The National Times - Türkei bietet Vermittlung im US-iranischen Atomstreit an und erwägt Grenzschutz-Ausbau

Türkei bietet Vermittlung im US-iranischen Atomstreit an und erwägt Grenzschutz-Ausbau


Türkei bietet Vermittlung im US-iranischen Atomstreit an und erwägt Grenzschutz-Ausbau
Türkei bietet Vermittlung im US-iranischen Atomstreit an und erwägt Grenzschutz-Ausbau / Foto: © AFP/Archiv

Die Türkei hat sich als Vermittler im Atomstreit zwischen den USA und Teheran angeboten und angekündigt, im Falle eines US-Angriffs auf den Iran den Schutz ihrer Grenze zum Nachbarland verstärken. Der türkische Außenminister Hakan Fidan werde seinem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi bei einem für Freitag geplanten Besuch in der Türkei mitteilen, dass Ankara bereit sei, "durch Dialog zur Lösung der aktuellen Spannungen beizutragen", hieß es aus türkischen Diplomatenkreisen am Donnerstag.

Textgröße ändern:

Fidan werde die Ablehnung der Türkei von "militärischen Interventionen gegen den Iran (wegen) der regionalen und globalen Risiken, die ein solcher Schritt mit sich bringen würde", bekräftigen, hieß es weiter aus Außenministeriumskreisen in Ankara. Die Türkei unterstütze "eine baldige friedliche Lösung" und sei bereit, "diesbezüglich bei Bedarf Hilfe zu leisten".

Das iranische Außenministerium bestätigte den Besuch Araghtschis in der Türkei am Freitag. Teheran sei "entschlossen, die Beziehungen zu seinen Nachbarn auf der Grundlage einer Politik der guten Nachbarschaft und gemeinsamer Interessen kontinuierlich zu stärken", erklärte ein Außenministeriumssprecher im Onlinedienst X.

Der türkische Außenminister hatte zuvor gefordert, dass die USA die Atomgespräche mit dem Iran wieder aufnehmen. "Es ist falsch, den Iran anzugreifen. Es ist falsch, den Krieg wieder zu beginnen", sagte Hakan Fidan dem katarischen Fernsehsender Al-Dschasira in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview. "Mein Rat an unsere amerikanischen Freunde war stets: Schließt die Akten mit den Iranern eine nach der anderen. Beginnt mit der Atomfrage und schließt sie ab. Dann geht weiter zu den anderen", fügte er hinzu.

Washington hat nach der brutalen Niederschlagung der jüngsten Proteste im Iran einen neuen Militärschlag gegen das Land nicht ausgeschlossen. Vor wenigen Tagen verkündete Trump die Verlegung einer "riesigen Flotte" der US-Armee in die Golfregion, die sich "für den Fall der Fälle" bereithalten solle. Der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" erreichte nach Angaben der US-Armee inzwischen die Region.

Ein ranghoher Vertreter der Regierung in Ankara sagte indes der Nachrichtenagentur AFP: "Wenn die Vereinigten Staaten den Iran angreifen und das Regime fällt, plant die Türkei zusätzliche Maßnahmen zur Verstärkung der Grenzsicherheit".

Das Nato-Mitglied Türkei, das sich wiederholt gegen Militäreinsätze gegen die Islamische Republik ausgesprochen hat, teilt eine 530 Kilometer lange Grenze mit dem Iran. Die Grenze ist mit einer 380 Kilometer langen Mauer gesichert. "Doch das reicht nicht aus", sagte der türkische Regierungsvertreter. Als mögliche Maßnahmen nannte er weitere technische Sicherungssysteme oder die Verstärkung der Grenzschutztruppen.

Derzeit sind rund um die Uhr unbemannte Luftfahrzeuge im Einsatz, die Aufklärungsflüge entlang der Grenze ausführen. Zudem gibt es dutzende Beobachtungstürme und 553 Kilometer Gräben.

