The National Times - Trump macht Chamenei-Nachfolge von seiner Zustimmung abhängig

Trump macht Chamenei-Nachfolge von seiner Zustimmung abhängig


Trump macht Chamenei-Nachfolge von seiner Zustimmung abhängig
Trump macht Chamenei-Nachfolge von seiner Zustimmung abhängig / Foto: © AFP

Nach der Wahl eines neuen obersten Anführers im Iran hat US-Präsident Donald Trump dessen Schicksal von seiner Zustimmung abhängig gemacht. Wer auch immer Nachfolger des getöteten geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Chamenei werde, brauche sein Einverständnis, sagte Trump am Sonntag dem Sender ABC News - andernfalls werde er sich "nicht lange halten".

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Der iranische Expertenrat hatte zuvor ein neues geistliches Oberhaupt gewählt, seine Entscheidung jedoch noch nicht bekannt gegeben. Äußerungen deuteten darauf hin, dass Chameneis Sohn Modschtaba seinem Vater nachfolgen soll. Dieser ist wie sein vor rund einer Woche bei Angriffen Israels und der USA getöteter Vater ein konservativer Hardliner.

Trump hatte sich bereits vor Tagen gegen Modschtaba Chamenei ausgesprochen und den 56-Jährigen als "Leichtgewicht" abgetan. Die israelische Armee hatte gedroht, jeden künftigen Anführer des Iran "ohne Zögern ins Visier zu nehmen".

Ungeachtet neuer massiver Luftangriffe Israels betonten die iranischen Revolutionsgarden am Sonntag ihren Kampfeswillen. Sie seien in der Lage, "einen intensiven Krieg mit dem derzeitigen Tempo mindestens sechs Monate lang fortzusetzen". Nachdem bislang Raketen der "ersten und zweiten Generation" eingesetzt worden seien, würden in Kürze modernere Geschosse und Raketen mit großer Reichweite verwendet, drohte ein Sprecher.

Trump hatte den Iran am Freitag zur "bedingungslosen Kapitulation" aufgefordert. Der iranische Präsident Massud Peseschkian wies dies scharf zurück: "Die Feinde müssen ihren Wunsch nach der Kapitulation des iranischen Volks mit ins Grab nehmen", sagte er am Samstag. Trump kündigte daraufhin "sehr harte" Angriffe auf den Iran an und drohte mit einer Ausweitung der potenziellen Ziele.

Israelische Kampfjets griffen in der Nacht zum Sonntag fünf Öldepots rund um Teheran an, riesige Feuer brachen aus. Die iranische Militärführung drohte mit Angriffen auf Ölanlagen in der Golfregion, falls Israel weiterhin Energie-Infrastruktur im Iran ins Visier nehme.

Die Regierungen anderer mehrheitlich muslimischer Staaten in der Region müssten die USA und Israel "so schnell wie möglich" vor weiteren Angriffen warnen, erklärte das zentrale iranische Militärkommando: "Wenn ihr mit Ölpreisen von mehr als 200 Dollar pro Barrel zurechtkommt, spielt nur weiter dieses Spiel."

US-Energieminister Chris Wright betonte, die US-Armee wolle die Öl- und Gasanlagen im Iran bei ihren Angriffen verschonen. Angesichts der massiv gestiegenen Ölpreise auf dem Weltmarkt sagte Wright, die Auswirkungen des Iran-Krieges seien vorübergehend - "im schlimmsten Fall ein paar Wochen, aber nicht Monate".

Nach Angaben des US-Autoversicherers AAA stieg der Benzinpreis in den USA seit Beginn des Iran-Kriegs innerhalb einer Woche um 16 Prozent, Diesel verteuerte sich um 22 Prozent. Der Treibstoffpreis könnte sich auf die Zwischenwahlen in den USA im November auswirken. Trumps Umfragewerte waren bereits vor Beginn des Iran-Kriegs stark gefallen.

Die israelische Luftwaffe flog in der Nacht zum Samstag eine ihrer bislang massivsten Angriffswellen auf den Iran; nach Armeeangaben attackierten 80 Kampfjets Teheran und weitere Städte im Landesinneren. Bombardiert wurde laut Armee unter anderem eine Militärakademie, eine unterirdische Kommandozentrale und ein Lager für ballistische Raketen.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar massive Luftangriffe auf den Iran gestartet. Dabei wurden der seit 1989 herrschende Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel sowie auf Ziele in mehreren Golfstaaten. Auch der Konflikt zwischen Israel und der vom Iran finanzierten Hisbollah-Miliz im Libanon eskalierte erneut.

Bei einem israelischen Angriff auf ein Hotel in der libanesischen Hauptstadt Beirut in der Nacht zum Sonntag wurden nach Angaben der israelischen Armee fünf Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden getötet, darunter drei Kommandeure der Auslands-Kampfeinheit Al-Kuds-Brigaden.

Der Iran setzte unterdessen seine Angriffe auf Israel und in der Golfregion fort. In Israel wurden dabei nach Angaben der Rettungsdienste mindestens sechs Menschen verletzt. Iranische Angriffe mit Raketen und Drohnen wurden auch aus Bahrain, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten gemeldet.

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Abdul Gheit, sprach am Sonntag bei einer Dringlichkeitssitzung der Außenminister des Staatenbundes von "rücksichtslosen" iranischen Angriffen, die "unter keinem Vorwand und mit keiner Entschuldigung" gerechtfertigt werden könnten. Der iranischen Führung warf er einen "schweren strategischen Fehler" vor.

Der französische Präsident Emmanuel Macron forderte den iranischen Staatschef Massud Peseschkian in einem Telefonat am Sonntag auf, die Angriffe auf Länder in der Golfregion sofort einzustellen. Zudem müsse Teheran die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr freigeben, erklärte Macron im Onlinedienst X.

P.Jones--TNT

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