The National Times - Mutmaßliche Misshandlung von Häftling: Anklage gegen israelische Soldaten eingestellt

Mutmaßliche Misshandlung von Häftling: Anklage gegen israelische Soldaten eingestellt


Mutmaßliche Misshandlung von Häftling: Anklage gegen israelische Soldaten eingestellt
Mutmaßliche Misshandlung von Häftling: Anklage gegen israelische Soldaten eingestellt / Foto: © AFP/Archiv

Die israelische Militärjustiz hat ihre Anklage gegen fünf Soldaten fallengelassen, denen in einem großes Aufsehen erregenden Fall die Misshandlung eines palästinensischen Gefangenen angelastet worden war. Die Armee begründete am Donnerstag in einer Erklärung die Entscheidung mit "Verfahrensschwierigkeiten", die seit der Anklageerhebung im Februar 2025 aufgetreten seien.

Textgröße ändern:

Als eines dieser Probleme wurde genannt, dass der betroffene Palästinenser inzwischen im Rahmen des Austauschs von Hamas-Geiseln gegen Häftlinge freigelassen und in den Gazastreifen zurückgekehrt sei. Er stehe deshalb nicht mehr als Zeuge in dem Fall zur Verfügung.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begrüßte die Entscheidung der Militärjustiz. Zugleich nannte er es "inakzeptabel", dass diese Entscheidung "so lange gebraucht" habe. In dem Fall seien israelische Soldaten "in krimineller Weise" verfolgt worden, erklärte Netanjahu. "Der Staat Israel muss seine Feinde verfolgen, nicht seine heroischen Kämpfer", fügte er hinzu.

In der Anklage war den fünf Reservisten vorgeworfen worden, gegen den Palästinenser in dem Hochsicherheitsgefängnis Sde Teiman "schwere Gewalt" angewendet zu haben und dabei auch ein "scharfes Objekt" verwendet zu haben. Die mutmaßlichen Misshandlungen verursachten demnach "gebrochene Rippen, Lungenverletzungen und einen Riss des Rektums".

Der Fall führte auch zum Rücktritt der Militärstaatsanwältin Jifat Tomer-Jeruschalmi, die wegen der Verbreitung eines Videos von den Misshandlungen unter Druck geraten war. In ihrem im November veröffentlichten Rücktrittsschreiben räumte sie ein, das Video an die Medien weitergereicht zu haben.

Menschenrechtsgruppen haben immer wieder die Misshandlung von Häftlingen in dem Gefängnis Sde Teiman angeprangert. Die Haftanstalt war nach Beginn des Kriegs zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas eingerichtet worden, um Gefangene aus dem Gazastreifen unterzubringen. Der Krieg war durch den beispiellosen Großangriff der Hamas und mit ihr verbündeter Kämpfer auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Seit dem 10. Oktober gilt eine fragile Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel.

Q.Marshall--TNT

Empfohlen

Trotz Waffenruhe-Verlängerung: Israel greift erneut Ziele im Südlibanon an

Einen Tag nach der Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon hat Israel erneut Hisbollah-Ziele im Nachbarland angegriffen. Die Streitkräfte hätten Angriffe auf die Infrastruktur der pro-iranischen Miliz "in mehreren Gebieten im Süden des Libanon" begonnen, erklärte die Armee am Samstag. Die Hisbollah lehnt die Feuerpause wie auch die direkten Gespräche ab und griff Israel erneut mit Drohnen an. Israel meldete den Tod eines Soldaten im Südlibanon.

Regierungskrise in London: Ex-Minister Streeting will Starmer als Premier ablösen

Der vor zwei Tagen als britischer Gesundheitsminister zurückgetretene Wes Streeting will Premierminister Keir Starmer ablösen. Streeting kündigte am Samstag an, er wolle als möglicher Nachfolger des nach den Kommunal- und Regionalwahlen angeschlagenen Partei- und Regierungschefs kandidieren. "Wir brauchen einen echten Wettkampf mit den besten Kandidaten, und ich werde antreten", sagte Streeting in London. Der 43-Jährige ist der erste potenzielle Herausforderer des Premiers, der öffentlich seine Absicht bekundet hat, gegen Starmer anzutreten.

Britischer Ex-Minister Streeting will als möglicher Starmer-Nachfolger kandidieren

Der britische Ex-Gesundheitsminister Wes Streeting will Premierminister Keir Starmer ablösen. Streeting kündigte am Samstag an, er wolle als möglicher Nachfolger des nach den Kommunal-und Regionalwahlen angeschlagenen Regierungschefs kandidieren. "Wir brauchen einen echten Wettkampf mit den besten Kandidaten, und ich werde antreten", sagte Streeting in London.

Zehntausende bei Demonstration von rechtsextremem Aktivisten in London

Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen haben in London am Samstag zwei Demonstrationen begonnen: Zehntausende Menschen nahmen an der Demonstration "Unite the Kingdom" des rechtsextremen Aktivisten Tommy Robinson teil, wie auf Luftaufnahmen britischer Medien zu sehen war. An einer pro-palästinensischen und gegen Rassismus gerichteten Demonstration beteiligten sich nach Angaben eines AFP-Reporters mehrere tausend Menschen.

Textgröße ändern: