The National Times - Konflikt zwischen Israel und Hisbollah spitzt sich weiter zu

Konflikt zwischen Israel und Hisbollah spitzt sich weiter zu


Konflikt zwischen Israel und Hisbollah spitzt sich weiter zu
Konflikt zwischen Israel und Hisbollah spitzt sich weiter zu / Foto: © AFP

Der Konflikt zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah im Libanon hat sich am fünften Tag des Iran-Krieges weiter zugespitzt. Die israelische Armee griff am Mittwoch nach eigenen Angaben mehrere Hisbollah-Ziele im Libanon an, darunter Raketenstützpunkte im Süden des Nachbarlandes. Die Hisbollah meldete "direkte Gefechte" mit der israelischen Armee. UN-Kreisen zufolge drang die israelische Armee in mehrere Dörfer im Südlibanon vor. Hisbollah-Chef Naim Kassem erklärte, die Miliz werde nicht "kapitulieren".

Textgröße ändern:

Angesichts der verstärkten Offensive gegen die Hisbollah im Zuge des Iran-Kriegs hatte Israel die Menschen im Südlibanon am Mittwoch dazu aufgerufen, sich im Norden des Landes in Sicherheit zu bringen. Die Bewohner des betroffenen Gebiets sollten sich "sofort in Gebiete nördlich des Litani-Flusses" begeben, erklärte Armeesprecher Avichay Adraee im Onlinedienst X. Die Armee sehe sich "gezwungen, militärische Maßnahmen" gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah im Südlibanon zu ergreifen.

Am Abend erklärte die israelische Armee dann, dass zu den angegriffenen Zielen zahlreiche Raketen- und Raketenabschuss-Einrichtungen der Hisbollah südlich des Litani-Flusses gehörten, "darunter eine Drohnenproduktionsstätte".

Die Hisbollah erklärte, ihre Kämpfer hätten "einen Sprengsatz gezündet" und sich "direkte Gefechte" mit den israelischen Streitkräften geliefert. Die Zusammenstöße ereigneten sich demnach im rund sechs Kilometer von der israelischen Grenze entfernten Ort Chiam.

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur AFP aus UN-Kreisen erfahren, dass die israelische Armee bei ihrem Einsatz gegen die Hisbollah in mehrere Dörfer im Südlibanon vorgedrungen sei. Israelische Streitkräfte seien am Mittwoch "in mehreren Dörfern präsent, darunter Kfar Kila, Hula, Kfar Shuba, Jaroun und Chiam", erfuhr AFP aus Kreisen der UN-Mission Unifil.

Israel hatte seine Militäroffensive im Libanon gegen die Hisbollah am Vortag ausgeweitet. Verteidigungsminister Israel Katz kündigte am Dienstag die Einrichtung einer Pufferzone zum Schutz von Gemeinden im israelischen Grenzgebiet an. Katz zufolge wurden die israelischen Streitkräfte angewiesen, "vorzurücken und weitere strategische Stellungen im Libanon unter Kontrolle zu bringen".

Seit Montag werden Ortschaften und Städte im israelischen Grenzgebiet von der Hisbollah mit Raketen und Drohnen angegriffen. Israel reagierte sofort mit Gegenangriffen auf Hisbollah-Ziele, darunter in den Hochburgen der Miliz im Süden von Beirut und im Südlibanon. Die Hisbollah wird vom Iran finanziert und ist wie die islamistische Hamas im Gazastreifen und die Huthis im Jemen Teil von dessen "Achse des Widerstands". Erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.

Bei den israelischen Angriffen auf Hisbollah-Ziele im Libanon wurden nach Angaben libanesischer Behörden seit Montag 72 Menschen getötet und mehr als 400 weitere verletzt. Die Zahl der Vertriebenen gab das libanesische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit mehr als 83.800 an.

Am Abend teilte das Ministerium mit, dass bei zwei israelischen Angriffen auf Autos nahe Beirut drei Menschen getötet worden seien. Die israelische Armee erklärte, zwei Menschen nahe Beirut ins Visier genommen zu haben. Details nannte sie zunächst nicht.

Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-Einrichtungen in der Golfregion.

Hisbollah-Chef Kassem wies Vorwürfe zurück, die Hisbollah sei für die aktuelle Eskalation im Libanon verantwortlich. Die Miliz reagiere auf die "israelisch-amerikanische Aggression", sagte Kassem am Mittwochabend in einer Rede, die auf dem Fernsehsender seiner Organisation ausgestrahlt wurde. Er fügte hinzu: "Für uns ist das eine existenzielle Verteidigung." Kassem kritisierte zudem die libanesische Regierung für ihr "sofortiges Verbot" aller militärischen Aktivitäten der Hisbollah.

Es war Kassems erste Rede seit Beginn des US-israelischen Angriffs auf den Iran am Samstag. Die libanesische Regierung hatte am Montag in einem bisher beispiellosen Schritt ein "sofortiges Verbot" aller militärischen Aktivitäten der Hisbollah erlassen und die Miliz aufgefordert, ihre Waffen abzugeben. Die Regierung in Beirut hatte zugesagt, die Hisbollah zu entwaffnen.

L.Graham--TNT

Empfohlen

Nach Kritik an Gazakrieg: Schauspieler Bardem will sich weiter zu schwierigen Themen äußern

Der für seine Kritik am Gazakrieg bekannte spanische Schauspielstar Javier Bardem will sich weiter zu schwierigen politischen Themen äußern. "Ich halte es für wichtig, seinen Standpunkt ausdrücken zu können, wohlwissend, dass manche Menschen mit dir einverstanden sein werden und andere nicht", sagte der 57-Jährige beim Filmfestival von Cannes der Nachrichtenagentur AFP. "Aber ich habe dieses Recht, genauso wie ein Klempner oder ein Kellner."

Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" kehrt nach 326-tägigem Einsatz in die USA zurück

Der aus dem Iran-Krieg abgezogene US-Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" ist nach seinem 326 Tage dauernden Einsatz auf See wieder in den USA angekommen. Verteidigungsminister Pete Hegseth nahm den größten Flugzeugträger der Welt am Samstag in dessen Heimathafen in Norfolk im US-Bundesstaat Virgina in Empfang, wie die US-Armee im Onlinedienst X mitteilte.

Umfrage: 84 Prozent der Befragten machen sich große Sorgen um Deutschland

Gut ein Jahr nach dem Amtsantritt der schwarz-roten Bundesregierung wächst bei einem Großteil der Bevölkerung laut einer aktuellen Umfrage Sorge und Unzufriedenheit über deren Politik. In der vom Meinungsforschungsinstitut Insa wöchentlich für die "Bild am Sonntag" erhobenen repräsentativen Umfrage äußerten 84 Prozent der Befragten große oder sehr große Sorge um Deutschland. 64 Prozent der Befragten waren demnach der Ansicht, dass keine denkbare Koalition in der Lage ist, die Probleme im Land zu lösen. Nur 11 Prozent machten sich demnach geringe Sorgen.

Woody Harrelson bewundert Protestkultur der Franzosen

Hollywoodstar Woody Harrelson wünscht sich eine lebendigere Protestkultur in den USA. Die US-Bürger sollten "so demonstrieren wie die Franzosen", denn "wir lassen unserer Regierung so viel durchgehen", sagte der Schauspieler der Nachrichtenagentur AFP am Samstag beim Filmfestival in Cannes.

Textgröße ändern: