The National Times - Thüringens Ministerpräsident Voigt klagt gegen Entzug von Doktortitel

Thüringens Ministerpräsident Voigt klagt gegen Entzug von Doktortitel


Thüringens Ministerpräsident Voigt klagt gegen Entzug von Doktortitel
Thüringens Ministerpräsident Voigt klagt gegen Entzug von Doktortitel / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) geht nach Angaben seiner Regierung gerichtlich gegen den Entzug seines Doktortitels durch die Technische Universität Chemnitz vor. "Die Entscheidung der Universität ist für Voigt nicht nachvollziehbar", teilte die Thüringer Staatskanzlei vom Mittwoch in Erfurt mit. Dieser werde deshalb "den Rechtsweg beschreiten und Klage vor dem zuständigen Verwaltungsgericht erheben".

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Voigt bezeichnete das Vorgehen der zuständigen Fakultät der Universität als "höchst ungewöhnlich". Er habe "Anspruch auf ein faires Verfahren", was ihm nicht gewährt werde. "Der wissenschaftliche Kern meiner Arbeit, die ich vor fast 20 Jahren abgegeben habe, ist unstrittig", fügte der Ministerpräsident laut schriftlicher Erklärung der Staatskanzlei hinzu.

"Ich vertraue darauf, dass das Verwaltungsgericht die rechtlichen Fragen und die Bewertung des wissenschaftlichen Kerns meiner Arbeit objektiv klärt", erklärte Voigt. Er werde sich unabhängig von dem Verfahren "weiterhin mit voller Kraft" auf seine Arbeit konzentrieren.

Die Universität im sächsischen Chemnitz prüft die Dissertation des CDU-Politikers bereits seit längerem, weil ein selbsternannter sogenannter "Plagiatsjäger" kurz vor der Landtagswahl in Thüringen im September 2024 entsprechende Vorwürfe erhob. Der Österreicher sorgte bereits mit Plagiatsvorwürfen gegen mehrere deutsche Politiker für Schlagzeilen.

Nach Angaben der Staatskanzlei kam ein von der Universität in Auftrag gegebenes unabhängiges externes Gutachten bereits im Februar 2025 zu dem "eindeutigen Ergebnis", dass die Dissertation eine eigenständige wissenschaftliche Leistung darstelle und kein Grund für den Entzug des Doktorgrads vorliege. Die von der Fakultät beanstandeten Textstellen bezögen sich auf 2,58 Prozent der Wörter in der gesamten Doktorarbeit. Weder Voigt noch drei ursprüngliche Gutachter seien angehört worden.

Voigt selbst erklärte am Mittwoch, die Universität habe im Mai 2025 im laufenden Verfahren "neue Bewertungsmaßstäbe für Plagiatsverfahren eingeführt und anschließend gezielt auf seine Dissertation angewendet". Das Vorgehen sei "zurückhaltend formuliert höchst ungewöhnlich". Thema der Doktorarbeit war der US-amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. Laut Staatskanzlei forschte Voigt dazu vier Jahre lang und führte unter anderem mehr als 30 Interview in den USA, darunter im Weißen Haus.

D.S.Robertson--TNT

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