The National Times - Grenzkonflikt: Kambodscha wirft Thailand "Annexion" von Territorien vor

Grenzkonflikt: Kambodscha wirft Thailand "Annexion" von Territorien vor


Grenzkonflikt: Kambodscha wirft Thailand "Annexion" von Territorien vor
Grenzkonflikt: Kambodscha wirft Thailand "Annexion" von Territorien vor / Foto: © Agence Kampuchea Press (AKP)/AFP

Knapp eine Woche nach Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Thailand und Kambodscha hat Phnom Penh der thailändischen Armee die "illegale Annexion" von Territorien auf der kambodschanischen Seite der Grenze vorgeworfen. Der kambodschanische Informationsminister Neth Pheaktra erklärte am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, thailändische Truppen hätten in der Gegend des Dorfs Chouk Chey Zivilgebäude beschädigt, Stacheldraht ausgerollt und Container platziert, um eine Grenzbefestigung zu errichten.

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Die thailändische Armee habe ihren Anspruch auf das Gebiet auch dadurch demonstriert, dass sie die thailändische Flagge hochgezogen habe, teilte Neth Pheaktra mit. "Kambodscha wird keine Veränderung der Grenzlinie anerkennen, die aus der Anwendung von Gewalt resultiert", betonte er.

Die thailändische Armee wies die Anschuldigungen zurück: Es habe keine "Invasion oder Besetzung von kambodschanischem Gebiet" gegeben, erklärte sie. Vielmehr hätten die Streitkräfte lediglich die Kontrolle über Gebiete übernommen, die zu Thailand gehörten, aber von Kambodscha in der Vergangenheit "besetzt" worden seien. Die Armee erläuterte nicht, auf welche konkreten Gegenden sie sich damit bezog.

Das kambodschanische Informationsministerium übermittelte AFP eine Landkarte, die thailändische Militärpräsenz in Territorien zeigen soll, die Kambodscha für sich beansprucht. Der Karte zufolge kontrolliert Thailand nun ein Gebiet in Chouk Chey, das bis zu 750 Meter über die von Kambodscha definierte Grenzlinie hinausreicht.

Die Einwohner von Chouk Chey waren durch die Kämpfe zwischen Kambodscha und Thailand im Dezember in die Flucht getrieben worden. Das Dorf liegt an der Grenze zwischen der kamboschanischen Provinz Banteay Meanchey und der thailändischen Provinz Sa Kaeo.

Thailand und Kambodscha hatten sich am 27. Dezember nach wochenlangen Gefechten auf eine "sofortige" Waffenruhe geeinigt. Beide Seiten wollten demnach ihre Truppenbewegungen einstellen und geflüchteten Zivilisten eine schnellstmögliche Rückkehr ermöglichen.

Der seit vielen Jahren schwelende Grenzkonflikt zwischen den Nachbarländern war im Dezember erneut aufgeflammt. Nach offiziellen Angaben wurden seitdem mindestens 47 Menschen getötet und rund eine Million Menschen vertrieben.

Auf ein Ende der Gefechte hatten die USA, China und Malaysia hingewirkt. Die drei Länder hatten bereits nach Grenzgefechten der beiden südostasiatischen Nachbarländer mit dutzenden Toten im Juli eine Waffenruhe vermittelt, die jedoch brüchig war. US-Präsident Donald Trump verkündete dann im Oktober eine weiterführende Vereinbarung zwischen Thailand und Kambodscha, die allerdings ebenfalls nach wenigen Wochen gebrochen wurde.

Der Konflikt ist die Folge einer unklaren Grenzziehung durch Kambodschas ehemalige Kolonialmacht Frankreich im Jahr 1907. Wie die etwa 800 Kilometer lange Grenze verlaufen soll, ist weiterhin nicht ausgehandelt. Beide Seiten erheben auch Ansprüche auf historische Tempelruinen in dem Gebiet.

N.Taylor--TNT

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