The National Times - Starmer in Epstein-Affäre unter Druck: Auch Kommunikationschef tritt zurück

Starmer in Epstein-Affäre unter Druck: Auch Kommunikationschef tritt zurück


Starmer in Epstein-Affäre unter Druck: Auch Kommunikationschef tritt zurück
Starmer in Epstein-Affäre unter Druck: Auch Kommunikationschef tritt zurück / Foto: © POOL/AFP/Archiv

In dem Skandal um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein steigt der Druck auf den britischen Premierminister Keir Starmer: Starmers Kommunikationschef Tim Allan tritt nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt zurück. Er wolle den Aufbau eines neuen Teams in der Downing Street ermöglichen, erklärte Allan am Montag - weniger als 24 Stunden zuvor hatte bereits Starmers Kabinettschef Morgan McSweeney im Zusammenhang mit dem Fall Epstein seinen Rücktritt erklärt.

Textgröße ändern:

Starmer sieht sich Rücktrittsforderungen aus der Opposition ausgesetzt, weil er Peter Mandelson als US-Botschafter ernannt hatte - obwohl Starmer wusste, dass Mandelson nach Epsteins Verurteilung 2008 weiterhin Kontakt zu dem Sexualstraftäter hielt.

Mandelson wird vorgeworfen, vertrauliche Regierungsinformationen an Epstein weitergegeben und Geld von ihm angenommen zu haben. Die Opposition, aber auch Mitglieder seiner eigenen Labour-Partei forderten Starmers Rücktritt. Starmer lehnt einen Rücktritt ab und entschuldigte sich bei den Opfern Epsteins für die Ernennung Mandelsons.

Das britische Außenministerium gab am Sonntag bekannt, dass es eine an Mandelson gezahlte Abfindung prüfe. Starmer hatte den damaligen Botschafter wegen seiner Verbindungen zu Epstein im September entlassen. Mandelson, seit Jahrzehnten eine zentrale Figur in der britischen Politik und der Labour-Partei, erhielt laut einem Bericht der "Sunday Times" nach nur sieben Monaten im Amt eine Abfindung von schätzungsweise 44.612 bis 55.000 Pfund (rund 51.300 bis 63.300 Euro).

Das Ausmaß der Verbindungen Mandelsons zu Epstein wurde mit der Freigabe weiterer Epstein-Akten durch das US-Justizministerium Ende Januar bekannt. Demnach soll Mandelson, als er von 2008 bis 2010 Minister unter Premier Gordon Brown war, vertrauliche Finanzdaten der damaligen Labour-Regierung an den US-Finanzinvestor weitergegeben haben.

Dem bis in höchste Kreise international vernetzten Epstein wurde vorgeworfen, mehr als tausend Mädchen und Frauen missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Epstein war 2008 verurteilt worden, weil er minderjährige Mädchen missbraucht hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft lautete die Strafe damals aber nur 18 Monate Gefängnis.

2019 wurde Epstein unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen. Rund einen Monat nach seiner Festnahme wurde der 66-Jährige erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden, nach offiziellen Angaben nahm er sich das Leben.

F.Lim--TNT

Empfohlen

UN-Generaldebatte beginnt: Trump spricht vor Staats- und Regierungschefs

Bei den Vereinten Nationen in New York beginnt am Dienstag die Generaldebatte der Staats- und Regierungschefs (15.00 Uhr MESZ). Als einer der ersten Redner will sich US-Präsident Donald Trump an die Vertreter der insgesamt 193 UN-Mitgliedstaaten richten. Vergangenes Jahr hatte Trump die UNO frontal angegriffen und ihr unter anderem Versagen bei der Friedensstiftung unterstellt.

Selenskyj trifft Trump in New York

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will sich am Dienstag mit US-Präsident Donald Trump in New York treffen. Die Begegnung soll am Nachmittag am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung stattfinden. Selenskyj hatte am Sonntag mit Trump telefoniert und anschließend erklärt, es gebe eine "diplomatische Dynamik" in den Bemühungen um eine Beendigung des Ukraine-Kriegs.

Große US-Sender schränken aus Protest gegen CNN-Hausverbot Trump-Berichterstattung ein

Aus Protest gegen die Hausverbote für den US-Sender CNN und andere Medien im Weißen Haus haben vier große Fernsehsender ihre Berichterstattung über Präsident Donald Trump vorerst eingeschränkt. Die Sender ABC, CBS, Fox News und NBC erklärten am Montag gemeinsam mit CNN, sie würden vorerst nicht mehr über Trump-Auftritte berichten. Das Weiße Haus startete derweil einen eigenen Streamingkanal namens Trump TV.

Macron: Gespräch mit Trump über Lage in Ukraine und im Roten Meer "konstruktiv"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach eigenen Worten ein "konstruktives" Gespräche mit US-Präsident Donald Trump über die Lage in der Ukraine geführt. "Ein weiteres Thema, über das wir sprachen, war die Lage im Roten Meer", sagte Macron am Montag nach dem Treffen mit Trump in New York Journalisten. "Wir hatten eine sehr gute Unterredung. Sie war sehr konstruktiv."

Textgröße ändern: