedienst X, der Iran sei "keine unmittelbare Bedrohung" für die USA gewesen. Kent ist der erste ranghohe Mitarbeiter der Trump-Regierung, der deshalb sein Amt niederlegt.

UNO warnt Israel vor Zerstörungen im Libanon wie im Gazastreifen

Die Vereinten Nationen haben Israel mit Blick auf die anhaltenden Angriffe im Libanon vor möglichen "Kriegsverbrechen" sowie Zerstörungen wie im Gazastreifen gewarnt. Entsprechende Drohungen von israelischen Regierungsvertretern seien "völlig inakzeptabel", erklärte am Dienstag ein Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros in Genf. Nach neuen offiziellen Angaben aus Beirut wurden seit dem Wiederaufflammen des Konflikts zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz im Zuge des Iran-Kriegs mehr als 900 Menschen getötet.

Mordanklage gegen 42-Jährigen wegen Tötung von Gerichtsvollzieher in Saarland

Knapp vier Monate nach der Tötung eines Gerichtsvollziehers bei einer Zwangsräumung im saarländischen Bexbach hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken Anklage gegen einen 42-Jährigen erhoben. Ihm wird unter anderem Mord aus niedrigen Beweggründen und Heimtücke vorgeworfen, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Demnach soll der Mann den Gerichtsvollzieher im November bei der Zwangsräumung seiner Wohnung mit einem Jagdmesser erstochen haben.

US-Antiterror-Chef Kent tritt aus Protest gegen Iran-Krieg zurück

In den USA hat ein führender Geheimdienstler und Gefolgsmann von Präsident Donald Trump aus Protest gegen den Iran-Krieg seinen Rücktritt erklärt. Der Leiter des Nationalen Terrorabwehr-Zentrums (NCTC), Joe Kent, schrieb am Dienstag im Onlinedienst X, der Iran sei "keine unmittelbare Bedrohung" für die USA gewesen. Kent ist der erste hochrangige Mitarbeiter der Trump-Regierung, der wegen des Iran-Kriegs sein Amt niederlegt.

Textgröße ändern: