The National Times - Iran-Krieg: Dobrindt sieht weiterhin "abstrakte Gefährdung" in Deutschland

Iran-Krieg: Dobrindt sieht weiterhin "abstrakte Gefährdung" in Deutschland


Iran-Krieg: Dobrindt sieht weiterhin "abstrakte Gefährdung" in Deutschland
Iran-Krieg: Dobrindt sieht weiterhin "abstrakte Gefährdung" in Deutschland / Foto: © AFP

Vier Tage nach Beginn des Iran-Krieges sehen die deutschen Sicherheitsbehörden weiter keine konkrete neue Gefährdungslage hierzulande. "Wir sehen weiterhin eine abstrakte Gefährdung, es gibt keine konkreten Gefährdungssituationen", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Mittwoch in Berlin. Die Sicherheitsbehörden hätten die Lage "umfänglich im Blick".

Textgröße ändern:

Die Behörden hätten israelische, jüdische und US-Einrichtungen ebenso im Blick wie das Demonstrationsgeschehen, sagte Dobrindt. Auch stünden vom Ausland gesteuerte sogenannte Proxys und die "organisierte Kriminalität, die damit in Verbindung steht", unter Beobachtung, ebenso die Cybersicherheit. "In allen vier Bereichen gibt es keine neuen Entwicklungen und keine zusätzliche Gefährdung."

Für israelische, jüdische und US-Einrichtungen sei der Schutz "deutlich hochgefahren" worden, sagte Dobrindt. Es gebe eine sichtbar stärkere Polizeipräsenz vor diesen Einrichtungen. Im Bereich der Nachrichtendienste sei das Personal ebenfalls verstärkt worden.

Das Demonstrationsgeschehen sei bisher unauffällig, berichtete der Innenminister. Es gebe nichts, was aus den bisher rund 60 Kundgebungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg heraus eine Gefährdung darstelle, noch eine Gefährdung für die Demos.

Auch bei Anhängern der iranischen Führung, die motiviert sein könnten, Anschläge zu verüben, gebe es keine neue Situation. "Wir haben sie so weit möglich im Blick", sagte der CSU-Politiker.

Cyberattacken aus der Region sind nach Dobrindts Worten rückläufig, hier sei "keine besondere Aktivität zu verzeichnen". Der Minister wies darauf hin, dass es sich um eine Momentaufnahme handle, "das kann sich schnell ändern und verschärfen". Die aktuelle Lage werde jeden Tag neu bewertet, Bund und Länder stimmten sich dabei eng ab.

Eine abstrakte Gefährdung umschreibt nach Dobrindts Angaben, dass es eine allgemeine Gefahrenlage gibt, die sich aber nicht durch ein besonderes Ereignis verstärkt und sich nicht gegen ein konkretes Ziel richtet. "In einer konkreten Gefährdungslage würden wir wissen, dass bestimmte Personen oder Einrichtungen bedroht sind."

Im ZDF-"Morgenmagazin" sagte Dobrindt, auch mögliche Fluchtbewegungen aus dem Nahen Osten würden von den Sicherheitsbehörden beobachtet. Derzeit gebe es aber keine Erkenntnisse, dass "Deutschland ein betroffenes Fluchtzielland" sei. "Momentan sehen wir eher, dass die Fluchtbewegungen gehemmt werden." Sollte sich der Konflikt länger hinziehen, könne sich diese Einschätzung aber verändern.

C.Bell--TNT

Empfohlen

Nach Abschuss von Rakete: Ankara warnt Teheran vor Ausweitung des Iran-Kriegs

Nach dem Abschuss einer in Richtung des türkischen Luftraums fliegenden Rakete hat das Nato-Mitglied Türkei den Iran vor einer Ausweitung des Kriegs in der Nahost-Region gewarnt. Wie am Mittwoch aus dem Außenministerium in Ankara verlautete, sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan seinem iranischen Kollegen in einem Telefonat, dass "jede Maßnahme, die zu einer Eskalation des Konflikts führen könnte, vermieden werden" müsse.

Zwei weitere Festnahmen im Fall des getöteten Ultrarechten in Lyon

Gut zwei Wochen nach dem Tod des ultrarechten Aktivisten Quentin Deranque in Folge einer Schlägerei mit Linksextremen hat die französische Polizei zwei weitere junge Männer in Gewahrsam genommen. "Wir gehen davon aus, dass wir nun alle festgenommen haben, die an den Schlägen auf Quentin Deranque beteiligt waren", hieß es am Mittwoch in Polizeikreisen.

Israels Armee ruft Menschen im Südlibanon zu Evakuierung auf - Zehntausende bereits geflohen

Angesichts der verstärkten Offensive gegen die libanesische Hisbollah-Miliz im Zuge des Iran-Kriegs hat Israel die Menschen im Südlibanon dazu aufgerufen, sich im Norden des Landes in Sicherheit zu bringen. Die Bewohner des mehrere hundert Quadratmeter großen Gebiets sollten sich "sofort in Gebiete nördlich des Litani-Flusses" begeben, erklärte Armeesprecher Avichay Adraee am Mittwoch im Onlinedienst X. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete derweil elf Tote bei israelischen Luftangriffen.

Flüssiggas-Tanker sinkt vor Libyen nach Explosion - Russland wirft Ukraine Angriff vor

Russland hat die Ukraine beschuldigt, einen russischen Flüssigerdgas-Frachter vor der libyschen Küste angegriffen und versenkt zu haben. Die Attacke sei mit einer von der libyschen Küste gestarteten Marinedrohne erfolgt, erklärte das russische Verkehrsministerium am Mittwoch. Die 30-köpfige Besatzung des mit Flüssigerdgas (LNG) beladenen und vom nordrussischen Murmansk aus gestarteten Tankers "Arctic Megagaz" befinde sich in Sicherheit.

Textgröße ändern: