The National Times - Iran-USA-Konflikt: Teheran zu neuen Atomgesprächen "auf Augenhöhe" bereit

Iran-USA-Konflikt: Teheran zu neuen Atomgesprächen "auf Augenhöhe" bereit


Iran-USA-Konflikt: Teheran zu neuen Atomgesprächen "auf Augenhöhe" bereit
Iran-USA-Konflikt: Teheran zu neuen Atomgesprächen "auf Augenhöhe" bereit / Foto: © AFP

Inmitten anhaltender Spannungen zwischen den USA und dem Iran hat sich Teheran zu einer Wiederaufnahme der Gespräche über sein Atomprogramm bereit erklärt. Entsprechende Verhandlungen müssten "fair und auf Augenhöhe" stattfinden und dürften keine Debatten über die Raketenbestände oder Verteidigungskapazitäten seines Landes beinhalten, sagte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Freitag in Istanbul vor Journalisten. US-Präsident Donald Trump, der nach der brutalen Niederschlagung der jüngsten Proteste im Iran mit einem erneuten Militärangriff gedroht hatte, äußerte derweil die Hoffnung, dass ein Militäreinsatz vermieden werden könne.

Textgröße ändern:

Konkrete Pläne für ein Treffen mit US-Vertretern zur Wiederaufnahme der Atomgespräche mit dem Iran gebe es bislang nicht, sagte Araghtschi. Dafür seien zu einem möglichen Ort und zu Inhalten der Gespräche "weitere Vorbereitungen erforderlich". Araghtschi war am Freitagmorgen für Gespräche mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Außenminister Hakan Fidan in Istanbul eingetroffen. Erdogan hatte zuvor die Bereitschaft der Türkei bekräftigt, in den Spannungen zwischen den USA und Iran zu vermitteln.

Eine Wiederaufnahme der Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den USA sei entscheidend, um regionale Spannungen abzubauen, erklärte der türkische Außenminister Fidan bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Araghtschi. "Wir hoffen, dass die US-Regierung mit Vernunft" handle und sich nicht von Israel "zu einem Militärschlag gegen den Iran bewegen" lasse, sagte er. Ein solcher Angriff würde der gesamten Region "großen Schaden" zufügen.

Die Gespräche in Istanbul folgten auf erneute Drohungen von US-Präsident Trump mit einem Militärschlag gegen den Iran. Die USA entsandten zudem Kriegsschiffen in die Region. Am Donnerstag unterstrich Trump die militärische Stärke der USA und äußerte zugleich die Hoffnung, einen Angriff auf den Iran vermeiden zu können: "Wir sind stark, wir sind finanziell mächtig und wir sind militärisch mächtig", sagte er. "Wir haben gerade viele sehr große, sehr mächtige Schiffe, die zum Iran fahren, und es wäre großartig, wenn wir sie nicht einsetzen müssten", fügte Trump hinzu.

Am Mittwoch hatte Trump mit militärischer Gewalt gedroht, falls Teheran Verhandlungen über ein neues Atomabkommen verweigere. "Die Zeit wird knapp," schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. "Der nächste Angriff wird viel schlimmer", fügte er mit Blick auf die Bombardements der US-Armee während des zwölftägigen Krieges zwischen Israel und dem Iran im vergangenen Juni hinzu.

Auslöser der jüngsten Drohungen Trumps war die brutale Niederschlagung der kurz vor dem Jahreswechsel im Iran aufgeflammten Proteste gegen die iranische Führung. Nach Angaben der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation Hrana gibt es eine Bestätigung für 6479 Menschen, die bei den Demonstrationen getötet wurden, einige Schätzungen gehen sogar von bis zu 25.000 Toten aus. Zehntausende wurden festgenommen. Die iranischen Behörden, die zeitweise eine Internetsperre verhängten, sprechen von mehr als 3000 Toten, die meisten von ihnen Sicherheitskräfte oder Passanten. Die Revolutionsgarden spielten beim gewaltsamen Vorgehen gegen die Demonstranten eine zentrale Rolle.