Mit dem Bau der Mauer hatte die Türkei 2021 begonnen, als nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan die Sorge zunahm, dass massenhaft Flüchtlinge in die Türkei kommen könnten. Im Zusammenhang mit den derzeitigen Entwicklungen im Iran gibt es offiziellen Angaben zufolge bisher keine Anzeichen einer Massenmigration in Richtung Türkei.

Bei den jüngsten Protesten im Iran wurden nach Angaben von Aktivisten tausende Menschen von den Sicherheitskräften getötet, zehntausende Menschen wurden festgenommen. Die Behörden verhängten vorübergehend eine Internetsperre.

US-Präsident Trump hatte der Führung im Iran am Mittwoch erneut mit militärischer Gewalt gedroht, falls Teheran nicht über ein neues Atomabkommen verhandelt. "Die Zeit wird knapp," schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. "Der nächste Angriff wird viel schlimmer", fügte er mit Blick auf die Bombardements der US-Armee während des zwölftägigen Krieges zwischen Israel und dem Iran im vergangenen Juni hinzu.

Mit dem Eintreffen des Flugzeugträgers "USS Abraham Lincoln" befinden sich nunmehr zehn Kriegsschiffe der US-Marine in den Gewässern des Nahen und Mittleren Ostens: Darunter sind die drei Zerstörer, die die "USS Lincoln" begleiten, drei weitere Zerstörer und drei Schiffe zur küstennahen Gefechtsführung. Dies entspricht in etwa der Streitmacht, die sich vor dem US-Militäreinsatz in Venezuela Anfang Januar in der Karibik befand.

Militärexperten zufolge könnte das US-Militär gezielt Einrichtungen der iranischen Führung um das geistliche Oberhaupt Ali Chamenei angreifen, um so einen Sturz der seit 1979 bestehenden Islamischen Republik zu begünstigen.

W.Phillips--TNT

Empfohlen

G7-Staaten fordern Ende der Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien und die Schifffahrt

Angesichts des sich zuspitzenden Konflikts haben die G7-Staaten von der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen ein Ende der Angriffe auf Saudi-Arabien und die internationale Schifffahrt gefordert. Alle Militäraktionen müssten eingestellt werden, erklärten Deutschland und seine Partner am Dienstag. Indes warfen die Huthis Riad neue Angriffe im Jemen vor, darunter eine tödliche Attacke auf ein Gefängnis im Nordwesten des Landes.

Wadephul vor UN-Generaldebatte: Vereinte Nationen müssen "effizienter werden"

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat kurz vor Beginn der UN-Generaldebatte in New York die Notwendigkeit einer Reform der Vereinten Nationen bekräftigt. "Ohne Zweifel müssen die Vereinten Nationen effizienter werden", sagte Wadephul am Mittwoch in New York vor Journalisten. "Wir brauchen eine funktionierende UN, die die großen globalen Fragen adressiert, die eine Rolle bei der Lösung von Konflikten spielt und diese nicht vor allem verwaltet", betonte der Minister.

Endgültiges Ergebnis bestätigt Wahlausgang in Sachsen-Anhalt

Mehr als zwei Wochen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat der Landeswahlausschuss das endgültige amtliche Ergebnis festgestellt und die vorläufigen Zahlen bestätigt. Die AfD gewann die Wahl am 6. September mit 43,8 Prozent und damit mit großem Vorsprung, wie der Wahlausschuss am Dienstag in Magdeburg mitteilte. Die CDU erhielt 17,2 Prozent.

Clan-Kontakte und Antisemitismus: Berliner Linke im Kreuzfeuer der Kritik

Clan-Kontakte und Antisemitismus-Vorwürfe: Ein mögliches Regierungsbündnis in Berlin unter Führung der Linkspartei stößt bei den Bundesparteien auf scharfe Kritik. Union, SPD und Grüne warnten am Dienstag vor Rot-Rot-Grün in der Hauptstadt und forderten von der Linkspartei Klarheit über Verbindungen zum Berliner Clan-Milieu sowie eine Distanzierung von Antisemiten in den eigenen Reihen. Im Fokus steht dabei der Linken-Bundestagsabgeordnete Ferat Kocak, der Kontakte zum Berliner Remmo-Clan einräumte.

Textgröße ändern: