The National Times - Empörung nach Trump-Äußerungen zu Nato-Soldaten in Afghanistan - Starmer äußert Kritik

Empörung nach Trump-Äußerungen zu Nato-Soldaten in Afghanistan - Starmer äußert Kritik


Empörung nach Trump-Äußerungen zu Nato-Soldaten in Afghanistan - Starmer äußert Kritik
Empörung nach Trump-Äußerungen zu Nato-Soldaten in Afghanistan - Starmer äußert Kritik / Foto: © SCANPIX DENMARK/AFP/Archiv

Der britische Premierminister Keir Starmer hat Behauptungen von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert, europäische Nato-Soldaten hätten sich in Afghanistan von der Front ferngehalten. Er empfinde Trumps Äußerungen als "beleidigend und wirklich erschreckend" sowie verletzend für alle, deren Angehörige in Afghanistan getötet oder verletzt worden seien, sagte Starmer am Freitag. Er legte dem US-Präsidenten nahe, sich bei den Betroffenen zu entschuldigen. Im Bundesverteidigungsministerium sowie in Polen wurde an die in Afghanistan gefallenen Soldaten beider Länder erinnert.

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"Zunächst möchte ich den 457 Angehörigen unserer Streitkräfte, die in Afghanistan ihr Leben verloren haben, meine Ehrerbietung erweisen", sagte Starmer. Zahlreiche weitere Soldaten seien während des Einsatzes in Afghanistan verletzt worden.

Der britische Staatsminister im Gesundheitsministerium, Stephen Kinnock, hatte zuvor angekündigt, Starmer werde das Thema bei Trump ansprechen. Trumps Aussagen "ergeben einfach keinen Sinn", da "Artikel 5 nur einmal in Kraft gesetzt wurde, nämlich um den Vereinigten Staaten nach dem 11. September zu Hilfe zu kommen", sagte Kinnock dem Sender Sky News.

Im Sender Fox News hatte Trump die Bedeutung von Truppen aus Nato-Partnerstaaten für den Afghanistan-Einsatz zu schmälern versucht. "Sie werden sagen, dass sie einige Truppen nach Afghanistan geschickt haben", sagte er über andere Nato-Mitglieder. "Und das haben sie auch, aber sie blieben etwas zurück, etwas abseits der Front." Zugleich wiederholte der US-Präsident seine Behauptung, dass die Nato den USA nicht zu Hilfe kommen würde, falls sie darum gebeten würde.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA hatte die Nato zum ersten und bislang einzigen Mal in ihrer Geschichte den Bündnisfall nach Artikel 5 ausgerufen. Viele Länder, darunter Großbritannien, beteiligten sich daraufhin an dem Militäreinsatz unter US-Führung in Afghanistan. Neben den 457 britischen Soldaten wurden auch Soldaten aus weiteren Nato-Mitgliedsländern in Afghanistan getötet, darunter Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien und Dänemark.Der Nato-Einsatz endete 2021 mit einem chaotischen Abzug nach dem Vorrücken der radikalislamischen Taliban.

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums wollte die Aussagen Trumps nicht kommentieren. Er betonte aber, dass die Bundeswehr in Afghanistan "den höchsten Blutzoll" seit ihrem Bestehen gezahlt habe. Sie sei "durchgängig mit hoher Truppenstärke in Afghanistan präsent" gewesen, sagte der Sprecher in Berlin. Von den vielen Veteranen der Bundeswehr, die in Afghanistan Dienst geleistet hätten, litten einige bis heute unter Schäden aus diesem Einsatz. Insgesamt 59 deutsche Soldaten starben in Afghanistan.

Auch Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz äußerte sich zu den Behauptungen Trumps: Er erwarte Respekt für die polnischen Veteranen, "die bewiesen haben, wie sehr sie diesem Land und unseren Verpflichtungen gegenüber unseren Verbündeten dienen". 43 polnische Soldaten kamen demnach in Afghanistan ums Leben.

Von September 2001 bis August 2021 waren nach Angaben aus dem britischen Verteidigungsministerium über 150.000 britische Soldaten in Afghanistan stationiert. Damit trug Großbritannien an zweiter Stelle zu dem US-geführten Einsatz bei. Berichten zufolge starben über 2400 US-Soldaten in Afghanistan.

T.Hancock--TNT

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