The National Times - Iran-Krieg: Französischer Soldat und sechs US-Soldaten im Nachbarland Irak getötet

Iran-Krieg: Französischer Soldat und sechs US-Soldaten im Nachbarland Irak getötet


Iran-Krieg: Französischer Soldat und sechs US-Soldaten im Nachbarland Irak getötet
Iran-Krieg: Französischer Soldat und sechs US-Soldaten im Nachbarland Irak getötet / Foto: © Etat Major des Armées/AFP

Der Irak wird zunehmend zu einem weiteren Schauplatz im Iran-Krieg: Ein französischer Soldat und alle sechs Besatzungsmitglieder eines US-Tankflugzeugs kamen dort ums Leben, wie Armeevertreter beider Länder am Freitag mitteilten. Der französische Soldat wurde nach Angaben aus Paris bei einem Angriff mit einer iranischen Schahed-Drohne auf einen Militärstützpunkt in der kurdischen Region Erbil im Nordirak getötet. Das US-Tankflugzeug stürzte im Westen des Irak unter ungeklärten Umständen ab.

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Bei dem Drohnenangriff auf den Militärstützpunkt südwestlich von Erbil wurden zudem sechs Soldaten verletzt, wie das französische Verteidigungsministerium mitteilte. Sie wurden im Krankenhaus behandelt und sollten nach Frankreich ausgeflogen werden. Erbil ist die Hauptstadt der autonomen Kurdenregion im Nordirak.

Die Identität der Angreifer stand zunächst nicht fest. Allerdings hatte eine pro-iranische Gruppe zuvor angekündigt, französische Ziele in der Region angreifen zu wollen. Sie begründete dies mit der Entsendung des französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle in die Nahost-Region und der "Beteiligung an den Einsätzen".

Tatsächlich befindet sich der französische Flugzeugträgerverband, zu dem Fregatten und Kampfflugzeuge zählen, im östlichen Mittelmeer, wo er sich an Militärmanövern beteiligen soll. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte dessen Entsendung als rein defensive Maßnahme bezeichnet - zugleich aber auch mit seinem Besuch auf dem Flugzeugträger für eine hohe Aufmerksamkeit gesorgt. Mittelfristig hatte Macron den Einsatz von acht Fregatten und zwei Hubschrauberträgern im östlichen Mittelmeer, im Roten Meer und bis hin zur Straße von Hormus angekündigt.

"Mit Blick auf diesen Krieg ist die Haltung Frankreichs ausschließlich defensiv", bekräftigte Macron am Freitag. Auf Spekulationen, wer hinter dem Angriff auf den Militärstützpunkt stecken könnte, ließ er sich nicht ein. Es sei wichtig, "einen kühlen Kopf zu behalten", sagte er auf eine Frage nach möglichen Reaktionen.

Macron sprach den Angehörigen der von dem Angriff bei Erbil betroffenen Soldaten sein Mitgefühl aus. Die französischen Soldaten im Irak seien am internationalen Einsatz gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beteiligt gewesen. "Sie sind im Irak im Rahmen des Kampfes gegen den Terrorismus. Der Krieg im Iran kann solche Angriffe nicht rechtfertigen", betonte Macron im Onlinedienst X. Es handelt sich um den ersten Todesfall eines französischen Soldaten im Iran-Krieg.

Das US-Tankflugzeug vom Typ KC-135 stürzte am Donnerstag im Westen des Irak ab. Die Gründe für den Absturz würden noch ermittelt, teilte das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom mit. Nach anfänglichen Berichten über vier Tote bestätigte Centcom später, dass alle sechs Besatzungsmitglieder tot seien.

Der Absturz sei "weder auf feindlichen Beschuss noch auf versehentlichen Beschuss durch eigene Truppen" zurückzuführen, erklärte Centcom. Ein zweites, "an dem Vorfall beteiligtes" Flugzeug sei sicher gelandet. Damit steigt die Zahl der im Iran-Krieg getöteten US-Armeeangehörigen auf 13.

Die iranische Armee erklärte hingegen in einer vom Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung, eine verbündete Gruppe im Irak habe das US-Flugzeug mit einer Rakete abgeschossen. Die pro-iranische Allianz Islamischer Widerstand im Irak erklärte ihrerseits, das US-Flugzeug abgeschossen zu haben.

Die Maschine vom Typ KC-135 ist das vierte US-Flugzeug, das seit Beginn des Iran-Krieges abgestürzt ist. Anfang März waren drei US-Kampfflugzeuge vom Typ F-15E nach Angaben der US-Armee "versehentlich" von der kuwaitischen Luftabwehr abgeschossen worden. Die Besatzungsmitglieder konnten sich retten.

Seit Beginn des Iran-Kriegs vor knapp zwei Wochen wurde der Irak und oft auch die Kurdenregion im Nordirak attackiert, teils von pro-iranischen Milizen im Irak. Am Donnerstag war ein italienischer Militärstützpunkt in Erbil von einer Drohne getroffen worden. Dabei wurde niemand verletzt. Die Regierung in Rom kündigte an, ihre Soldaten vorläufig von dem Stützpunkt abzuziehen.

T.Allen--TNT

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