The National Times - Niederländischer Regierungschef kritisiert "gefährliche" Aktionen bei Bauernprotesten

Niederländischer Regierungschef kritisiert "gefährliche" Aktionen bei Bauernprotesten


Niederländischer Regierungschef kritisiert "gefährliche" Aktionen bei Bauernprotesten
Niederländischer Regierungschef kritisiert "gefährliche" Aktionen bei Bauernprotesten / Foto: © ANP/AFP

Regierungschef Mark Rutte hat die jüngsten Bauernproteste in den Niederlanden scharf kritisiert und ein Ende "lebensgefährlicher" Aktionen gefordert. Der Protest einer kleinen Gruppe von Landwirten auf Autobahnen am Mittwoch und am Donnerstagmorgen sei "nicht akzeptabel", erklärte Rutte. Sie hatten Straßen im Zentrum und im Osten des Landes mit Misthaufen, Abfall und teils brennenden Barrikaden blockiert.

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"Diese lebensgefährlichen Aktionen müssen aufhören", twitterte Rutte. Diese Proteste gefährdeten Mitmenschen, zerstörten Infrastruktur und bedrohten die Leute, die beim Aufräumen helfen. Es gebe "viele andere, legale Wege", seine Unzufriedenheit zu zeigen, erklärte Rutte.

Die Bauern in den Niederlanden protestieren seit Wochen gegen die Pläne der Regierung, den Stickstoffausstoß in der Landwirtschaft massiv zu senken - für die Bauern bedeutet das in der Konsequenz, die Zahl der Tiere in den Ställen drastisch zu reduzieren. Die Proteste hatten im Juni begonnen und waren nach einer Pause diese Woche wieder aufgeflammt.

Die Niederlande - in etwa so groß wie Niedersachsen - sind nach den USA der zweitgrößte Agrarexporteur der Welt und einer der größten Treibhausgasemittenten in Europa. Vor allem die Viehzucht ist die Ursache. In dem Land mit 17,5 Millionen Einwohnern stehen zwölf Millionen Schweine, vier Millionen Rinder und 100 Millionen Hühnchen in Ställen und auf den Weiden.

Die Regierung will, um ihre Klimaziele bis 2030 zu erfüllen, in 131 Gebieten den Stickstoffausstoß um bis zu 70 Prozent senken. Für die Bauern im Land heißt das niederländischen Medien zufolge, den Viehbestand um mindestens 30 Prozent zu reduzieren.

Der Mist, den die Tiere produzieren, ist Quelle des klimawirksamen Lachgases und seiner Vorläufersubstanzen Stickoxide und Stickstoff. Auch beim Ausbringen von Dünger auf die Felder entsteht Lachgas. Zudem verursacht die Viehhaltung Methan-Emissionen und zwar bei Verdauungsprozessen von Rindern und Schafen und der Lagerung von Mist und Gülle.

Die Landwirte fühlen sich ungerecht behandelt und verweisen auf die Emissionen von Unternehmen. Ihr Protest wird von vielen Landsleuten unterstützt; in vielen Regionen hängen verkehrt herum angebrachte Flaggen an Laternen und Brücken als Zeichen des Protests.

Auch international bekommen die Bauern Beifall: Der ehemalige US-Präsident Donald Trump lobte die Landwirte für ihren "mutigen Protest gegen die Klimatyrannei der niederländischen Regierung". Auch die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen hat ihre Unterstützung für den Protest erklärt.

R.T.Gilbert--TNT

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