The National Times - FDP und SPD streiten über Ausgestaltung des neuen Bürgergelds

FDP und SPD streiten über Ausgestaltung des neuen Bürgergelds


FDP und SPD streiten über Ausgestaltung des neuen Bürgergelds
FDP und SPD streiten über Ausgestaltung des neuen Bürgergelds / Foto: © AFP/Archiv

FDP und SPD streiten über die Ausgestaltung des neuen Bürgergeldes. Führende Liberale kritisierten am Freitag insbesondere die geplante neue Berechnungsmethode, aber auch Lockerungen bei Sanktionen. "Es gibt ein bewährtes Verfahren, nach dem die Regelsätze an Preis- und Gehaltsentwicklung angepasst werden", sagte FDP-Chef Christian Lindner. "Daran sollten wir festhalten." Die SPD beharrte auf höheren Sätzen und verwies beim Thema Sanktionen auf eine entsprechende Festlegung im Koalitionsvertrag.

Textgröße ändern:

Lindner sagte den Funke-Zeitungen: "Das Bürgergeld soll eine Aktivierung sein und kein bedingungsloses Grundeinkommen." Durch die Kombination mit einem Job sollten die Bezieher mehr Geld zur Verfügung haben als heute. "Eine reine Erhöhung von passiven Leistungen wäre aber nicht fair gegenüber denjenigen, die mit geringem Lohn voll arbeiten und vom Staat keine Leistungen erhalten", so der FDP-Vorsitzende.

Der FDP-Sozialexperte Jens Teutrine warnte in den RND-Zeitungen: "Eine Änderung der Berechnungsmethode der Regelsätze ist aus Sicht der FDP unnötig - und könnte unkalkulierbare Kosten verursachen."

Auch FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai wandte sich gegen eine Erhöhung der Regelsätze über die Inflationsanpassung hinaus. Zugleich forderte er Nachbesserungen an den von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) geplanten Sanktionsregelungen. "Dass ein System ohne Sanktionen existiert, das wird es mit der FDP nicht geben", sagte Djir-Sarai der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv.

Heil hatte den Gesetzentwurf für das Bürgergeld am Mittwoch vorgestellt. Er sieht neben einer neue Berechnungsgrundlage vor, dass Sanktionen künftig erst nach einer sechsmonatigen "Vertrauenszeit" verhängt werden sollen.

Der sozialpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Martin Rosemann sagte dem "Spiegel": "Eine Neuordnung der Regelsätze ist allein schon deshalb erforderlich, weil der bisherige Anpassungsmechanismus nicht ausreicht, um die derzeitigen Preissteigerungen auszugleichen." Mit Blick auf die geplante Vertrauenszeit-Regelung verwies Rosemann auf den Koalitionsvertrag. "Es gilt eine sechsmonatige Vertrauenszeit", heißt es dort.

Rosemann sagte: "Der Gesetzentwurf sieht vor, dass auch während der Vertrauenszeit Termine verpflichtend vereinbart werden." Er fügte hinzu: "Die Details besprechen wir im parlamentarischen Verfahren. Ich gehe davon aus, dass die FDP vertragstreu ist."

Juso-Chefin Jessica Rosenthal sagte dem "Spiegel", die SPD dürfe sich "diese wichtige Reform der Sozialpolitik nicht von der FDP torpedieren lassen". Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) betonte in Berlin, das Bürgergeld werde wie von Heil angekündigt "definitiv" zum 1. Januar kommen. Dies sei "ganz wichtig", sagte er auch mit Blick auf die Entlastung einkommensschwacher Bürgerinnen und Bürger bei den hohen Energiepreisen.

SPD-Chefin Saskia Esken verteidigte die geplante neue Berechnungsmethode. Zum 1. Januar diesen Jahres habe die von der FDP "so vehement" verteidigte bisherige Methode eine Erhöhung von gerade einmal 0,6 Prozent ergeben, schrieb Esken auf Twitter. "Bei einer Inflation von 3,1 Prozent im vergangenen Jahr und von 5,3 Prozent im vergangenen Monat."

An Heils Plänen gibt es auch Kritik aus der CDU/CSU. CDU-Vize Carsten Linnemann sagte der "Bild"-Zeitung: "Es kann doch nicht sein, dass knapp zwei Millionen Stellen in Deutschland unbesetzt sind und die 'Ampel' das Arbeiten durch die Abschaffung des Prinzips 'Fördern und Fordern' noch unattraktiver macht." Für das Bürgergeld ist die Regierung auf die Zustimmung des Bundesrats und damit auf die Union angewiesen.

R.Campbell--TNT

Empfohlen

Macron: Gespräch mit Trump über Lage in Ukraine und im Roten Meer "konstruktiv"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach eigenen Worten ein "konstruktives" Gespräche mit US-Präsident Donald Trump über die Lage in der Ukraine geführt. "Ein weiteres Thema, über das wir sprachen, war die Lage im Roten Meer", sagte Macron am Montag nach dem Treffen mit Trump in New York Journalisten. "Wir hatten eine sehr gute Unterredung. Sie war sehr konstruktiv."

Kallas dringt auf Aufrechterhalten von EU-Sanktionen gegen Russland

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat die EU-Mitgliedstaaten zu einem Aufrechterhalten ihrer Sanktionen gegen Russland aufgefordert. "Wir brauchen diese Stabilität, dass die Sanktionen für längere Zeit bestehen bleiben", sagte Kallas am Montagabend vor Journalisten in New York. EU-Diplomaten hatten zuvor mitgeteilt, dass die EU es vorerst nicht geschafft habe, eine grundsätzliche Einigung auf die Aufhebung ihrer Sanktionen gegen zwei russische Oligarchen zu bestätigen.

Nach Trumps "Sabotage"-Vorwurf: UNO überprüft Rolltreppe und Teleprompter

Nach wütenden Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über eine angebliche technische "Sabotage" seines Auftritts bei der UN-Generaldebatte im vergangenen Jahr wollen die Vereinten Nationen ein neuerliches Debakel verhindern: Vor Trumps Rede am Dienstag sei eine Rolltreppe im New Yorker UN-Hauptsitz "überprüft und noch einmal überprüft worden", sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric, am Montag.

Mecklenburg-Vorpommern: CDU-Chef Peters tritt zurück - SPD kündigt Sondierungen an

Nach dem Ausscheiden der CDU aus dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat Spitzenkandidat Daniel Peters seinen Rücktritt vom Vorsitz der Landespartei erklärt. Er ziehe damit persönlich die Konsequenzen "aus der krachenden Niederlage", sagte der 45-Jährige am Montag nach einer Sitzung des CDU-Landesvorstands in Schwerin. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kündigte derweil Sondierungsgespräche zur Bildung einer neuen Landesregierung mit der Linken und den Grünen an.

Textgröße ändern: