The National Times - Straße von Hormus: Forderungen nach stärkerer politischer Rolle Deutschlands

Straße von Hormus: Forderungen nach stärkerer politischer Rolle Deutschlands


Straße von Hormus: Forderungen nach stärkerer politischer Rolle Deutschlands
Straße von Hormus: Forderungen nach stärkerer politischer Rolle Deutschlands / Foto: © AFP

Nach der klaren Absage der Bundesregierung an die von US-Präsident Donald Trump geforderte Unterstützung in der Straße von Hormus mehren sich die Stimmen, die eine stärkere politische Rolle Deutschlands verlangen. Die deutschen Reeder forderten am Dienstag mehr diplomatische Anstrengungen, um die internationale Handelsschifffahrt besser zu schützen. Der CDU-Verteidigungspolitiker Bastian Ernst brachte eine deutsche Beteiligung bei der Aufklärung ins Gespräch.

Textgröße ändern:

US-Präsident Trump hatte einen internationalen Marineeinsatz zur Sicherung der strategisch wichtigen Straße von Hormus gefordert, die derzeit wegen der Gefahr iranischer Angriffe auf Handelsschiffe de facto gesperrt ist. Trump forderte auch eine Beteiligung der Nato und drohte der Allianz bei einem Ausbleiben von Unterstützung mit nicht näher benannten Konsequenzen.

Die Bundesregierung schließt eine Beteiligung der Deutschen Marine an einer solchen Mission allerdings kategorisch aus. "Wir beteiligen uns nicht an diesem Krieg, das haben wir vom ersten Tag an gesagt", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Montag in Berlin. Dieses Nein gelte auch für eine militärische Absicherung der Straße von Hormus.

Dazu sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), Martin Kröger, der "Rheinischen Post", es gehe aus Sicht seiner Branche "nicht um eine deutsche Kriegsbeteiligung, sondern darum, internationale Anstrengungen zum Schutz der Handelsschifffahrt zumindest politisch und diplomatisch zu unterstützen".

Als große Handelsnation habe Deutschland ein grundlegendes Interesse an sicheren Seewegen. "Wer eine verlässliche Versorgung für Wirtschaft und Bevölkerung will, darf diejenigen nicht allein lassen, die unter teils hohem Risiko Handel über See erst ermöglichen", mahnte Kröger.

CDU-Verteidigungspolitiker Bastian Ernst nannte es "falsch", dass die Bundesregierung die Möglichkeit eines Bundeswehr-Einsatzes ausschließt. In der "Zeit" stellte er klar: "Wir werden uns nicht am Krieg beteiligen." Jedoch sollte die Bundesrepublik, für die der internationale Seehandel so wichtig sei, "einen eigenen Beitrag zur Aufklärung der Lage in der Straße von Hormus leisten".

Ernst sprach sich in diesem Zusammenhang für eine Ausweitung der EU-Marinemission Aspides im Roten Meer aus. In diesem Rahmen "könnten wir auf Aufklärungskräfte der Bundeswehr zurückgreifen, die sich bereits in der Region befinden", argumentierte er. Eine Ausweitung der Marinemission schlossen die EU-Außenminister jedoch in ihrer Sitzung am Montag in Brüssel aus.

Unionsparlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) wertete Äußerungen wie jene des Verteidigungspolitikers Ernst als Einzelmeinungen. Die Linie der Bundesregierung habe in der Unionsfraktion eine "sehr breite Unterstützung", sagte Bilger in Berlin. Er erwarte in dieser Frage "keine kontroverse Debatte" bei CDU und CSU.

Auch der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter verteidigte die Position Deutschlands und anderer EU-Staaten, sich nicht am Iran-Krieg zu beteiligen. Im Bayerischen Rundfunk sagte Kiesewetter, die Europäer sollten sich nicht einschüchtern lassen, sondern "durchaus noch selbstbewusster auftreten". Für Europa müsse der Schutz der Ukraine Priorität haben.

Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic sagte in einem Podcast des Portals Politico, Deutschland werde sich an diesem Krieg "nicht beteiligen". Das gelte auch - "solange er läuft" - für eine Sicherungsmission in der Straße von Hormus.

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge sagte in Berlin, ihre Partei unterstütze die Haltung der Bundesregierung. Eine militärische Beteiligung Deutschlands am Iran-Konflikt sei "nicht sinnvoll".

C.Stevenson--TNT

Empfohlen

Taliban: Rund 400 Tote bei pakistanischem Angriff auf Entzugsklinik in Kabul

Bei einem pakistanischen Angriff auf eine Drogen-Entzugsklinik in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind nach Angaben der Taliban-Regierung rund 400 Menschen getötet worden. Mehr als 200 weitere Insassen seien bei dem Angriff am Montagabend verletzt worden, erklärte das Gesundheitsministerium am Dienstag. Die Vereinten Nationen forderten eine unabhängige Untersuchung. Pakistan wies den Vorwurf zurück, die Klinik gezielt angegriffen zu haben.

SPD holt in politischer Stimmung in Mecklenburg-Vorpommern leicht zu AfD auf

Ein halbes Jahr vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kann die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig den Abstand zur AfD in der politischen Stimmung verkürzen. In einer am Dienstag vom "Nordkurier" veröffentlichten Insa-Umfrage liegt die AfD mit 34 Prozent Zustimmung klar vorn, die SPD kommt demnach auf 26 Prozent. Damit liegen zwischen AfD und SPD acht Prozentpunkte. In einer im Februar veröffentlichten Forsa-Umfrage hatte die AfD mit 14 Punkten Vorsprung noch deutlicher vorn gelegen.

JU-Chef Winkel kritisiert Klingbeil und Verwendung des Sondervermögens

Der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel (CDU), hat den Umgang der CDU-geführten Bundesregierung mit den Finanzmitteln des Sondervermögens in scharfen Worten kritisiert. "Den Menschen in Deutschland wurde versprochen, dass wir in Schienen und Straßen investieren", sagte der Chef der Unions-Nachwuchsorganisation am Dienstag der "Bild". "Was mit den 500 Milliarden Euro in der Realität passiert, ist ein schlechter Scherz."

Nach Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt: 467 Anträge auf Entschädigung

Nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt mit sechs Toten sind 467 Anträge auf Entschädigung gestellt worden. Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt in Halle betreut aktuell 463 Geschädigte, Angehörige, Hinterbliebene oder Nahestehende, wie es am Dienstag mitteilte. Als Beispiele nannte es psychotherapeutische Hilfe in Traumaambulanzen, medizinische Versorgung, Hilfe bei der beruflichen oder sozialen Reintegration, die Übernahme von Bestattungskosten und Leistungen für Hinterbliebene.

Textgröße ändern: