The National Times - Konflikt zwischen Israel und Hisbollah im Libanon verschärft sich weiter

Konflikt zwischen Israel und Hisbollah im Libanon verschärft sich weiter


Konflikt zwischen Israel und Hisbollah im Libanon verschärft sich weiter
Konflikt zwischen Israel und Hisbollah im Libanon verschärft sich weiter / Foto: © AFP

Eine Woche nach der Ausweitung des Iran-Krieges auf den Libanon dauern die gegenseitigen Angriffe der israelischen Armee und der pro-iranischen Hisbollah an. Die israelische Armee griff am Montag libanesischen Staatsmedien zufolge erneut Hisbollah-Hochburgen im Süden Beiruts an. Nach israelischen Angaben galten die Angriffe einer mit der Hisbollah verbundenen Finanzfirma. Während die Hisbollah Israel erneut mit Raketen beschoss und dem neuen obersten Anführer im Iran die Treue schwor, verschob der Libanon wegen des Krieges die für Mai geplante Parlamentswahl.

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Die staatliche Nachrichtenagentur ANI meldete mindestens drei israelische Angriffe in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt. Live-Bilder von AFPTV zeigten Rauch über dem Süden Beiruts. Die israelische Armee hatte die Bewohner der betroffenen Gebiete zuvor zur Evakuierung aufgefordert, viele Menschen waren dem Aufruf gefolgt.

Einem Sprecher der israelischen Armee richteten sich die Angriffe gegen Niederlassungen der mit der Hisbollah verbundenen Finanzinstitution Al-Kard Al-Hassan. Das Finanzunternehmen ist von den USA mit Sanktionen belegt und vor allem in Hisbollah-Hochburgen im Süden und Osten des Libanon sowie in den südlichen Vororten Beiruts tätig. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete einen Toten bei den Angriffen.

Die israelische Armee meldete zudem einen Einsatz im Libanon. Ziel sei es, Hisbollah-Mitglieder und deren Infrastruktur aufzuspüren und auszuschalten und so die Bevölkerung Nordisraels besser zu schützen.

Die Hisbollah erklärte unterdessen, ihre Kämpfer hätten in der östlichen Bekaa-Ebene einen israelischen Hubschrauber abgeschossen. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht dazu. Am Sonntag hatten die israelischen Streitkräfte den Tod zweier Soldaten bei Kämpfen gegen die Hisbollah im Südlibanon gemeldet. Im Süden des Libanon griff die Hisbollah nach eigenen Angaben auch am Montag israelische Soldaten an, die in die Grenzorte Odaisseh und Aitarun eingerückt waren.

Insgesamt bekannte sich die Hisbollah am Montag zu mindestens zehn Angriffen auf Israel, darunter ein Raketenangriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Haifa.

Die pro-iranische Miliz schwor unterdessen dem neuen obersten Anführer im Iran die Treue. Die Miliz übermittle ihre "herzlichsten Glückwünsche und Segenswünsche" an Modschtaba Chamenei und bekräftige ihren "Treueschwur" sowie ihre "anhaltende Loyalität", erklärte die vom Iran finanzierte Miliz. Modschtaba Chamenei war am Sonntag zum Nachfolger seines Vaters Ayatollah Ali Chamenei bestimmt worden, der am ersten Tag des Iran-Kriegs in Teheran getötet worden war.

Das Parlament im Libanon stimmte angesichts der angespannten Sicherheitslage für eine Verlängerung seiner Legislaturperiode. Die für Mai geplante Parlamentswahl werde um zwei Jahre verschoben, teilte Parlamentspräsident Nahib Berri mit.

Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar war auch der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon wieder eskaliert. Libanesische Behörden hatten am Sonntag mindestens 394 Tote infolge israelischer Angriffe gemeldet, darunter 83 Minderjährige. In Beirut wurden zudem 517.000 Binnenvertriebene registriert.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) warf Israel den Einsatz von weißem Phosphor bei Angriffen auf Wohngebiete im Südlibanon vor. Die Aktivisten beriefen sich bei ihrem Vorwurf auf von ihnen überprüfte Bilder. Der Einsatz von weißem Phosphor als chemische Waffe ist nach internationalem Recht untersagt. Die Nutzung zur Beleuchtung von Schlachtfeldern ist jedoch erlaubt.

C.Bell--TNT

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