The National Times - Kasachstan beschließt per Referendum neue Verfassung

Kasachstan beschließt per Referendum neue Verfassung


Kasachstan beschließt per Referendum neue Verfassung
Kasachstan beschließt per Referendum neue Verfassung / Foto: © AFP

In Kasachstan ist per Referendum eine neue Verfassung angenommen worden, die offiziell mehr Demokratie verspricht - aber durch mehrere Artikel offensichtlich die Macht des Präsidenten festigt. Laut am Sonntagabend von den Staatsmedien veröffentlichten Prognosen stimmten mehr als 86 Prozent der Wähler für die Vorlage. Die rund 12,5 Millionen Stimmberechtigten waren im Vorfeld mit einer massiven Kampagne für den Gang zu den Urnen und für ein "Ja" motiviert worden.

Textgröße ändern:

Laut dem Bericht eines AFP-Fotografen erhielten viele Wähler bei der Stimmabgabe Geschenke. Die Wahlbeteiligung lag offiziellen Angaben zufolge bei gut 73 Prozent. Nach Angaben der Regierung soll die Reform für mehr Demokratie in der größten Volkswirtschaft Zentralasiens sorgen. Mit mehreren Artikeln wird aber die Macht von Präsident Kassym-Schomart Tokajew gefestigt.

Tokajew steht seit 2019 an der Spitze der früheren Sowjetrepublik, in der zuvor 30 Jahre lang der autoritär regierende Staatschef Nursultan Nasarbajew an der Macht war. Im Januar 2022 kam es zu landesweiten Massenprotesten gegen die Regierung, die gewaltsam niedergeschlagen wurden. 238 Menschen wurden dabei getötet. Nach der Krise sagte Tokajew politische Reformen zu.

Mit der neuen Verfassung soll nach Tokajews Worten eine Abkehr vom "superpräsidialen" System hin zu einem Präsidialsystem mit einem "mächtigen Parlament" vollzogen werden. Mehrere Änderungen in der Verfassung deuten jedoch eher auf das Gegenteil hin: Aus dem Zweikammer- soll ein Einkammerparlament werden. Der Präsident kann künftig allein die Chefs von Zentralbank, Geheimdienst und Verfassungsgericht ernennen. Wenn das Parlament anderen Ernennungen nicht zustimmt, kann der Präsident das Parlament auflösen und vorübergehend selbst Gesetze erlassen.

Die Meinungsfreiheit, die in Kasachstan ohnehin schon stark eingeschränkt ist, darf der neuen Verfassung zufolge nicht "die Moral der Gesellschaft untergraben oder die öffentliche Ordnung stören". Proteste, die es ohnehin kaum noch gibt, ließen sich auf dieser Grundlage noch leichter unterbinden. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warnte, die Reform könne zu "übermäßigen und ungerechtfertigten Einschränkungen der Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit führen".

Kritik im Land selbst wurde vor dem Referendum unterbunden: Menschen, die in Onlinenetzwerken Kritik übten, wurden von der Polizei vorgeladen oder sogar vorübergehend festgenommen. Journalisten, die Umfragen veröffentlichten, wurden mit Geldstrafen belegt. Tokajew sagte, die Regierungskritiker hätten "eine rote Linie überschritten" und die neue Verfassung nicht verstanden.

D.Kelly--TNT

Empfohlen

Iranische Führung kündigt Anhebung des Mindestlohns um 60 Prozent an

Inmitten des Iran-Kriegs hat die Führung in Teheran eine deutliche Anhebung des Mindestlohns angekündigt. Der Mindestlohn solle um gut 60 Prozent steigen, teilte das iranische Arbeitsministerium am Sonntag laut dem Bericht staatlicher Medien mit. Auch die Unterstützung für Familien mit Kindern solle in ähnlichem Umfang erhöht werden.

Kommunalwahlen in Frankreich: Präsidentschaftskandidat Philippe in Le Havre vorn

Die Kommunalwahlen in Frankreich ebnen dem ehemaligen Premierminister Edouard Philippe voraussichtlich den Weg zur Präsidentschaftskandidatur: Philippe hatte eine Kandidatur an den Erfolg seiner Wiederwahl als Bürgermeister von Le Havre geknüpft und liegt nun in der ersten Runde weit vorn. Hochrechnungen zufolge kam er am Sonntag auf etwa 43 Prozent. Philippe war der erste Premierminister unter Präsident Emmanuel Macron in dessen erster Amtszeit.

Kommunalwahlen in Frankreich: Sozialist Grégoire in Paris weit vorn

Bei den Kommunalwahlen in Frankreich liegt in Paris der sozialistische Kandidat Emmanuel Grégoire nach dem ersten Durchgang vorn. Hochrechnungen zufolge kam er am Sonntag in der Hauptstadt auf rund 38 Prozent der Stimmen und landete damit weit vor der konservativen Kandidatin, Ex-Kulturministerin Rachida Dati. Sie kam auf 24 Prozent.

Kommunalwahlen in Frankreich: Rechtspopulisten siegen offenbar in mehreren Städten

Bei den Kommunalwahlen in Frankreich hat die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) ersten Prognosen und Hochrechnungen zufolge mehrere Siege erringen können. Nach Angaben von Parteichef Jordan Bardella wurden mehrere RN-Bürgermeister "im Amt bestätigt". Mit Blick auf die zweite Runde am kommenden Sonntag wolle der RN den Rechten die "Hand reichen", sagte Bardella.

Textgröße ändern: