The National Times - Dritter Kriegstag: Iran lehnt Verhandlungen ab - neue Brandherde in der Region

Dritter Kriegstag: Iran lehnt Verhandlungen ab - neue Brandherde in der Region


Dritter Kriegstag: Iran lehnt Verhandlungen ab - neue Brandherde in der Region
Dritter Kriegstag: Iran lehnt Verhandlungen ab - neue Brandherde in der Region / Foto: © AFP

Der von den USA und Israel gestartete Krieg gegen den Iran hat am Montag weiterhin die gesamte Nahost-Region erschüttert und neue Brandherde hervorgebracht. Während die israelische Armee am dritten Kriegstag eine neue Angriffswelle auf Teheran flog, griff die pro-iranische Hisbollah in der Nacht vom Libanon aus Israel mit Raketen an. Aus mehreren Golfmonarchien wurden neue iranische Angriffe auf Schiffe und Raffinerien gemeldet, eine iranische Drohne traf einen britischen Luftwaffenstützpunkt auf Zypern. Weltweit sorgte der Krieg für einen sprunghaften Anstieg der Öl- und Gaspreise.

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Die israelische Luftwaffe erklärte, sie habe "unter Anleitung der Geheimdienste" einen weiteren "umfassenden Angriff auf Ziele des iranischen Terrorregimes" im Zentrum der Hauptstadt Teheran ausgeführt. AFP-Reporter berichteten von heftigen Explosionen in der Innenstadt.

Nach Angaben iranischer Staatsmedien wurden in der westlichen Provinz Lorestan drei Mitglieder der Revolutionsgarden getötet, auch fünf Armee-Angehörige wurden getötet. Die israelische Armee erklärte, sie werde "die Schlüsselelemente dieses Regimes zunehmend angreifen", dies werde so lange dauern wie nötig, sagte Armeesprecher Effie Defrin. US-Präsident Donald Trump sagte am Montag, die USA könnten den Krieg ohne Weiteres über Wochen weiter führen.

Derweil entbrannte der Dauer-Konflikt im Libanon mit neuer Intensität. Die pro-iranische Hisbollah-Miliz griff in der Nacht Ziele im Norden Israels an - als "Vergeltung" für die Tötung des obersten Führers des Iran, Ayatollah Ali Chamenei.

Die israelische Armee reagierte mit Angriffen auf den Süden des Libanon und südliche Vororte der Hauptstadt Beirut. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens 31 Menschen bei den israelischen Angriffen getötet. Die israelische Armee erklärte zudem, sie habe den Geheimdienstchef der Hisbollah, Hussein Mukalled, bei einem "Präzisionsschlag" am Sonntag getötet.

Irans Sicherheitsratschef Ali Laridschani lehnte Verhandlungen mit den USA ab. Er warf Trump in einer Botschaft im Onlinedienst X vor, die Region "mit seinen 'illusorischen Träumen' ins Chaos gestürzt" zu haben. Nun sorge Trump sich um Verluste unter den US-Streitkräften.

Bei den am Samstag begonnenen US-israelischen Angriffen auf den Iran wurden nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds bis Montagvormittag 555 Menschen getötet. Insgesamt seien 131 Städte im Land von den Angriffen betroffen gewesen, hieß es. Die US-Armee gab ihrerseits den Tod eines vierten Soldaten bei den Kämpfen bekannt.

Der Iran meldete auch weitere Angriffe auf Israel. Die Revolutionsgarden nahmen nach eigenen Angaben dabei den Amtssitz des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und das Hauptquartier des israelischen Luftwaffenkommandeurs mit Raketen ins Visier.

Erstmals getroffen wurde in der Nacht zum Montag auch europäisches Gebiet. Im britischen Luftwaffen-Stützpunkt Akrotiri auf Zypern schlug nach Angaben der Präsidentschaft eine iranische Drohne ein, wobei die Landebahn beschädigt wurde. Großbritannien hatte den USA die Nutzung britischer Stützpunkte für "defensive" Zwecke erlaubt.

Auch in der Golfregion schlugen am Montag erneut iranische Geschosse ein. In Kuwait stieg aus der US-Botschaft Rauch auf, die Botschaft selbst rief dazu auf, dem Gebäudekomplex fernzubleiben. Bei der Abwehr iranischer Geschosse wurden über Kuwait nach Angaben der US-Armee drei US-Kampfflugzeuge vom Typ F-15E "versehentlich" von der kuwaitischen Luftabwehr abgeschossen, die sechs Insassen konnten sich per Schleudersitz retten.

In Saudi-Arabien traf ein Drohnenangriff die Raffinerie Ras Tanura, eine der größten des Landes. Saudi-Arabien drohte für den Fall eines "koordinierten Angriffs" auf den staatlichen Ölkonzern Aramco mit einem Gegenangriff auf die iranische Erdöl-Industrie und versetzte die Streitkräfte in höchste Alarmbereitschaft.

Die US-Streitkräfte brachten nach Angaben von Generalstabschef Dan Caine den iranischen Luftraum unter ihre Kontrolle. Pentagonchef Pete Hegseth verneinte die Frage, ob derzeit US-Bodentruppen im Einsatz seien, er schloss eine solche Entsendung aber wie auch Trump nicht grundsätzlich aus. Demokratie im Iran sei kein Kriegsziel der USA, sagte Hegseth. Es gehe nicht um ein "Experiment zum Demokratie-Aufbau", sagte der Pentagonchef.

Zugleich stimmte Hegseth die US-Bürgerinnen und Bürger auf weitere Tote in den Reihen der US-Streitkräfte ein. Ein Einsatz dieses Ausmaßes bringe Opfer mit sich. Auch Generalstabschef Caine sagte: "Wir rechnen mit weiteren Verlusten."

Die USA und Israel hatten nach wochenlangen Drohungen am Samstag ihren Großangriff auf den Iran gestartet und dabei Chamenei und mehrere weitere iranische Führungspersönlichkeiten getötet. Auch die Ehefrau Chameneis erlag ihren Verletzungen. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel, Staaten am Golf und US-Einrichtungen in der Region.

Die USA und Israel sehen im Iran und dem von ihm seit Jahren vorangetriebenen Atom- und Raketenprogramm eine massive Bedrohung für die gesamte Region. Monatelange Verhandlungen waren ergebnislos geblieben. Die Iraner riefen sie zum Sturz der Mullah-Regierung in Teheran auf.

B.Cooper--TNT

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