The National Times - Deutschland wird viertgrößter Waffenexporteur - Weltweite Zunahme um 9,2 Prozent

Deutschland wird viertgrößter Waffenexporteur - Weltweite Zunahme um 9,2 Prozent


Deutschland wird viertgrößter Waffenexporteur - Weltweite Zunahme um 9,2 Prozent
Deutschland wird viertgrößter Waffenexporteur - Weltweite Zunahme um 9,2 Prozent / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Deutschland hat seine Rolle als weltweiter Waffenexporteur in den vergangenen fünf Jahren deutlich ausgebaut. Wie aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervorgeht, rückte die Bundesrepublik im Zeitraum von 2021 bis 2025 in der Rangliste der wichtigsten Exporteure schwerer Waffen vom fünften auf den vierten Platz vor und überholte damit China. Das Volumen deutscher Ausfuhren stieg gegenüber 2016 bis 2020 um 15 Prozent. Weltweit legte der Handel mit schweren Waffen im selben Zeitraum um 9,2 Prozent zu.

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Fast ein Viertel der Lieferungen aus Deutschland – 24 Prozent – ging Sipri zufolge als Militärhilfe an die Ukraine. Deutschland kam im Zeitraum 2021 bis 2025 auf einen Anteil von 5,7 Prozent an den weltweiten Waffenexporten. Wichtigste Abnehmerregion deutscher Großwaffen war Europa mit 41 Prozent der Lieferungen, gefolgt vom Nahen Osten (33 Prozent) sowie Asien und Ozeanien (17 Prozent).

Auch die Importe schwerer Waffen nach Deutschland nahmen drastisch zu, um mehr als das Zehnfache im Vergleich zum Zeitraum von 2016 bis 2020 (plus 914 Prozent). Der Zuwachs war somit noch deutlich größer als jener in ganz Europa.

Europaweit verdreifachten sich die Einfuhren schwerer Waffen im Vergleich zur vorherigen Fünfjahresperiode (plus 210 Prozent). Europa importierte rund ein Drittel aller weltweit gehandelten schweren Waffen, fast die Hälfte (48 Prozent) kam aus den USA. Der Kontinent wurde laut Sipri erstmals seit den 1960er Jahren zur wichtigsten Importregion für schwere Waffen.

Treiber dieser Entwicklung waren Sipri zufolge vor allem der Krieg in der Ukraine, die Ungewissheit über die Bündnistreue der USA innerhalb der Nato und die daraus folgenden deutlich gestiegenen Rüstungsausgaben vieler europäischer Staaten. Auch auf der Exportseite spielt Europa eine wachsende Rolle: Allein die Ausfuhren der 27 EU-Mitgliedsstaaten stiegen laut Sipri um 36 Prozent.

Die USA bauten ihre dominierende Stellung auf dem globalen Markt für schwere Waffen weiter aus. Ihr Anteil an den weltweiten Waffenexporten stieg laut Sipri von 36 auf 42 Prozent, der Umfang der amerikanischen Lieferungen wuchs um 27 Prozent.

Russland bleibt zwar der weltweit drittgrößte Exporteur schwerer Waffen, die Ausfuhren brachen aber zwischen 2021 und 2025 um 64 Prozent ein.

China, der nunmehr noch weltweit fünftgrößte Waffenexporteur hinter Deutschland, steigerte sein Ausfuhrvolumen um elf Prozent. Zugleich brachen die chinesischen Waffenimporte ein: Die Volksrepublik fiel im Zeitraum 2021 bis 2025 einerseits erstmals seit den frühen 90er Jahren aus der Rangliste der zehn größten Importeure schwerer Waffen heraus und lag nur noch auf Rang 21 weltweit.

Die chinesischen Waffenimporte sanken drastisch im Vergleich zur vorherigen Fünfjahresperiode um 72 Prozent. Sipri zufolge baute das Land seine eigene Rüstungsproduktion stark aus.

Unter den europäischen Verbündeten Deutschlands steigerten Polen (plus 4387 Prozent) und Italien (plus 157 Prozent) ihre Waffenexporte besonders stark. Italien ist nun der weltweit sechstgrößte Waffenexporteur. Ende Januar hatten Deutschland und Italien bei Regierungskonsultationen in Rom eine vertiefte Zusammenarbeit im Rüstungsbereich und eine engere Kooperation ihrer Verteidigungsindustrien vereinbart.

Als "schwere Waffen" definiert Sipri Rüstungsgerät, das größer ist als Kleinwaffen und Munition: unter anderem also unter anderem Kampfflugzeuge, Kampfdrohnen, Militärhubschrauber, Kriegsschiffe, Panzer und Artilleriesysteme.

Sipri weist darauf hin, dass seine Statistik nicht den finanziellen Wert von Waffenlieferungen erfasst, sondern deren Umfang anhand eines eigenen Indikators für militärisches Gerät misst.

K.M.Thompson--TNT

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