Die EU-Mitgliedsstaaten hatten am Donnerstag in Brüssel entschieden, die Revolutionsgarden nach jahrelangen Diskussionen als Terrororganisation einzustufen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bezeichnete den Schritt als "klares Signal gegen die brutale Gewalt im Iran".

Irans Oberster Richter, Gholamhossein Mohseni Ejei, drohte der EU daraufhin am Freitag mit Konsequenzen. "Es besteht kein Zweifel, dass die feindselige Aktion der Europäer, die die Revolutionsgarden als terroristische Organisation bezeichnet haben, nicht unbeantwortet bleiben wird", erklärte Ejei im Staatsfernsehen.

Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach der Atombombe zu streben. Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie die USA, Russland und China hatten im Jahr 2015 ein Atomabkommen mit dem Iran geschlossen, um das Land am Bau einer Atombombe zu hindern. Die USA stiegen allerdings 2018 während Trumps erster Amtszeit einseitig aus dem Abkommen aus und verhängten danach erneut Sanktionen gegen das Land.

Daraufhin zog sich Teheran seinerseits schrittweise von seinen in dem Abkommen festgehaltenen Verpflichtungen zurück und fuhr die Anreicherung von Uran hoch. Die europäischen Staaten hatten Ende August den sogenannten Snapback-Mechanismus aktiviert und damit ihre Sanktionen gegen Teheran wieder in Kraft gesetzt.

S.Collins--TNT

Empfohlen

Nach Bericht über Proteste gegen ICE: Früherer CNN-Moderator verhaftet

Der frühere CNN-Moderator Don Lemon ist nach einem Bericht über eine Protestaktion gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE verhaftet worden. Lemons Anwalt Abbe Lowell warf der Trump-Regierung am Freitag einen "beispiellosen Angriff" auf die Pressefreiheit vor. US-Justizministerin Pam Bondi erklärte dagegen, Lemon sowie drei zuvor festgenommene Aktivisten hätten einen "koordinierten Angriff" auf eine Kirche im Bundesstaat Minnesota verübt.

Brosius-Gersdorf: Frauen dürfen sich nicht entmutigen lassen

Die Verfassungsrechtlerin Frauke Brosius-Gersdorf hat mit Blick auf ihre gescheiterte Wahl an das Bundesverfassungsgericht einen Appell an Frauen gerichtet. "Ich wünsche mir, dass sich junge Frauen nicht entmutigen lassen von dem, was mir passiert ist", sagte Brosius-Gersdorf in einem Interview mit der "taz" (Samstagsausgabe). Sie wünsche sich, dass die Frauen im Land "ihren Töchtern sagen: Sie können immer noch alles werden und erreichen in Deutschland - Verfassungsrichterin oder Bundeskanzlerin oder Vorstandsvorsitzende."

"Jesus hatte Sex mit Maria Magdalena": Empörung über Äußerung von Kolumbiens Präsident

Mit der Bemerkung, Jesus Christus habe wahrscheinlich Sex mit Maria Magdalena gehabt, hat der kolumbianische Präsident Gustavo Petro Empörung unter den Gläubigen seines Landes ausgelöst. Die Evangelikale Vereinigung Kolumbiens erklärte, Petros Äußerungen verzerrten "die historische, biblische und theologische Wahrheit" und zeigten einen "Mangel an Respekt". Auch die größte katholische Vereinigung des Landes rief den Präsidenten zur Zurückhaltung auf; die Episkopale Konferenz forderte, Politiker sollten grundsätzlich auf "theologische" Äußerungen verzichten.

Israel gibt Öffnung des Grenzübergangs Rafah für Personenverkehr am Sonntag bekannt

Israel hat für Sonntag eine eingeschränkte Öffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten angekündigt. "Der Grenzübergang Rafah wird diesen Sonntag in beide Richtungen öffnen, aber nur für einen begrenzten Personenverkehr", teilte die für zivile Angelegenheiten in den palästinensischen Gebieten zuständige israelische Behörde Cogat am Freitag mit.

Textgröße ändern: