The National Times - Französische Nationalversammlung nimmt Haushaltsdebatte wieder auf

Französische Nationalversammlung nimmt Haushaltsdebatte wieder auf


Französische Nationalversammlung nimmt Haushaltsdebatte wieder auf
Französische Nationalversammlung nimmt Haushaltsdebatte wieder auf / Foto: © AFP

Mit einem Aufruf zur Kompromissbereitschaft hat die französische Haushaltsministerin Amélie de Montchalin in der französischen Nationalversammlung die Debatte über den Haushalt für das laufende Jahr wieder aufgenommen. "Wir haben schon mehrere hundert Stunden und tausende von Änderungsanträgen diskutiert", sagte de Montchalin am Dienstag in Paris. "Die Methode des Kompromisses funktioniert also, es ist die einzige, die uns weiterbringen wird." Es gebe eine weitreichende Einigung darüber, dass das Defizit 2026 auf unter fünf Prozent des Bruttoinlandprodukts gesenkt werden müsse, betonte die Ministerin.

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Da der aktuelle Haushaltsentwurf im zuständigen Ausschuss abgelehnt worden war, mehren sich derzeit Rufe nach dem Einsatz des Verfassungsparagraphen 49.3. Dieser erlaubt die Verabschiedung ohne abschließende Abstimmung, wenn die Regierung ein anschließendes Misstrauensvotum übersteht.

Premierminister Sébastien Lecornu hat das Ziel gesetzt, den Haushalt bis Ende Januar durch das Parlament zu bringen und gleichzeitig versprochen, auf den Einsatz des Artikels 49.3 zu verzichten. Falls sich kein Kompromiss findet, bleibt dem Regierungschef die Möglichkeit, den Haushalt per Dekret zu verabschieden. Falls die Regierung anschließend gestürzt werden sollte, würde das Haushaltsgesetz dennoch in Kraft treten.

Die Nationalversammlung hatte im Dezember dafür gestimmt, den laufenden Haushalt auf 2026 zu übertragen. Dies lässt aber keine neuen Sparmaßnahmen oder erhöhte Ausgaben etwa in die Verteidigung zu.

Frankreich steht angesichts einer Rekordverschuldung von 117 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) unter Druck, seine Staatsfinanzen zu sanieren. Lecornu hatte Mitte Oktober seinen ersten Haushaltsentwurf vorgestellt, mit dem er das Defizit auf 4,7 Prozent des BIP senken wollte. Inzwischen soll es lediglich auf unter fünf Prozent gesenkt werden.

Im Streit um den Haushalt sind in Frankreich bereits zwei Regierungschefs gestürzt worden. Lecornu hatte aus demselben Grund seinen Rücktritt eingereicht, wurde von Macron aber erneut ernannt.

D.S.Robertson--TNT

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