The National Times - Lautstark Geburtstag gefeiert: Polizei durfte Mann nicht in Gewahrsam nehmen

Lautstark Geburtstag gefeiert: Polizei durfte Mann nicht in Gewahrsam nehmen


Lautstark Geburtstag gefeiert: Polizei durfte Mann nicht in Gewahrsam nehmen
Lautstark Geburtstag gefeiert: Polizei durfte Mann nicht in Gewahrsam nehmen / Foto: © AFP/Archiv

Die Polizei hat einem Gerichtsurteil zufolge einen Mann in Essen nach einer nächtlichen Ruhestörung nicht in Gewahrsam nehmen dürfen. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen erklärte die Maßnahme für rechtswidrig, wie es am Mittwoch mitteilte. Der Mann hatte im August 2022 mit seiner Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung seinen Geburtstag gefeiert. Ab Mitternacht beschwerte sich eine Nachbarin mehrfach über laute Musik.

Textgröße ändern:

Bei einem ersten Einsatz ermahnten Polizeibeamte das Paar zunächst. Dabei drohten sie damit, bei weiterem Lärm die Musikbox zu beschlagnahmen, den Mann in Gewahrsam zu nehmen oder eine Ordnungswidrigkeitenanzeige anzufertigen.

Beim zweiten Einsatz führten die Polizisten den betrunkenen Mann dann ab und brachten ihn in Polizeigewahrsam. Die Lebensgefährtin übergab den Beamten zudem die Musikbox. Erst am Morgen kam der Mann wieder frei.

Nach Auffassung des Gerichts war die Ingewahrsamnahme nicht "unerlässlich" im Sinn des nordrhein-westfälischen Polizeigesetzes, um die Ruhestörung zu beenden. Die Polizei habe nicht nachvollziehbar dargelegt, warum nicht die Beschlagnahme der Musikbox als milderes Mittel zur Beendigung der nächtlichen Ruhestörung ausgereicht hätte.

Spätestens nach der Übergabe der Musikbox hätte der Mann noch vor Ort entlassen werden müssen, hieß es weiter. Die Entscheidung vom Januar ist noch nicht rechtskräftig. Das Land kann beim nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgericht in Münster die Zulassung der Berufung beantragen.

A.Robinson--TNT

Empfohlen

Pistorius: Deutschland beteiligt sich mit vier Kampfjets an Nato-Mission in der Arktis

Deutschland wird sich in einem ersten Schritt mit vier Eurofighter-Kampfjets an der Nato-Mission in der Arktis beteiligen. Das kündigte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch in Brüssel an. Weitere Einzelheiten sollen nach seinen Angaben beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister am Donnerstag besprochen werden.

Luftkampfsystem FCAS: Entscheidung bald erwartet - Kampfjet-Bau mit Frankreich offen

Als Luftkampfsystem der Zukunft gestartet, ist das deutsch-französische Rüstungsprojekt FCAS immer wieder verschoben worden. Jetzt erwartet die Bundesregierung nach Angaben eines Sprechers in den kommenden Wochen eine Entscheidung zur Zukunft des 100 Milliarden Euro schweren Vorhabens. Offen ist dabei, ob tatsächlich noch ein Kampfjet gemeinsam mit Frankreich gebaut wird oder nur andere Komponenten wie Drohnen, Triebwerke oder Kommunikationssoftware.

Krankenversicherung: Warken kündigt Milliarden-Sparprogramm für den Sommer an

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat angesichts der enormen Defizite in der gesetzlichen Krankenversicherung ein milliardenschweres Sparpaket angekündigt. "Wir müssen für das nächste Jahr ein Defizit in zweistelliger Milliardenhöhe ausgleichen - deutlich mehr als im vergangenen Jahr", sagte Warken dem "Handelsblatt" nach Angaben vom Mittwoch. Sie bekräftigte dabei ihr Ziel, die Beiträge für die Versicherten stabil zu halten.

Großer Einigungsbedarf bei dritter Ländertarifrunde

Zum Auftakt der dritten Tarifrunde für die Bundesländer außer Hessen haben die Tarifparteien zunächst weit auseinander gelegen. Die Gewerkschaften müssten von ihren Maximalforderungen Abstand nehmen, sagte Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) am Mittwoch als Verhandlungsführer der Länder in Potsdam. Bis Freitag wollen die Tarifparteien nach drei Verhandlungstagen einen Tarifabschluss erreichen.

Textgröße ändern: