The National Times - Israels Armee ruft Menschen im Südlibanon zu Evakuierung auf - Zehntausende bereits geflohen

Israels Armee ruft Menschen im Südlibanon zu Evakuierung auf - Zehntausende bereits geflohen


Israels Armee ruft Menschen im Südlibanon zu Evakuierung auf - Zehntausende bereits geflohen
Israels Armee ruft Menschen im Südlibanon zu Evakuierung auf - Zehntausende bereits geflohen / Foto: © AFP

Angesichts der verstärkten Offensive gegen die libanesische Hisbollah-Miliz im Zuge des Iran-Kriegs hat Israel die Menschen im Südlibanon dazu aufgerufen, sich im Norden des Landes in Sicherheit zu bringen. Die Bewohner des mehrere hundert Quadratmeter großen Gebiets sollten sich "sofort in Gebiete nördlich des Litani-Flusses" begeben, erklärte Armeesprecher Avichay Adraee am Mittwoch im Onlinedienst X. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete derweil elf Tote bei israelischen Luftangriffen.

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Die Armee sehe sich "gezwungen, militärische Maßnahmen" gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah im Südlibanon zu ergreifen, erklärte Adraee, einer der auf Arabisch kommunizierenden Sprecher der israelischen Armee, weiter.

Zuvor hatte die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA vermeldet, israelische Truppen seien in den etwa sechs Kilometer hinter der Grenze liegenden libanesischen Ort Chiam vorgerückt. Die israelische Armee hatte nach Angaben aus libanesischen Militärkreisen zusätzlich zu den seit Montag andauernden Luftangriffen auch mit einer Bodenoffensive im Libanon begonnen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP waren bereits am Dienstag israelische Soldaten in Grenzregionen vorgerückt.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz kündigte die Einrichtung einer Pufferzone zum Schutz von Gemeinden im israelischen Grenzgebiet an. Die libanesische Armee zog angesichts des israelischen Vorrückens nach Angaben aus Militärkreisen Soldaten von mehreren erst unlängst errichteten Grenzposten zurück. Den libanesischen Behörden zufolge traten bereits mehr als 58.000 Menschen die Flucht an.

Am Mittwochmorgen griff die israelische Armee laut dem libanesischen Gesundheitsministerium die zwei Dörfer Aramun und Saadijat südlich der libanesischen Hauptstadt Beirut an und tötete dabei sechs Menschen. Acht weitere Menschen seien verletzt worden. Einem Fotografen der Nachrichtenagentur AFP zufolge wurde bei den Luftangriffen auch ein Gebäude in der Nähe eines wichtigen Krankenhauses getroffen. Zahlreiche Bewohner der Dörfer traten die Flucht an.

Die südlichen Vororte von Beirut sind traditionell Hochburgen der Hisbollah. Aramun und Saadijat gelten jedoch nicht als Bastionen der Miliz.

NNA meldete zudem einen israelischen Angriff auf ein vierstöckiges Gebäude in einem Wohnviertel in der Stadt Baalbek im Osten des Landes. In der Hisbollah-Hochburg seien fünf Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden.

Außerdem berichtete NNA über einen israelischen Angriff auf ein Hotel in dem Beiruter Vorort Hasmieh. Krankenwagen seien im Einsatz, berichtete die Nachrichtenagentur. Es war der erste israelische Angriff auf das mehrheitlich von Christen bewohnte Viertel der libanesischen Hauptstadt seit Beginn des Iran-Krieges.

Nach der Zählung des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden mit den Toten vom Mittwoch seit Montag über 60 Menschen bei israelischen Luftangriffen getötet und mehr als 350 verletzt. Dem Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tedros Ghebreyesus zufolge wurden drei Rettungshelfer bei der Bergung von Verletzten getötet. Er rief die Konfliktparteien dazu auf, sich an das humanitäre Völkerrecht zu halten.

Die Hisbollah erklärte am Mittwoch, sie habe die Zentrale des israelischen Luftfahrtunternehmens Israel Aerospace Industries (IAI) mit Drohnen und einen Militärstützpunkt in Israel mit einer Rakete angegriffen. Am Dienstag griff die Miliz nach eigenen Angaben einen israelischen Militärstützpunkt in Haifa mit Raketen an.

Die Miliz hatte in der Nacht zum Montag begonnen, Ziele im Norden Israels mit Raketen und Drohnen anzugreifen. Israel reagierte sofort mit Gegenangriffen. Auslöser der verstärkten Angriffe der vom Iran unterstützten Hisbollah waren die US-israelischen Angriffe auf den Iran. Die Verbündeten hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-Einrichtungen in der Golfregion.

L.A.Adams--TNT

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