The National Times - Präsidentschaftswahl in Portugal: Rechtsextremer Kandidat hofft auf Einzug in Stichwahl

Präsidentschaftswahl in Portugal: Rechtsextremer Kandidat hofft auf Einzug in Stichwahl


Präsidentschaftswahl in Portugal: Rechtsextremer Kandidat hofft auf Einzug in Stichwahl
Präsidentschaftswahl in Portugal: Rechtsextremer Kandidat hofft auf Einzug in Stichwahl / Foto: © AFP

In Portugal waren die Wähler am Sonntag zu den Urnen gerufen, um über einen neuen Präsidenten abzustimmen. Als Favorit ging der Chef der rechtsextremen Chega-Partei, André Ventura, in die erste Wahlrunde. Wer Staatschef wird, dürfte sichjedoch erst in einer Stichwahl in drei Wochen entscheiden. Umfragen zufolge können Venturas mögliche Stichwahl-Rivalen, unter ihnen der Sozialist António José Seguro und der liberale Europaabgeordnete João Cotrim Figueiredo, auf einen Sieg im entscheidenden Wahlgang hoffen.

Textgröße ändern:

Elf Millionen Wahlberechtigte waren am Sonntag aufgerufen, den Nachfolger des konservativen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa zu bestimmen, der nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht mehr kandidieren durfte. Umfragen zufolge konnte Ventura mit dem Einzug in die Stichwahl rechnen. Bei der Parlamentswahl im Mai hatte seine Partei Chega 22,8 Prozent der Stimmen gewonnen. Sie ist damit die größte Oppositionspartei im portugiesischen Parlament.

Auf Platz zwei in den Umfragen lag zuletzt der Sozialist Seguro, dicht gefolgt vom EU-Abgeordneten Cotrim Figueiredo. Auch der Kandidat der konservativen Sozialdemokratischen Partei, Luís Marques Mendes, der von Regierungschef Luís Montenegro unterstützt wird, sowie der frühere General Henrique Gouveia e Melo rechneten sich Chancen auf den Einzug in die Stichwahl ein. Umfragen zufolge dürfte jeder der vier möglichen Konkurrenten Ventura in einer Stichwahl schlagen.

Der Präsident hat in Portugal keine exekutiven Befugnisse, kann aber in Krisenzeiten das Parlament auflösen, Neuwahlen ausrufen oder den Ministerpräsidenten entlassen.

Experten zufolge betrachtet Ventura die Wahl am Sonntag in erster Linie als Stimmungstest, sein langfristiges Ziel ist demnach das Amt des Regierungschefs. "Andre Ventura kandidiert, um seine Wählerbasis zu halten", sagte der Politikwissenschaftler António Costa Pinto von der Universität Lissabon. Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Teneo würde ein weiteres gutes Wahlergebnis für die rechtsextreme Partei "ihre Dominanz in der politischen Landschaft bestätigen".

Ventura, der versprochen hat, Portugal "in Ordnung zu bringen", rief die anderen rechtsgerichteten Parteien auf, ihm in einer möglichen Stichwahl keine "Hindernisse" in den Weg zu legen. Seguro erklärte derweil, er sei der Einzige, der Venturas "Extremismus" besiegen könne, und forderte "alle Demokraten" auf, sich hinter ihm zu vereinen.

Q.Marshall--TNT

Empfohlen

Mutmaßliche Anschlagspläne auf Trump: USA melden Tötung von Verantwortlichem im Iran

Die USA haben nach eigenen Angaben einen iranischen Anführer getötet, der für einen Anschlagsversuch auf Präsident Donald Trump verantwortlich sein soll. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte dazu am Mittwoch im Pentagon: "Der Iran hat versucht, Präsident Trump zu töten, aber Präsident Trump hat zuletzt gelacht." Um wen es sich bei dem Getöteten handelt, erklärte er nicht.

Präsidentenwahl in Frankreich: Rechtspopulist Bardella in Umfrage vorn

In Frankreich liegt der 30 Jahre alte Rechtspopulist Jordan Bardella in einer Umfrage zur Präsidentschaftswahl deutlich vorn: Der Chef der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (RN) käme in der ersten Runde auf 36 Prozent, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Ifop-Instituts hervorgeht. Auf diesen Wert käme er unabhängig davon, welcher der beiden derzeit gehandelten Kandidaten für das Regierungslager antreten würde - Ex-Premierminister Edouard Philippe oder dessen Nachfolger Gabriel Attal. Die Präsidentschaftswahl in Frankreich findet im April 2027 statt.

Iran-Krieg: Vatikan warnt vor "Aushöhlung des Völkerrechts"

Angesichts des anhaltenden US-israelischen Krieges gegen den Iran hat ein hochrangiger Vertreter des Vatikans vor den Folgen von Präventivschlägen gewarnt. "Wenn Staaten das Recht auf einen Präventivkrieg zuerkannt würde, würde die ganze Welt in Flammen aufgehen", sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin am Mittwoch dem Nachrichtenportal des Vatikans. "Diese Aushöhlung des Völkerrechts ist wirklich besorgniserregend: Gerechtigkeit ist Gewalt gewichen."

Pistorius schließt Beteiligung an Iran-Krieg aus

Deutschland wird sich nach den Worten von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nicht am Iran-Krieg beteiligen. "Deutschland ist nicht Kriegspartei", sagte Pistorius am Mittwoch im Bundestag. "Deutschland wird sich an diesem Krieg nicht beteiligen." Zugleich kritisierte der Minister, dass die USA und Israel "keine Exit-Strategie" hätten.

Textgröße ändern: