The National Times - Millionenbetrug mit Coronatests in Berlin: 49-Jähriger zu langer Haft verurteilt

Millionenbetrug mit Coronatests in Berlin: 49-Jähriger zu langer Haft verurteilt


Millionenbetrug mit Coronatests in Berlin: 49-Jähriger zu langer Haft verurteilt
Millionenbetrug mit Coronatests in Berlin: 49-Jähriger zu langer Haft verurteilt / Foto: © AFP/Archiv

In einem Fall von Millionenbetrug mit Coronatests in Berlin ist ein 49-Jähriger erneut zu einer langen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Berlin sprach ihn am Donnerstag des Betrugs in 67 Fällen schuldig. Unter Einbeziehung einer weiteren Verurteilung unter anderem wegen Vergewaltigung wurde er wie bereits im ersten Urteil in dem Fall zu einer Haftstrafe von acht Jahren und neun Monaten verurteilt.

Textgröße ändern:

Der Mann, der 1998 aus der Türkei nach Deutschland gekommen war, betrieb laut Gericht in Berlin mehrere Kioske und andere Gewerbe. In 18 davon ließ er im Frühling 2021 Coronatestzentren registrieren, teils unter dem Namen von Strohmännern, in einem Fall sogar im Namen einer von ihm erfundenen Identität. In manchen Zentren wurden entgegen seinen Angaben gar keine Tests durchgeführt, in anderen weitaus weniger, als von ihm abgerechnet wurden.

Von der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin bekam er für jeden angeblichen Test eine bestimmte Summe, insgesamt flossen fast zehn Millionen Euro auf Konten des Angeklagten oder auf faktisch von ihm geführte Konten. Laut Staatsanwaltschaft schaffte der Angeklagte davon rund sechs Millionen Euro in die Türkei - was sie dem Zugriff deutscher Behörden entzog.

Bereits am 27. März 2023 wurde der Angeklagte vom Landgericht Berlin wegen Betrugs verurteilt. Es ordnete die Einziehung von Taterträgen in Höhe von 9,6 Millionen Euro an. Unter anderem die Staatsanwaltschaft legte daraufhin Revision ein. Sie bemängelte, dass das Gericht die tatsächlich erbrachten Tests nicht in die Schadenssumme mit einbezogen hatte. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil daraufhin wegen Rechtsfehlern für einen Teil der Fälle auf, daher musste erneut verhandelt werden.

In dem nun neuerlich geführten Prozess beantragte die Staatsanwaltschaft, es bei der Strafe von acht Jahren und neun Monaten zu belassen und die einzuziehende Summe von rund 9,6 auf rund 9,7 Millionen Euro zu erhöhen. Dem folgte das Gericht.

Die Verteidigung verwies in ihrem Plädoyer auf den "dramatischen" Gesundheitszustand des Angeklagten. Während des Strafvollzugs sei er wegen eines Aderverschlusses nahezu erblindet, mutmaßlich aufgrund von Bluthochdruck. Die Verteidigung plädierte daher auf eine Verringerung der Freiheitsstrafe um ein halbes Jahr oder ein Jahr.

Mit angeklagt war die 48 Jahre alte Schwester des 49-Jährigen, weil sie ihre Daten und Personalien zur Verfügung gestellt hatte. Sie wurde im ersten Prozess wegen Beihilfe zum Betrug zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Diese Strafe fiel nun etwas geringer aus. Das Landgericht verurteilte sie zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren.

S.Ross--TNT

Empfohlen

Trotz Waffenruhe-Verlängerung: Israel greift erneut Ziele im Südlibanon an

Einen Tag nach der Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon hat Israel erneut Hisbollah-Ziele im Nachbarland angegriffen. Die Streitkräfte hätten Angriffe auf die Infrastruktur der pro-iranischen Miliz "in mehreren Gebieten im Süden des Libanon" begonnen, erklärte die Armee am Samstag. Die Hisbollah lehnt die Feuerpause wie auch die direkten Gespräche ab und griff Israel erneut mit Drohnen an. Israel meldete den Tod eines Soldaten im Südlibanon.

Regierungskrise in London: Ex-Minister Streeting will Starmer als Premier ablösen

Der vor zwei Tagen als britischer Gesundheitsminister zurückgetretene Wes Streeting will Premierminister Keir Starmer ablösen. Streeting kündigte am Samstag an, er wolle als möglicher Nachfolger des nach den Kommunal- und Regionalwahlen angeschlagenen Partei- und Regierungschefs kandidieren. "Wir brauchen einen echten Wettkampf mit den besten Kandidaten, und ich werde antreten", sagte Streeting in London. Der 43-Jährige ist der erste potenzielle Herausforderer des Premiers, der öffentlich seine Absicht bekundet hat, gegen Starmer anzutreten.

Britischer Ex-Minister Streeting will als möglicher Starmer-Nachfolger kandidieren

Der britische Ex-Gesundheitsminister Wes Streeting will Premierminister Keir Starmer ablösen. Streeting kündigte am Samstag an, er wolle als möglicher Nachfolger des nach den Kommunal-und Regionalwahlen angeschlagenen Regierungschefs kandidieren. "Wir brauchen einen echten Wettkampf mit den besten Kandidaten, und ich werde antreten", sagte Streeting in London.

Zehntausende bei Demonstration von rechtsextremem Aktivisten in London

Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen haben in London am Samstag zwei Demonstrationen begonnen: Zehntausende Menschen nahmen an der Demonstration "Unite the Kingdom" des rechtsextremen Aktivisten Tommy Robinson teil, wie auf Luftaufnahmen britischer Medien zu sehen war. An einer pro-palästinensischen und gegen Rassismus gerichteten Demonstration beteiligten sich nach Angaben eines AFP-Reporters mehrere tausend Menschen.

Textgröße ändern: