The National Times - USA und Israel wollen Iran mit verstärkten Angriffen zur Kapitulation zwingen

USA und Israel wollen Iran mit verstärkten Angriffen zur Kapitulation zwingen


USA und Israel wollen Iran mit verstärkten Angriffen zur Kapitulation zwingen
USA und Israel wollen Iran mit verstärkten Angriffen zur Kapitulation zwingen / Foto: © AFP

Israel und die USA haben mit verstärkten Luftangriffen auf den Iran zu Beginn der zweiten Kriegswoche versucht, die Führung in Teheran zur Kapitulation zu zwingen. Die israelische Luftwaffe flog das Wochenende über massive Angriffswellen und attackierte dabei nach Armee-Angaben unter anderem ein Lager für ballistische Raketen sowie Öllager in der Hauptstadt Teheran. Der Iran bekräftigte aber seine Kampfbereitschaft und griff seinerseits Israel und die Golfstaaten an.

Textgröße ändern:

"Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran sind in der Lage, einen intensiven Krieg mit dem derzeitigen Tempo mindestens sechs Monate lang fortzusetzen", erklärte der Sprecher der iranischen Revolutionsgarden, Ali Mohammad Naini, am Sonntag. Der Iran habe bislang Raketen der "ersten und zweiten Generation" eingesetzt. Bald würden modernere Raketen und Raketen mit großer Reichweite verwendet.

US-Präsident Donald Trump hatte den Iran am Freitag zur "bedingungslosen Kapitulation" aufgerufen. Der iranische Präsident Massud Peseschkian wies dies am Samstag aber scharf zurück: "Die Feinde müssen ihren Wunsch nach der Kapitulation des iranischen Volks mit ins Grab nehmen." Trump kündigte später "sehr harte" Angriffe auf den Iran an und drohte mit einer Ausweitung der potenziellen Ziele.

Die israelische Luftwaffe flog in der Nacht auf Samstag eine ihrer bislang massivsten Angriffswellen, nach Armeeangaben attackierten dabei 80 Kampfjets Teheran und weitere Städte im Landesinneren. Die israelische Armee griff demnach unter anderem eine Militärakademie, eine unterirdische Kommandozentrale und ein Lager für ballistische Raketen an.

Getroffen wurde auch der internationale Flughafen Mehrabad in Teheran. Die israelische Armee erklärte, bei dem Angriff auf den Flughafen seien "16 Flugzeuge der Kuds-Brigaden der Revolutionsgarden zielgenau zerstört" worden. Die Al-Kuds-Brigaden sind für die Auslandseinsätze der Revolutionsgarden zuständig.

Später griff die israelische Armee nach eigenen Angaben Treibstofflager in Teheran an, die für die "militärische Infrastruktur" genutzt worden seien. Der Iran sprach von US-israelischen Luftangriffen auf vier Öllager und eine "Einrichtung zum Transport von Erdölerzeugnissen". Dabei seien vier Menschen getötet worden. Wegen der Angriffe wurde am Sonntag nach Behördenangaben die Auslieferung von Benzin unterbrochen.

Israel griff zudem ein Hotel in der libanesischen Hauptstadt Beirut an. Die israelische Armee sprach von einem "präzisen Angriff" gegen "wichtige Kommandeure" der iranischen Al-Kuds-Brigaden. Nach libanesischen Angaben wurden mindestens vier Menschen getötet.

Wegen des Iran-Kriegs musste das Personal der deutschen Botschaft in Teheran verlegt worden. Das Botschaftspersonal sei "aufgrund der Bedrohungslage temporär" verlegt worden, hieß es am Sonntag aus dem Auswärtigen Amt. Nähere Angaben wurden nicht gemacht.

Der Iran setzte seinerseits seine Angriffe auf Israel und eine Reihe von Golfstaaten fort. In weiten Teilen Israels wurde immer wieder Luftalarm ausgelöst, unter anderem in den Städten Tel Aviv, Haifa und Beerscheba.

Angriffe mit Raketen oder Drohnen wurden auch in Bahrain, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten gemeldet. In Kuwait wurden nach Armeeangaben Treibstofflager am internationalen Flughafen der Hauptstadt Kuwait-Stadt getroffen. Nach dem Abfangen eines offenbar iranischen Geschosses wurde am Samstag erneut der Flughafen Dubai vorübergehend geschlossen, eines der wichtigsten Drehkreuze für den internationalen Flugverkehr.

Der Iran greift als Reaktion auf die US-israelischen Angriffe, die am Samstag vergangener Woche begonnen hatten, Israel, US-Einrichtungen in Golfstaaten und die Golfstaaten selbst an.

Der iranische Präsident Peseschkian kündigte am Samstag zwar eine Einschränkung der Angriffe auf andere Staaten in der Region an und entschuldigte sich sogar für bereits erfolgte Attacken. Er und Irans Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei stellten später jedoch klar, dass der Iran weiterhin Nachbarländer angreifen werde, die in Teherans Augen die USA und Israel unterstützen.

US-Präsident Trump schloss derweil einen Einsatz von Bodentruppen im Iran zur Sicherung von angereichertem Uran nicht aus. "Vielleicht werden wir das irgendwann machen", sagte er Journalisten an Bord des Präsidentenflugzeugs Air Force One. "Das wäre eine tolle Sache." Der US-Präsident hatte zuvor auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Dover im Bundesstaat Delaware der Überführung der Leichen der bislang sechs im Iran-Krieg getöteten US-Soldaten beigewohnt.

Israel und die USA hatten am 28. Februar massive Luftangriffe auf den Iran begonnen und dabei den obersten Führer der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Chamenei, getötet. Eine Woche nach Chameneis Tod hat der zuständige Expertenrat nach Angaben mehrerer Mitglieder des Gremiums einen Nachfolger bestimmt. Der Name wurde zunächst nicht genannt, ein Mitglied des Expertenrats deutete jedoch an, dass die Wahl auf Chameneis Sohn Modschtaba Chamenei gefallen sei.

V.Bennett--TNT

Empfohlen

Umfrage: 84 Prozent der Befragten machen sich große Sorgen um Deutschland

Gut ein Jahr nach dem Amtsantritt der schwarz-roten Bundesregierung wächst bei einem Großteil der Bevölkerung laut einer aktuellen Umfrage Sorge und Unzufriedenheit über deren Politik. In der vom Meinungsforschungsinstitut Insa wöchentlich für die "Bild am Sonntag" erhobenen repräsentativen Umfrage äußerten 84 Prozent der Befragten große oder sehr große Sorge um Deutschland. 64 Prozent der Befragten waren demnach der Ansicht, dass keine denkbare Koalition in der Lage ist, die Probleme im Land zu lösen. Nur 11 Prozent machten sich demnach geringe Sorgen.

Woody Harrelson bewundert Protestkultur der Franzosen

Hollywoodstar Woody Harrelson wünscht sich eine lebendigere Protestkultur in den USA. Die US-Bürger sollten "so demonstrieren wie die Franzosen", denn "wir lassen unserer Regierung so viel durchgehen", sagte der Schauspieler der Nachrichtenagentur AFP am Samstag beim Filmfestival in Cannes.

Trotz Waffenruhe-Verlängerung: Israel greift erneut Ziele im Südlibanon an

Einen Tag nach der Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon hat Israel erneut Hisbollah-Ziele im Nachbarland angegriffen. Die Streitkräfte hätten Angriffe auf die Infrastruktur der pro-iranischen Miliz "in mehreren Gebieten im Süden des Libanon" begonnen, erklärte die Armee am Samstag. Die Hisbollah lehnt die Feuerpause wie auch die direkten Gespräche ab und griff Israel erneut mit Drohnen an. Israel meldete den Tod eines Soldaten im Südlibanon.

Regierungskrise in London: Ex-Minister Streeting will Starmer als Premier ablösen

Der vor zwei Tagen als britischer Gesundheitsminister zurückgetretene Wes Streeting will Premierminister Keir Starmer ablösen. Streeting kündigte am Samstag an, er wolle als möglicher Nachfolger des nach den Kommunal- und Regionalwahlen angeschlagenen Partei- und Regierungschefs kandidieren. "Wir brauchen einen echten Wettkampf mit den besten Kandidaten, und ich werde antreten", sagte Streeting in London. Der 43-Jährige ist der erste potenzielle Herausforderer des Premiers, der öffentlich seine Absicht bekundet hat, gegen Starmer anzutreten.

Textgröße ändern: